Berlin-Wahl: Rot-rot-grüne Koalition am wahrscheinlichsten


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Abstieg vom Aufstieg der AfD ein deutliches Signal

In Berlin ticken die Uhren ohnehin völlig anders als beispielsweise oben im Nordosten, wo noch eine AfD als zweitstärkste Partei notwendige Stimmen bei der 7. Wahl zum Landtag in Mecklenburg-Vorpommern einheimsen konnte. Obwohl dortigst kaum Flüchtlinge die Idylle des Zusammenlebens gefährden, folgt das Volk den rassistischen Ressentiments dieser Partei, die in Wirklichkeit ihr falsches Spiel nonstop entlarvt.

Nach der Berlin-Wahl wird allerdings ziemlich deutlich, wie schnell eine anfangs erfolgsversprechende Reise enden mag: Abstieg vom Aufstieg der AfD ein deutliches Signal in die richtige Richtung, zumal sie mit gerade mal 14,2% in Berlin fünftes Rad am Wagen bleibt, in der Opposition sowieso isoliert hinterherhinkt. Wer geht schon mit rechtsradikalen Statements konform?

Eher keine Generalprobe für ein bundesdeutsches Bündnis

Kann eine rot-rot-grüne Koalition in Berlin, im Hinblick zur Bundestagswahl als Kürzel R2G inzwischen bekannt, darstellen. Warum? Weil insbesondere an Hartz IV, an eine bündnistreue Kriegspolitik des Westens seitens der SPD und den Grünen stur festgehalten wird, was die Linke unter gar keinen Umständen dulden darf, will sie nicht ihre Glaubwürdigkeit einbüßen. Kompromisse setzen nun mal Grenzen!

In der Hauptstadt haben die Bürger die beiden großen Parteien sichtbar abgestraft, sind die eindeutigen Verlierer, wobei die SPD 6,7% der Wählerstimmen verlor, die CDU 5,7% einbüßte. Die Linken konnten als einzige Partei, die noch vor der Wahl im Abgeordnetenhaus saß, deutlich aufholen, verbesserte sich um 3,9% und sind mit 15,6% drittstärkste Partei geworden.

Völkisch, herrisch, rechtsradikal – dieAfD zeigt unverblümt ihre Gesinnung

Was ein Björn Höcke vermag, kann eine Frauke Petry ihm ohne weiteres gleichtun. Ihr Vorbrettern mit dem Vokubalar aus Zeiten des Nationalsozialismus, das Wörtchen „völkisch“ positiv zu besetzen, verdeutlicht den Kurs dieser rechtsradikalen Partei. Der Spiegelartikel fragt völlig zurecht: Wo bleibt der Aufschrei?

Verstummt er wie in immer mehr Landtagswahlen, wo die AfD deutlich abräumte? Oder formiert sich ein Widerwillen wie gestern in Berlin, wo eben die meisten Wähler ihr den Mittelfinger zeigten und sie eben nicht wählten? Man sollte sich nicht zu früh freuen, jene rechte Partei läßt sich nicht so einfach vertreiben, erst recht nicht im Hinblick einer stillen Teilnahme etlicher, die sie gern ganz vorn sehen.

Da werden Bündnisse mit Le Pen, Trump und Putin geschmiedet, erst recht die Medien als „Lügenpresse“ an den Pranger gestellt, um eigene Plattformen als Wahrheitsverkünder besonders gern im Internet zu präsentieren. Wer darauf reinfällt, folgt jenen rechtspopulistischen Rattenfängern, weil es so schön simpel, im choralen Gleichklang zu brüllen: Wir sind das Volk.

Manchmal bedarf es weitreichende Reisen, um zu erkennen, inwiefern Fanatismus erheblichen Schaden anrichtet. Das Tragische daran: Fanatische Menschen sind dermaßen verblendet, daß sie voller Überzeugung Humanismus einfordern, in dem sie einer Gewaltzunahme freien Lauf lassen.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Berlin-Wahl: Rot-rot-grüne Koalition am wahrscheinlichsten

  1. AmiGoHome schreibt:

    ich sag nur Autobahn oder Heilpraktiker!

    Gefällt mir

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