Weltverbesserer unterliegen einem folgenschweren Irrtum


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Hinterm Horizont und doch ganz nah bei uns offenbart sich das Dasein

Irgendwann mal platzt einem der Kragen oder die Hutschnur, möchte man am liebsten das nächstbeste Glas an die Wand schleudern, in den Sack treten, stünde er denn zufällig nebenan oder sich die Haare raufen, wer denn noch welche hat. Was geschieht da weltweit an Ungerechtigkeiten, welch Menschenelend wird in Kauf genommen, eine ständige Zerstörung durch Raubbau von Ressourcen, der Vernichtung der Natur und durch kriegerische Auseinandersetzungen?

All das ohne jedwede durchgreifende Verbesserung trotz eines umfassenden Wissens ob der Ursachen, vor allem der Täter, die meist sehr genau benannt werden können? Ein stillschweigendes Agreement, eine Duldung ohnegleichen, zumal ausgerechnet von jenen, die eigentlich die Chance haben sollten, etwas nachhaltig zum Guten zu ändern? Warum tun sie es nicht? Gekaufte, Politsklaven, einer übergeordneten Macht verpflichtet, die sie davon abhält? Eine Übervorteilung als Mittel zum Zweck, sich einfach wegducken, bloß nicht die Courage besitzen, Rückgrat zeigen und Widerstand leisten mit Gleichgesinnten, die ebenso lieber am Ende verzagen?

Woran liegt es, daß eine verschwindend kleine Minderheit sich stets nicht aufrafft, mehr Zögerliche zu überzeugen, so daß stattdessen eine meist schweigend passive Mehrheit sich lieber unterordnet, sich somit fügt, um dieser Herrschaft zu dienen? Wahrscheinlich gehört genau das zum Kern des hilflosen Menschen, sich eher anzupassen an ein Pflichtbewußtsein, der Obrigkeit zu gehorchen, dem Alpha-Wesen Folge zu leisten, bloß keine eigene Meinung gelten lassen oder diese durchsetzen, um andere Zweifler zu überzeugen.

Etwa ein Versäumnis des Menschen bereits im frühen Kindesalter, ein Erziehungsproblem, weil man im Kollektiv sich stets anpaßt, selbst wenn eine offensichtliche Gewalt angewandt, man nicht auffallen möchte? Es schaut ganz danach aus, die Kant’sche Mündigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bemühen, scheitert letztlich exakt an diesem Schritt, ihn ein- und durchzusetzen, vor allem wenn ganz offensichtlich Unrecht geschieht.

Was machen perfide Taktiker daraus, wer mal einen Blick zum neu entflammten Rechtspopulismus wirft? Sie unterstellen sogenannten „Gutmenschen“ vorbildhaftes Handeln als Weltverbesserer, die sich angeblich nur wichtigtuerisch für andere einsetzen wollen. Dabei gibt es de facto keine Gutmenschen, dieses Kunstwort verhöhnt einen selbstverständlichen Humanismus, um auf diese Weise abzulenken. Quasi ein Freifahrtschein für jene Hämischen, ihre eigenen Verfehlungen anderen anzulasten, obendrein sich in bösartiger Absicht zu suhlen. Es war schon immer einfacher, etwas zu zerstören, somit zu hassen, als etwas mühevoll aufzubauen, zu lieben.

Manchmal möchte man nicht nur den Kopf in den Sand stecken, in die Wüste gehen, aufs Meer hinaus fahren, um das Leid der Erde hinter sich zu lassen, in der Weite der Einsamkeit seine Erinnerungen ordnen, das Geschehene reflektieren, doch am Ende kehrst du zurück in die dich umgebende Wirklichkeit, versuchst ein Stückweit, mehr Mitmenschlichkeit nicht nur zu leben, sondern im Alltag sie durchzusetzen, falls man dich läßt.

Worauf wartet Ihr? Leistet stets dort Widerstand, wo unmenschliche Zustände, aber auch eine generelle Gewalt gegen jedwedes Leben vorherrschen. Habt den Mut, Euch zu engagieren, selbst wenn Vorgesetzte oder sogenannte Obrigkeiten dies verhindern. Man mag es als naiv und aussichtslos abtun, allerdings zählt jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit, diese zu erkennen, zu respektieren und vor allem friedlich leben zu lassen.

Lotar Martin Kamm

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