CITES-Konferenz: Elefanten und Löwen weiterhin betroffen


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17. Konferenz in Johannesburg – Freud und Leid liegen dicht beieinander

Gestern ging die 17. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, in der die 181 Mitgliedsstaaten seit dem 24. September über gefährdete Tier- und Pflanzenarten verhandelten, zu Ende. Die Ergebnisse können sich durchaus zeigen lassen, sind somit insgesamt betrachtet als positiv zu bewerten.

Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid, beides liegt dicht beieinander, so auch in den Beschlüssen und Empfehlungen dieser Konferenz. Dabei spielten gerade die eingerichteten Schutzkategorien, die Anhänge I bis III eine besondere Rolle. Jedoch verpaßten die Teilnehmer die Durchsetzung und somit erhoffte Hochstufung der Elefanten und Löwen auf Anhang I, so daß man sie als die Verlierer bezeichnen muß, sie weiterhin betroffen sind.

Etliche Tierarten erhalten mehr Schutzstatus

Obwohl Kanada versucht hatte, beim Wanderfalken die verhängte Anhangstufe I wieder auf II herabstufen zu lassen, widersprachen die Teilnehmer und stimmten per eindeutigem „Nein“ ab. Endlich griff auch der höhere Schutz betroffener Schuppen- und Tannenzapfentiere, die gern häufig illegal gehandelt werden, um letztlich der tradionellen chinesischen Medizin zu dienen. Die Mitglieder entschieden sich für den Anhang I.

Der Antrag von Swasiland doch den Handel mit Rhinozeros-Horn erneut zuzulassen, wurde vereitelt, so daß die letzten betroffenen 30.000 Nashörner zumindest per Beschluß auf dem Papier einen höheren Schutz erhielten. Die Praxis wird aufzeigen, in wie weit vor Ort dieser gewährleistet werden kann.

Der internationale Handel mit Graupapageien darf nunmehr nicht mehr stattfinden. Auch der Plünderung der Weltmeere wurde ein Riegel bei Seiden- und Fuchshaien sowie dem Teufelsrochen vorgeschoben, diese genießen jetzt einen höheren Schutz per strengere Handelskontrollen. Ebenso der Berberaffe, unterschiedliche Chamäleon-und Gecko-Arten sowie der kaukasische Steinbock erhielten einen verbesserten Schutzstatus.

Elefanten und Löwen auf der Schattenseite

Verstehen muß man dies keineswegs, eher sollte Verwunderung in berechtigte Wut und Enttäuschung münden. Gerade beim Elfenbeinhandel scheinen die Interessen des weißen Goldes weiterhin zu dominieren, solche gewinnträchtigen Geschäfte läßt man sich nicht entgehen, dem illegalen Elfenbeinhandel wird angesichts derartiger Unentschlossenheit Vorschub geleistet.

Zwar erfolgte ein klares Nein zu den Anträgen von Namibia und Zimbabwe, den Elfenbeinhandel wieder aufblühen lassen zu dürfen, es verbleibt dennoch der miese Beigeschmack, weil die Heraufstufung auf Anhang I eben nicht erfolgte, wobei die EU gleichwohl sich nicht einsetzte. Die Ausnahme für Südafrika, welches gar gezüchtete Löwen trotz Quotenregelung exportieren darf, muß man nicht nachvollziehen können.

Dies steht im krassen Widerspruch, zumal eine Nachfrage zu deren begehrten Knochen anhält, Löwen ohnehin mit zu den vorm Aussterben bedrohten Tierarten zählen, genauso wie die Restbestände der Elefanten. Vergessen wir bei all dem eines nicht: CITES bedeutet lediglich eine Empfehlung. Ob sich alle daran halten, wird die Zukunft erweisen.

Lotar Martin Kamm

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