Ernährung: Kennzeichnung bei Säften hintergeht Veganer


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flickr.com/ hmboo Electrician and Adventurer/ (CC BY-ND 2.0)

Lebensmittellobby mogelt mit tierischer Gelatine

Was interessiert schon das Geschwätz einiger Kunden, und seien es ein paar wenige Veganer oder Vegetarier? Genauso könnten jene sich betroffen fühlen, betrachtet man das Vorgehen der Lebensmittellobby, die mit eingesetzter tierischer Gelatine mogelt.

Daß der Etikettenschwindel nach wie vor an der Tagesordnung, berichteten wir im Dezember des letzten Jahres, die Lebensmittelindustrie hat dermaßen viele Mittel und Wege sowie Schlichen, allesamt nahezu vollkommen legal, um eigentlich wichtige Informationen dem Verbraucher vorzuenthalten. Daher nicht weiter verwunderlich, wenn die Kennzeichnung bei Säften Veganer hintergeht, die Kritik seitens foodwatch mit dem Titel „Ein Schweinchen namens Saft“ unverblümt direkt anklingt.

Die Thematik kursiert schon länger in der Öffentlichkeit

Bereits vor über vier Jahren wies Annette Niemeyer beim Ratgeber des NDR mit der Frage „Stecken tierische Reststoffe im Apfelsaft?“ auf die Thematik hin. Gleichwohl den längst bekannten widerwärtigen Umstand, daß Gelatine als Gelier- und Verdickungsmittel in Süß- und Backwaren, Joghurts oder generell in Milchprodukten steckt. Schlimm genug für all jene, die sich vegetarisch ernähren.

Mit diesem Wissen kann man ja entsprechend wachsam vorsorgen, um solche Produkte zu meiden. Gesagt, getan, Vegetarier und Veganer verinnerlichten, wenn auch murrend, das dreiste Verhalten der Lebensmittelindustrie. Zwar haben manche Hersteller auf den Gebrauch von Gelatine verzichtet, griffen auf durchaus mögliche Ersatzstoffe zurück, wie Frau Niemeyer im Artikel erläuterte, aber in vielen Produkten schlummert nach wie vor Gelatine, eine exakte Kennzeichnung bleibt die Lebensmittellobby ihren Kunden schuldig.

Bio-Branche mutet Veganern gelatinegeklärte Säfte zu – Chancen der Vermeidung?

Wer jetzt glaubt, die Bio-Branche handle sensibler, der irrt sich gewaltig. Auch dort kommt die Klärung mittels Gelatine zum Einsatz. Dabei spielt die Fruchtsaftverordnung eine entscheidende Rolle. In dieser sind Klärungs- und Schönheitsverfahren ausdrücklich erlaubt, obendrein eben nicht kennzeichnungspflichtig. Man könnte überspitzt annehmen, daß auch hierbei die Fleischindustrie einen erheblichen Anteil an politischen Entscheidungen mitträgt.

Um ganz sicher gehen zu können, eben keine tierische Restrückstände in Lebensmitteln vorzufinden, dem sei diese Info empfohlen, in der die Labels der veganen Logos beschrieben werden, welche somit vertrauenswürdig genug den interessierten Verbraucher schützen mögen.

Lotar Martin Kamm

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