Augen


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Spätsommer war’s, die Sonne geizte nicht mit ihren Wärmegaben.
Da schritten wir durch jenen Garten, in dem die vielen Käf’ge steh’n.
Um ein Meer von Blumen, und hundertjährige Bäume anzuseh’n,
und uns an dem, was kreucht und fleucht auf dieser Welt, zu laben.

Die Wege waren lang, verschlungen, und manchmal staubig auch.
Und hin und wieder murmelt leis ein Bächlein durch sein Bett aus Stein.
Doch, nirgendwo an diesem Orte konnte man zu Zweit alleine sein,
seh‘ nur allenthalben Schilder mit Geboten, so’s in uns’rem Lande Brauch.

Irgendwann, umhüllt von Kinderlachen, lauschend fernem Pfau’ngeschrei,
da bist Du einfach steh’n geblieben, Dir jene grauen Riesen anzuseh’n,
die da in ihrer stahlumzäunten Enge wohldressierte Runden dreh’n.
Die Karre Grünzeug und – ein Mensch, mit Haken – der war auch dabei.

Wir standen lange am Geländer vor dem breiten trock’nen Graben.
Hand an Hand, und irgendspäter, dacht‘ ich, es wär Zeit zum Geh’n.
Wand‘ mich Dir zu und mußte feuchtschimmernd‘ Haselnüsse seh’n.
Da erst ging’s mir auf, daß traurige Tiere sehr oft braune Augen haben.

Peter Petereit

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