Wenn Autoren sich über die Schöpfung erheben


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Anmaßung kommt weit vor dem Fall

Um es gleich vorweg zu sagen, Autor bedeutet, Dichter, Dramatiker, Epiker, Erzähler, Literat, Lyriker, Schriftsteller, Verfasser, Ghostwriter, Prosaist, Poet, Schreiber, Künstler, Schöpfer, Erschaffer, Urheber und entstammt dem lateinischen Wort auctor, Schöpfer, Urheber, abgeleitet von auctum, wachsen, machen, mehren.

Die Autoren, die Schöpfer, Urheber, auch Erfinder reihen sich in ihren Tätigkeiten unter die „Schöpfung“ des natürlichen Kreislaufes, sprich der All-Schöpfung. Manche lassen sich verleiten, mit „gottähnlichem Charakter“ auf das Wirken der Schöpfung Einfluß nehmen zu wollen. Sei es, sie sich selbst über Gott und die Welt stellen, sei es, daß sie es anderen erlauben, dies für sie zu tun.

Beide Anmaßungen, denn das sind sie, zeugen von Ichbezogenheit, Arroganz, Narzißmus und „blinder Zerstörung“ des Schöpfungsgeistes. Man muß nicht religiös veranlagt sein, um zu verstehen, daß es für niemanden eine Rechtfertigung gibt, sein eigenes Wesen, Denken über die Vielfalt des Schöpfens zu stellen. Denn es gibt nicht die absolute Schöpfung, es gibt nur den Schöpfungsprozeß, der allerdings in einigen Religionen fixiert auf einen männlichen Schöpfer manifestiert ist. Aber selbst hier gilt der Respekt vor dem Schöpfer, der Schöpfung, daß die Benennung des Schöpfers heilig ist, oder es als Frevel gilt, sich über ihn oder mit ihm auf eine Stufe zu stellen.

Schöpfung ist immer regulierend, bis auf die nicht, noch nicht, beweisbare Absolution eines All-Schöpfers. Keine Schöpfung, jedenfalls ausgehend von unseren Begriffsmöglichkeiten, kann je ausgeschöpft sein, denn damit wäre die Schöpfung beendet. Jeder, der in irgendeiner Form schöpferisch tätig ist, kann nicht umhin, entweder sein Werk selbst zu kritisieren, den Wunsch hegen zu einer Verbesserung oder Neues zu erschaffen. Nicht unbedingt sofort nach Fertigstellung seiner Schöpfung, vielleicht auch erst Jahre später und natürlich mit Ausnahmen, denn manche Schöpfungswerke sind so in sich schlüssig, absolut, daß jedes kleine Staubkorn es zerstören könnte.

Nur eins wird Schöpfung nicht, sich ausruhen auf ihrem Wunderwerk, andere Wunderwerke nicht zulassen, denn dies widerspricht dem Schöpfen. Warum nun fragen Sie sich vielleicht, zerstört Schöpfung auch ihre Werke? Dies zu beantworten, ist eins der schwierigsten Fragen, aber kann durch den Regulationsinhalt der Schöpfung am ehesten erklärt werden. Schöpfungsvorgänge beinhalten nicht nur gestalten, sondern auch regeln, ordnen, zurechtrücken, klären, korrigieren, all diese Aspekte können zur Vernichtung, oder besser ausgedrückt, Veränderung führen. So führt manche Änderung, Regulierung zur Zerstörung, andere zum Aufbau oder zu Neuem. Schlußendlich aber wird jeder Schöpfer auf einen ausgleichenden Aspekt hin arbeiten.

Auch wenn die Autorin, vielleicht in diesem Zusammenhang eher Texterin, keine Theologie, Philosophie studiert hat und somit keine Legimitation zur Beurteilung des „Göttlichen Prinzips“, Schöpferischen Prinzips“ vorweisen kann, der Text auch nur Bruchstücke zum Verständnis des Schöpferischen darstellt, sollte er genügend Anregung finden zur Unterscheidung von Autoren, die schöpferisch, im Sinne von wachsen, mehren, tätig sind und den Autoren, die es bevorzugen zerstörerische, selbstgefällige Werke in Umlauf zu bringen.

Erstaunlicherweise finden diese „Autoren“ auf vielen Plattformen Zuspruch, in der irren Annahme vieler, daß eine Verbohrtheit eine, allerdings nur vermeintliche, Stärke darstellt. Wer Vielfalt ablehnt, wer gegen Fremdes, Neues hetzt, wer anstatt mit Regulierung auf Zerstörung setzt, der kann kein Autor sein, der kann das göttliche Prinzip nicht verstanden haben. Und schon gar nicht den „Willen des Volkes“ für sich in Anspruch nehmen, denn allein schon dieser Anspruch bezeugt die Überheblichkeit seiner Äußerungen. Und wie war das nochmal? Kein Schöpfer kann sich mit dem Schöpfer auf eine Stufe stellen und schon gar nicht über ihn.

Doris Mock-Kamm

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