Deutschland – das Land der Vernichter und Henker


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Wortgesülz erschallet schrill, was nur niemand hören will

Was geschah hier nur in letzter Zeit, seid Ihr wirklich dazu bereit, zuzuhören, selbst wenn manches Euch wird stören? Es könnte den ein oder anderen Aha-Effekt geben, so verhält es sich halt wie im echten Leben, man sieht vor lauter Bäumen nicht den Wald. Nun denn, schlaft weiter in Euren ahnungslosen Träumen.

Warum bloß in jener Reimform vorgetragen, nur Geduld, wir werden’s gleich sagen. An allem seien diese Flüchtlinge schuld, verlautet vielerlei Wehklagen. Deutschland sei daher jetzt erst recht in Gefahr, weil man zu wenig Deutsche als Nachschub gebar. Was nun mit diesem Land geschieht, seit der ein oder andere hierher flieht, soll Frau Merkel inszeniert haben, den eigenen Leuten Politiker nichts mehr gaben.

Deutschland kein Land mehr der Dichter und Denker, dafür jetzt der Vernichter und Henker? Manch einer Hessen, Bayern oder anderer Provinz nachtrauert, argwöhnisch getäuscht in der Ecke kauert, sich nach dem angeblichen Land der Mythen sehnt, wo doch in Wirklichkeit überall Rechtspopulismus sich auflehnt, dieser möge es bald richten, dann sei Schluß mit Dichten.

Um dat Janze noch zu betonen, tut er uns mit Wortjesülz nich schonen, schnell des Deutschen Emotionen hervorheben will. Dat is schrill, weil er obendrein noch eins draufsetzt und lässig hetzt: Am deutschen Geist sei die Welt genesen. Wer dermaßen kehrt mit solch heroischen Besen, dem scheint die Wirklichkeit völlig zu entgleiten, da flunkert man halt bei allen Gelegenheiten.

Im Vernichten, da hat man Erfahrung nicht nur aus Hitlerszeiten, es wimmelt nur so von alten Geschichten, die darauf basierten, kriegerisch Epochen vorzubereiten. Wer dem patriotischen Gedanken erneut verfällt, der übersieht schnell vor lauter Ruhm und Geld, was tatsächlich zählt: kein Nationalbewußtsein, sondern einzig und allein, daß Mensch Mensch sein darf.

Erkannt, haarscharf: Wer bereits neue Kriege am Horizont bei Bedarf zunächst der NATO in die Schuhe schiebt, die solche durchaus liebt, um sie dann wie früher patriotisch gelenkt vehement auszutragen, der hat niemandem was zu sagen. Viel eher mögen sich diese kreidefressenden Wölfe im Schafspelz von dannen schleichen, sollten besser weichen, bevor sie erneut Unheil anrichen können. Die wollen sich mit niemand versöhnen, eher haßerfüllt jeden Nichtdeutschen verhöhnen, um mit ihrem Gelaber von Ehre, Stolz und Loyalität zu klagen, es sei alles zu spät, außer man übe Solidarität.

Welch bekannte Phrasen, die so dermaßen unklug vielleicht fanatisch gesinnte Gesellen anlocken, sich in deren Hirnwindungen andocken, doch jeder Mensch mit Überblick und Restverstand hat längst erkannt, daß solch Gedankengut ein alter Hut. Den will niemand mehr, egal unter welchen Namen, ob indentitär oder jede andere Mär. Sorgen wir Kreative mit Geistesblitz, zu beenden jenen neu entflammten Witz und schicken ihn fort, wo er hingehört: an einen unbekannten Ort, von wo er keinen mehr stört.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Deutschland – das Land der Vernichter und Henker

  1. Pingback: Freitag, den 30. September 2016 | Kulturnews

  2. Ede-Peter schreibt:

    Das gefällt mir ausgesprochen gut.
    Danke

    Gefällt 2 Personen

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