Papier: Deutschland weltweit zweitgrößter Verschwender


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flickr.com/ schulle54/ (CC BY-NC 2.0)

Zerstörung der Wälder – Papierspartips dringend notwendig

Umweltbewußtsein beginnt direkt vor Ort, zuhause, am Arbeitsplatz, in der Schule. Wer sich brüstet, er würde entsprechend behutsam handeln, möge sein Verhalten ein wenig genauer betrachten. Oftmals entspricht dies keineswegs der Realität, sondern meist dem Gegenteil. Leider hat auch Deutschland seine Hausaufgaben nicht gemacht, ist weltweit zweitgrößter Papierverschwender, nur die Beneluxstaaten toppen es noch.

Die Zerstörung der Wälder nimmt daher weiterhin zu, wie auch ROBIN WOOD feststellt, wobei die wichtige Ressource, das Holz der Bäume, aus den skandinavischen Ländern Finnland und Schweden stammt sowie aus dem Regenwald Brasiliens. Bei letzterem sollten die Alarmglocken bei den Endverbrauchern schrillen, zumal bekanntlich auch indigene Völker maßgeblich betroffen sind. Wollen wir das weiterhin einfach so dulden?

Wasserverbrauch, Chlor bei der Papierherstellung eine zusätzliche Belastung

Wissen Sie eigentlich, wie teuer Papierherstellung ist? Um ein Kilogramm Papier herzustellen, bedarf es einem Energieverbrauch von etwa 2,5 kWh pro Kilogramm, ungefähr 7 Liter Wasser. Letzteres hat sich allerdings wesentlich verbessert, wenn man bedenkt, daß es noch im Jahre 1900 rund 100 bis 800 Liter Wasser pro Kilogramm waren.

Ebenso die Umstellung von der Bleichung mit Chlor zum Chlordioxid-Verfahren (ECF-Zellstoffe) bis hin zum gänzlichen Verzicht auf Chlorverbindungen mittels des TCF (totally chlorine free). Dort wird die Bleichung per Sauerstoff, Ozon, Peroxoessigsäure und Wasserstoffperoxid erzielt. Darf man nunmehr von einer Ummweltentlastung sprechen? Keineswegs.

Maßlosigkeit verhindern

Beste Voraussetzung kann nur ein anderer Umgang mit Papieren bedeuten. In sofern hat der Verbraucher selbst es in der Hand, seinen umweltschonenden Beitrag zu leisten. Nicht nur chlorfrei gebleichtes Papier sollte selbstverständlich benutzt, auch recyceltes Papier vorgezogen werden. Das Anbringen von Hinweisschildern am heimischen Briefkasten, keine Werbung mehr zu dulden, eben gänzlich auf Wegwerf-Einweg-Teller- und Pappbecher bei Partys oder anderen Veranstaltungen verzichten, sind notwendige Schritte in die richtige Richtung.

Muß es im Zeitalter der Elektronik, der PCs tatsächlich die tägliche Zeitungslektüre sein? Da geht doch was, viele bieten längst eine Online-Version an. Müssen wir tatsächlich alles sofortigst ausdrucken, wobei die Umweltbelastung ohnehin durch die Druckerindustrie erheblich zunimmt. Doch wieder zurück zu Mehrwegflaschen aus Glas, statt Verbundpackungen für Milch und Säfte, zumal zusätzlich die Plastikmüllvermeidung greift?

Sie sehen, es gibt sehr wohl Möglichkeiten, daß auch Deutschland seinem Anspruch gerecht wird, ein hohes Maß an Umweltbewußtsein zu pflegen. Tragen Sie dazu Ihren Anteil, damit es nicht weiterhin lautet: Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Papierverschwender.

Lotar Martin Kamm

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