Gesellschaft im Zwiespalt ihres Wertezerfalls


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flickr.com/ Aschevogel/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Scheinwelt der Superlative fördert mehr Mißstände

Erneut ein Spätnachmittag mit trüben Aussichten, sie finden sich gelangweilt ein. Wütende Blicke kreisen suchend umher, um spontan ein Opfer eventuell noch zu finden, welches somit für ein bißchen Abwechslung sorgen könnte. Zu dumm, daß just in diesem Moment ein gerade mal 10-Jähriger allein des Weges kommt.

Schnell sieht dieser sich von einer Horde Halbstarker umstellt, wissend, was ihm bevorstehen mag, versucht zwar nahezu ohnmächtig, aber chancenlos hasenhakenschlagend zu entfliehen. Doch die Übermacht der aggressiven Jugend schnappt ihn im letzten Augenblick. Gruppenhaß auf alles und jeden eine Option, weil keine Perspektiven für die Jugend vorhanden?

Eine knallharte Wirtschaft diktiert den Kurs

In sämtlichen Gesellschaftsschichten hat längst die Formulierung vom Zerfall der Werte selbst die entferntesten Winkel erreicht, mag bei dem ein oder anderen vielleicht gewisse Sorgenfalten hervorrufen, die sogar gedankenmachend etwas ändern könnten, wenn da nicht ganz gezielte, bewußt installierte Vorgaben den gesamtgesellschaftlichen Konsens beeinflussen und somit prägen, sich diesem unterzuordnen.

Gefangen im Netz des Konsumglamours in einer zunehmenden Welt der Gleichgültigkeit? In der kaum Spielraum vorhanden, einmal gelassen durchzuatmen, sich zurück zu lehnen, um in Ruhe einen Überblick zu erhalten ob so mancher Mißstände? Nein, es darf nicht sein, was sein könnte, den Menschen eine Möglichkeit und daher die Hoffnung zu gönnen, aus der Tretmühle bestimmter Zwänge zu gelangen. Eine knallhart kalkulierte Wirtschaft diktiert herzlos ihren Kurs, dem sich alle unterordnen müssen, wollen sie nicht existenziell scheitern.

Derjenige, der sich auflehnt, rebelliert, erhält sofortigst die Quittung, wird unfreiwillig auf die soziale Rutsche gesetzt, befindet sich im Abseits, chancenlos und darf höchstens einen Hoffnungsschimmer aufglimmen lassen, wenn halbwegs humane Vertreter in den zuständigen Behörden ihnen im Rahmen der übriggelassenen Möglichkeiten einen Spielraum einer winzigen Chance überlassen. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.

Weise Entscheidungen treffen zu einem friedlicheren Miteinander

Im Grunde genommen kann der Run auf den ewigen Erfolg eigentlich nur verlorengehen, weil es genauso sinnlos wäre, wenn man nonstop das Glück einfordern würde, was niemals in dieser Form vorhanden. In einer Scheinwelt der Superlative unterscheiden viele zwischen Winner und Loser. Aber was geschieht dazwischen? Dort tummeln sich all jene, die ständig dem Erfolg hinterher hecheln oder aber im Begriff sind, sich aufzugeben, während eine breite Masse unkritisch Selbstzufriedener von den Mißständen entweder gar nichts mitbekommt oder lieber betreten wegschaut.

Gleichzeitig wächst die Zahl derer, die genau dieses Prozedere längst durchschaut haben und eben nicht mehr diesem Diktat folgen wollen. Einige sind ausgestiegen, suchen das Weite oder tun sich trotzig zusammen, erschaffen sich Oasen der Unabhängigkeit fernab des Mainstreams. Andere wiederum fügen sich in ihrem Schicksal, resignierend und somit aus Frust zunehmend gewaltbereit sich ein Ventil suchend. Erdenken Sie sich das Ende des oben beschriebenen Konflikts. Ob zusammengetreten liegen gelassen oder aufgrund eines glücklichen Umstandes der Junge gerade noch entkommen konnte, tatsächlich allerorten eine erhebliche Gewaltzunahme zu beobachten ist.

Wir sollten solche Zustände nicht tatenlos dulden, sondern dieser Entwicklung mutig und ideenreich entgegentreten, um den Verursachern die Möglichkeiten ihres schädlichen Handelns aufzuzeigen bzw. sie zu nehmen. Das nennt man politische Verantwortung tragen, die wir alle uns gegenseitig schulden. Beachten wir sämtliche Umstände und treffen weise Entscheidungen zu einem friedlicheren Miteinander, bevor Gewalt zügellos sich stets neue Opfer sucht!

„Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“ (Mark Twain)

Illusionen aber sind manchmal trügerische Ratgeber, wenn wir nicht in der Lage, sie verinnerlicht umzusetzen, sie gar mit anderen zu teilen. Beste Voraussetzung: reinen Herzens sein!

Lotar Martin Kamm

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