Gesellschaft: Völlerei und Maßlosigkeit unterstreichen Dekadenz


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Die Schere zwischen Arm und Reich klafft nicht zufällig auseinander

Ganze Hochkulturen scheiterten stets an der sozialen Komponente, in wie weit die Menschen gerecht behandelt wurden, vor allem weil Völlerei und Überreichtum an Maßlosigkeit kaum mehr zu überbieten waren: Denken wir an die Fürstentümer, Grafschaften, den gesamten Adel. Keine Gesellschaft wird auf Dauer friedlich zusammenleben können, wenn die Schere zwischen Arm und Reich kontinuierlich weiter auseinanderklafft.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Man spricht dann gern sehr polemisch zum Ausdruck gebracht von einer Neiddebatte, die wiederum gänzlich ablenken soll von all der Prasserei. Wenn Dekadenz abhebt bei gleichzeitiger Verarmung, braucht es nur noch die lückenlose Aufklärung, was da verkehrt läuft, um dem Einhalt zu gebieten. Doch wer wagt dies tatsächlich?

Braucht es etwa selbstverursachte Finanzkrisen?

Noch vor historisch kurzer Zeit machte der Kolonialismus und der Imperialismus sich die Welt Untertan, allen voran am Effektvollsten die alten europäischen Nationen in ihrem Drang der Eroberung neuer Länder, stets aus wirtschaftlichen Gründen den Reichtum anzuhäufen, um heute den weitgereiften Kapitalismus und seine Alibifunktion fortzusetzen, dem der Globalismus, dessen bösartigster Gehilfe, der Neoliberalismus, zur Seite steht.

Gnadenlos wird ausgeschöpft, was sich zu Geld machen läßt, rücksichtslos ohne jedwede Skrupel der Umwelt, den betroffenen Menschen vor Ort gegenüber, es zählt einzig und allein der Profit. Doch trügt der Schein etwa, das Ende eines Überreichtums, eine daraus resultierende logische Schlußfolgerung? Braucht es eine selbstverursachte Erschöpfung, wenn Finanzkrisen folgen, gar Kriege taktisch inszeniert werden? Ändert sich dadurch etwas an bestehendem Besitzstand, an den alten tiefverwurzelten Herrschaftshäusern, die ihren Habitus über Jahrhunderte anhäuften, entstanden durch Intrigen, pure Ausbeutung bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen?

Wenn Löhne mancher Berufsstände nicht mehr gerecht bezahlt werden

Beim Grübeln über finanzielle Gegensätze kommt man nicht umhin, sich ebenso mit den beruflichen Chancen auseinander zu setzen bzw. deren Entlohnungen, die oft fragwürdig sind. Wer legt fest, wer wieviel verdient und vor allem, warum Berufe so gänzlich unterschiedlich bewertet werden, was deren Leistung anbelangt?

Auf jeden Fall hängt das mit traditionell verflochtener Erwerbstätigkeit zusammen, den historisch entwickelten Berufsständen, denken wir an die Zünfte im Handwerk, an die Gelöbnisse oder Amtseide der Beamten, an die Ordination. Dadurch wurde ebenso die Entlohnung entsprechend festgelegt, die bis heute ihren sogenannten berechtigten Bestand hat. Aber geht es dabei wirklich gerecht zu, wenn ein Altenpfleger nach fünf Jahren je nach Ort rund 2.500 Euro Brutto verdient, ein Elektroingenieur dagegen mehr als das Doppelte? Der Beruf des Altenpflegers unterbewertet wird, obwohl er hart arbeitend alte Menschen pflegt, während der Elektroingenieur zwar Technisches entwickelt, aber dennoch um so viel mehr verdient?

Klar doch, Neiddebatten versickern ganz schnell ins Lächerliche, wenn man dieser Polemik mit deutlichen, unübersehbaren Fakten kontert. Wie kann es sein, daß immer mehr Menschen, besonders selbst in der Mittelschicht unserer Gesellschaft sich ihre Wohnung kaum mehr leisten können, weil die Mieten ins Unermeßliche steigen? Ganz einfach, von Beginn an aufs richtige Pferd setzen, sich für einen lukrativen Beruf entscheiden, oder? Doch wer garantiert, was man heute mühsamst erlernt, oftmals in einem langen Studium, morgen noch ein gefragter, dringend notwendiger Beruf sein wird? Es gibt keine Sicherheit in solch umwälzend sich schnell verändernder technisierter Arbeitswelt!

Prima, wenn dennoch diejenigen sich auf der „Sonnenseite des Lebens“ wähnen, die in sogenannten Car-Lofts leben, mit eingebautem Parkplatz wohnen. Luxus pur für eine bestimmte Klientel in so manchen Städten, die daher keinerlei Ängste hegen, einen Parkplatz in dichtbesiedelten Gegenden suchen zu müssen, keiner schummrigen Tiefgarage sich auszusetzen haben, unabhängig davon, daß die Zahl derer, die sich gar kein Auto mehr leisten können ohnehin zunimmt. Maßlosigkeit obsiegt, Armut die Folge.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Gesellschaft: Völlerei und Maßlosigkeit unterstreichen Dekadenz

  1. Senatssekretär Freistaat Danzig schreibt:

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt.

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