Wahlkampf für die AfD seitens Tagesspiegel höchst fragwürdig


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flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

Wie manche Medien Rechtspopulismus beschönigen

Verwundert mag man sich die Augen reiben, was in letzter Zeit für scheinbare Umbrüche stattfinden. Während manch pfiffiger Zeitgenosse gern mit den Argumenten auf den Lippen unterwegs, eine lang anhaltende Untätigkeit seitens der etablierten Parteien hätte zu einem Stimmungswechsel im Lande geführt, so daß die AfD ein günstiges Ventil des Protestes sei. Welch Trugschluß.

Doch den Vogel schoß jüngst Gerd Nowakowski, leitender Redakteur beim Tagesspiegel, mit seinem Artikel „Wie eine Altlinke in Kreuzberg zur AfD fand“ ab, den ebenso „Die Zeit“ meinte, ihren Lesern präsentieren zu müssen. Wer diesen liest, kommt nicht umhin, sich zu fragen: Wahlkampf für die AfD seitens des Tagesspiegels? Was geschieht da gerade im Mediengetümmel, wo manche gar den Rechtspopulismus verharmlosen oder beschönigen?

Kein klares Statement führt zur Bestätigung des rechtsradikalen Kurses

Kommt das nicht all jenen bekannt vor, die noch einen Restverstand besitzen, um sich an alte historische Zeiten zu erinnern, denken wir an die Weimarer Zeit, an die Hitler-Schergen, an ein Europa zurück, welches ein offenes Ohr für rechtradikale Tendenzen nicht nur in Deutschland selbst hatte, dabei gern die gesamte Linke verunglimpfte nebst Intellektuellen und Künstlern, soweit jene eben nicht fanatisch sich unterordneten?

Man mag sich zurückversetzt fühlen mit Blick in unsere Gegenwart. Obendrein wird mal eben nicht stichhaltig genug nachgeprüft, in wie weit eine Sibylle Schmidt tatsächlich in der linken Punkszene verwurzelt gewesen sein soll. Der Autor dieses Artikels hier bei Querdenkende kennt halt zufällig die Berliner Punk-Szene aus alten Tagen, so daß ihm Schmidt bekannt sein müßte. Fehlanzeige! Es wird sich lediglich um jene Pseudo-Punks gehandelt haben können, die schon damals meinten, mit dem Kauf zerrissener Klamotten beim KaDeWe sei man in der Szene involviert. Sorry, bullshit!

Dann schwenkt man gern in ihrer Vita gen merkwürdige taz, die schon damals bei etlichen Kritikern zurecht argwöhnisch beäugt wurde, man denen eben manche Standpunkt nicht abnahm. Mit linker Überzeugung hat dies wenig zu tun. Selbstversändlich kann Frau Schmidt nicht mithalten beim Schwenk eines Horst Mahlers, eben weil dieser tatsächlich in der linken radikalen Szene verwurzelt war. Nur dieser Weg von angeblich Links, über SPD zur AfD läßt jeden halbwegs wachen Geist stutzen: Das paßt nicht zusammen.

Wenn Identitäre meinen, ehemalige Protestaktionen nachzuäffen

Zeugt dies nicht nur von wenig Einfallsreichtum, sondern beweist obendrein, daß jene politische Strömung simpel gestrickt ist, wie völlig berechtigt auch die FAZ anmahnt. Klar doch, jetzt können all jene Elsässers und Co. aufschreien, das sind etliche Seiten und Blogs, die gern mitmischen, um im Pool des neu aufkommenden Rechtspopulismus ebenso einen Platz an der Sonne zu ergattern, in der Hoffnung, irgendwann würde das „verschlafene Volk“ aufwachen und sich erheben. Gegen was denn? Die Demokratie, die etablierten Parteien, die in den Augen jener Fanatiker keinerlei Rechte mehr haben, zusätzlich von sogenannter „Lügenpresse“ unterstützt?

Auch Sputnik springt auf den Zug eingleisiger Berichterstattung, lobt Frau Schmidt sogar als tough. Man fragt sich bloß, was daran tough sein mag, wenn eine AfD die Frau zurück haben möchte an Heim und Herd, sozialer Abbau noch härter durchgreifen soll per Zwangsarbeit, der Mindestlohn wieder verbannt wird. Das soll eine Alternative für Deutschland sein, zusammen mit all ihren Begleitströmungen, den Identitären, Pegida, dieser gesamten rechtpopulistischen Mischpoke? Armes Deutschland, wenn so etwas mal an der Macht.

Mögen all die Bürger dies verhindern, die noch einen Restverstand an politischer Willensbildung hegen, daß eine Demokratie von Vielfalt lebt, mitnichten von einem Werdegang einseitiger Ausgrenzung, wo eine multikulturelle Gesellschaft per se verurteilt wird. Das kann nicht fruchten, weil die Welt längst zusammengewachsen.

Lotar Martin Kamm

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