ARD-DeutschlandTrend: Statistik verschleiert viel Verunsicherung


https://www.flickr.com/photos/30845644@N04/9381725323/sizes/z/

flickr.com/ onnola/ (CC BY-SA 2.0)

Merkels erneutes Hoch längst kein Indiz guter Politik

Damit kein Mißverständnis aufkommt, es liegen Welten zwischen dem trögen Gebrülle „Merkel muß weg“ von manch willfährigen Mitläufern der Pegida oder der AfD und einer differenzierten Auseinandersetzung zur deutschen Politik. Denn wenn Frau Merkel ihren Hut nimmt, abdankt und nicht mehr als Kanzlerin regiert, macht ein/e gleichwertige/r ihren/seinen Job. Punkt. Und dann?

In sofern verschleiert die jüngste Statistik vom ARD-DeutschlandTrend viel Verunsicherung, Merkels erneutes Hoch stellt somit kein Indiz guter Politik dar, ganz im Gegenteil, die Befragten scheinen keinen potentiellen Ersatz zu sehen. Ein Armutszeugnis angesichts globalpolitischer Herausforderungen und Probleme.

Umfragen exemplarisch für das Versagen politischer Verantwortung

Die Menschen wollen in Wirklichkeit keinerlei Show oder Umfragetrends, weil tatsächlich handfeste Lösungen Besserung im Alltagsleben ergeben, statt Markt- und Effekthascherei solcher Podien. Dramatisch genug, um mal den Personenkult außer acht zu lassen, daß laut DeutschlandTrend zur Einschätzung der Gefahr durch extremistische Gewalt, die rechtsextreme vor der islamistischen liegt, die linksextreme gar an dritter Stelle. Was bedeutet ein derartiges Ergebnis?

Letztlich ein Widerspruch in sich. Einerseits verdeutlichen Umfragen weiterhin den AfD-Aufwärtstrend auch im Hinblick zur Bundestagswahl, die rechtspopulistische Partei kann sich verbessern, auf der anderen Seite darf man sich ruhig über soviel Unwissen und Ignoranz wundern im Hinblick zur Politik dieser neuen Rechtspartei. Eine politische Verantwortung schaut eigentlich gänzlich anders aus, wie auch Gregor Gysi hier scharfsinnig verdeutlicht. Da haben wohl Medien bisher entweder gepennt, weil sie eben nicht die richtigen Fragen stellen, oder aber mittels Weglassen hofieren sie sogar das Unvermögen der AfD, eine Politik fürs Volk zu gestalten.

Politik selbst zerlegt sich permanent

Was man eindrucksvoll just im US-amerikanischen Wahlkampf beobachten darf. Die beiden Kontrahenten stehen sich in vielem nichts nach, beides bedeutet so oder so den Worst Case, vielleicht hat ja Thomas Gottschalk nicht ganz so Unrecht mit seiner Bemerkung bei „Anne Will“, wenn Trump gewinne, wäre das, wie wenn Dieter Bohlen Nachfolger von Herrn Gauck werden würde.

Apropos Joachim Gauck, laut Umfrage des Forsa-Instituts für den „Stern“ soll dieser fast so beliebt sein wie unser ehemaliger sechster Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Manch einer wird wohl den Kopf schütteln, wie kritiklos inszwischen der mündige Bürger durchs Leben wandelt. Von Weizsäcker hatte wenigstens den Mumm, die verantwortliche Politik scharf anzumahnen, was Gauck eher nicht gelingt.

Lotar Martin Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu ARD-DeutschlandTrend: Statistik verschleiert viel Verunsicherung

  1. PachT / Blogger schreibt:

    Dazu meine heutige Einlassung bei unserer Regionalpresse ( siehe dann 09.10..16 )
    bezüglich des politischen Versagens … :
    *
    Mein PRESSEBEITRAG am 07.10.16
    zu “ Thüringer Politiker empört über Duo – Interview“ [Thüringen]
    in TA v. 05.10.2016; Thür.-Teil S. 2

    Ränder bestimmen die Stromschnelle

    Wenn man die gesellschaftliche Entwicklung bildhaft mit einem Fluss vergleicht, dann wird sehr schnell deutlich, dass vernachlässigte Uferböschungen, – sprich Randgruppen der Gesellschaft – , die Flussströmung, – sprich gesellschaftliche „Mitte“ -, mit irritierenden Strudeln zu unkontrollierten Ausuferungen bewegen können.
    Die über das Duo-Interview Wagenknecht / Petry empörten Thüringer Politiker der etablierten Volksparteien vertuschen heute damit, dass sie selbst es waren, die stolz über viele Jahre ihre Politik der „Mitte“ ihren Anhängern als das einzig Wahre vermittelten.
    Wenn man aber wie CDU und SPD politisch erst reagiert, nachdem am linken oder rechten Rand bereits agiert wurde, muss man zu der Feststellung kommen, dass m i t t i g  ein Wirklichkeitsverlust eingetreten sein muss.
    Das kommt einem Vertrauenverlust gleich !

    P. Achim Tettschlag 
    Erfurt – Melchendorf

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s