Prüfungsangst den Druck nehmen


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Kenntnisse mit Gefühl vermitteln

Kennen Sie das auch? Die Hände schwitzig, der Blutdruck erhöht, Magen- und Kopfschmerzen plagen Sie, leichter Schwindel begleitet von trockenen Lippen befällt Ihren Körper, kurzum, Ihr Körper steht vor einer Rebellion, obwohl Sie kerngesund sind. Der Anlaß. Eine Prüfung!

Warum eigentlich dieser körperliche Aufstand für eine Sache, die wiederholt werden kann, nicht das Leben gefährdet, nur eine begrenzte Zeit in Anspruch nimmt, und man sowieso in der Regel für diese Situation sich vorbereitet hat?

Prüfen aus dem mittelhochdeutsch brüeven, prüeven, in seiner Bedeutung für erwägen, erkennen, schätzen, erproben, laut Sprachwissenschaftlern aus dem Vulgärlateinischen provare, abgeleitet von probare, billigen, wahrnehmen, ordnen, versuchen und untersuchen. Wo ist das Problem? Wenn prüfen lediglich ein Erkennen, Erwägen, Ordnen, Versuch bedeutet und kein Hinweis liefert für die absolute Lösung? Das Problem, aus dem Lateinischen problema, Aufgabe, Frage, impliziert zudem keineswegs die perfekte, absolute, richtige Antwort zu benennen.

Welche Geister und Gespenster schaffen es trotzdem, unseren Körper so dermaßen zu verunsichern, daß sogar Gelerntes, Verinnerlichtes sich plötzlich in Luft auflösen kann, man völlig unfähig wird, bereits leichte Prüfungsfragen konzentriert zu beantworten?

Angst spielt dabei eine große Rolle, denn die Symptome ähneln der körperlichen Reaktion, wenn man sich in die Enge gedrängt fühlt, etwas den Sinnen nicht Bekanntes plötzlich auftritt, wenn es um Leben und Tod geht. Druck, Belastung entweder durch eigene Zielsetzung oder vermittelt durch Familie, Lehrkräfte sind ebenso Faktoren und sicher noch einige mehr, aber dies würde in diesem Text den Rahmen sprengen.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet!“ Wer kennt diesen Satz noch aus Schülertagen? Friedrich Schiller hat mit seinem Gedicht „Das Lied von der Glocke“ sicher nicht die Absicht gehegt, so vielen Generationen von Schülern den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Dennoch wurden durch das Malträtieren des Textes die Klassenzimmer mit Angstschweiß gefüllt und gleichzeitig die Schüler damit gefoltert.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Wissen zum Wissen findet! Wahrscheinlich wird sich ohne positive Empathie nie das Wissen finden lassen, denn durch Druck, egal durch was er ausgelöst wird, kann niemals Wissen sich festsetzen, Erkennen niemals stattfinden. Prüfungen sind Erkenntnisse, nicht Wissen, sie können zu Wissen führen.

Wer es ermöglicht, anderen Kenntnisse zu vermitteln mit Gefühl für das Wissen, das Erkennen, wird keine Prüflinge mit Angstschweiß vor sich sitzen haben.

Doris Mock-Kamm

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