Sexismus exemplarisch für jede Gesellschaft


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flickr.com/ VSSTÖ/ (CC BY 2.0)

Je offener und direkter man damit umgeht, desto besser für alle Beteiligten

Erneut ein Fall nicht nur für die Massenmedien, sondern erst recht für jene, die schon immer alles besser gewußt haben. Dabei kann man von zwei grundlegend konträren Meinungen ausgehen: jene, die stets das Deckmäntelchen der Verschwiegenheit drüberstülpen, darunter ebenso die, die jetzt die kuschende Frau an Heim und Herd zurück wollen und die anderen, die am liebsten vor lauter Freizügigkeit hemmungslos überall ihren Trieben frönen möchten.

Eine CDU-Kommunalpolitikerin packt aus, und die geordnete politische Welt steht Kopf? Wobei man sich zurecht fragen muß, warum dies nur in diesem Berufszweig gelten möge. Faktisch sollte man betonen, je offener und direkter man damit umgeht, desto besser für alle Beteiligten.

Heuchelei nicht besonders hilfreich – sie treiben es überall

Früher war alles anders. Meinen Sie? In einem Punkt auf alle Fälle: Es wurde nicht dermaßen offen über Sexismus gesprochen wie nach der Love-and-Peace-Ära, der Befreiung zumindest in der westlichen Welt, was mehr oder weniger global übernommen wurde.

Der Weg zur freizügig-sexualisierten Welt entwickelte sich unaufhaltsam, was insbesondere neben anderen Geschäftszweigen gerade die Werbebranche beflügelte, an jeder Ecke blickte weibliche Nacktheit einem entgegen. Das Verhältnis in Partnerschaften veränderte sich, die Selbstbefreiung der Frau, die Emanzipation verhalf ihr dazu, sich eben nicht ständig gängeln zu lassen.

Doch die Heuchelei konnte nie gänzlich verdrängt werden, nach wie vor sitzt ganz tief in manch Männerseele der unbedingte Wunsch, das stärkere Geschlecht durchsetzen zu wollen. Der Mann verfallen, in die Ecke gedrängt angesichts selbstbewußterer Frauen, denen man es im Gegenzuge erst recht am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit mal so richtig zeigen kann per anzüglicher Sprüche bis hin zu Mobbing oder gar Vergewaltigung?

Jenna Behrends Statement längst überfällig

Wobei sie nicht die erste war, die öffentlich lautstark Stellung bezog, die sexistische „Gesamtstimmung“ anprangerte. Das hat vor ihr Alice Schwarzer längst vollzogen, eine Frauenbewegung par excellence, die sich eben wehrte, daß Frau nur als Objekt der Begierde zu gelten habe. So weit, so richtig.

Schön, wenn Peter Tauber, der Generalsekretär der CDU, einsichtig bemerkt, daß Sexismus nicht nur ein Problem in der Politik sei, vielmehr in der gesamten Gesellschaft. Aber räumen gerade die C-Parteien damit wirklich auf, wo sie doch jahrzehntelang entscheidend mit dazu beitrugen, solche Themen lieber unter den Teppich zu kehren? Man denke dabei an den langen Kampf zum Paragraph 218 im StGB, überhaupt an die Rolle der Frau ganz besonders im Beruf, in den Chefetagen der Firmen.

Das Ganze erhält eine neue Dimension der Auseinandersetzung, wo doch der Rechtspopulismus, allen voran die AfD, die Frau wieder dahin verbannen will, wo sie Jahrhunderte lang verweilen mußte. In sofern darf man gespannt sein, was da noch folgen mag.

Lotar Martin Kamm

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