Muster soweit das Auge reicht


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Die Mannigfaltigkeit des Lebens zulassen

Sie begleiten uns oftmals unbemerkt ein Leben lang in den verschiedensten Ausführungen und Arten, nicht nur in ihrer Farbenpracht, sondern auch teilweise als unweigerlich festgesetzte Normregel eines Lebensweges. Die Muster.

Mit einer rasanten Regelmäßigkeit und aufgrund von unerklärlichen Beweisen über ihr Zustandekommen tauchen Kornkreise in den Medien auf. Es kursieren je nach Fundort, Machart, Beschaffenheit der Umgebung und Pflanzenart, in denen sie sich eindrücken, teils die obskursten Ansichten, Beweise, Gerüchte. Unzweifelhaft sind lediglich die Schönheiten mancher dieser Gebilde.

Muster in der Natur dienen einer gewissen Orientierung und Zugehörigkeit, hier in nur annähernder Weise auf alle Facetten der Muster und ihrer einzelnen Bedeutungen einzugehen, wäre von Anfang an ein mißglückendes Unterfangen, denn zu vielfältig bedient sich die Pflanzen- und Tierwelt dieser Ausdrucksart. Abgesehen von den Mustern, die je nach Gesteinsart, Bodenbeschaffenheit, wassergeschliffenen Felsen ihre eigene Welt der Muster besitzen, wären zudem noch die verschiedenen Wolkenformationen, Wasser in ihren unterschiedlichen Formen zu benennen.

Und bei den Menschen? Natürlich sind auch hier nicht nur äußerliche, sondern innerliche Muster zu erkennen. Allerdings kann hier sehr leicht, vor allen Dingen, wenn enge Klassifikationen angewandt werden, die Tendenz zu einer unweigerlich folgenden Trennungsgrenze erfolgen, die dafür sorgt, die „Musterung“ als Abgrenzungsmerkmal zu benützen.

Wohin dies führen kann, wurde in der Geschichte schon zu Genüge praktiziert, es geschieht meistens zu Zeiten, in denen eine gewisse Art eines Musters ein Vorzug gegeben wird, der mit verwegensten Gründen in den Köpfen der Menschen Einzug findet. Und dazu führt, die Mannigfaltigkeit des Lebens zu vernichten. All jene, die diese Ausgrenzungen anstreben, vermitteln sind unfähig, die Schönheiten der verschiedensten Merkmale zu erfassen, ihr begrenzter geistiger und schöpferischer Horizont ist nicht fähig, eine Vielfältigkeit zu dulden, geschweige denn sie mit allen Mitteln zu schützen.

Muster, übernommen aus dem Italienischen mostra, Ausstellungsstück, aus dem Lateinischen monstrare, zeigen, weisen, verinnerlicht vielleicht sehr gut den Zusammenhang zwischen einem Ding, Art, Wesen und das „Muster“, der Wunsch, der Hinweis, dieses anderen zu zeigen, darauf hinzuweisen. Wir mustern mehr oder weniger täglich in vielfacher Hinsicht bei den unterschiedlichsten Handlungen, ist das Obst verdorben, die Haltbarkeit abgelaufen, die Gesichtszüge des Kindes, wenn es im Verdacht steht, Unsinn angestellt zu haben, Begutachten die Qualität eines Produktes, kurzum Muster und Mustern sind ein Bestandteil des Lebens.

Muster finden sich ebenso in den Familienstrukturen, nicht nur die äußerlichen Merkmale, die Nase vom Vater, Augen und Mundpartie von Mutter, sondern in den Wesenszügen, jähzornig wie Onkel Hans, Scherzkeks wie Opa, dies Talent von dem und die Fehler von jenem. Muster, die eventuell über Jahrzehnte innerhalb einer Familie vorkommen, zählen hierzu wie Krankheiten, Familienzerwürfnisse, die sich wie ein roter Faden immer wieder als Merkmal herauskristallisieren.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Sicher gibt es einiges, das durch Vereinfachung das Leben erleichtert und hilfreich im täglichen Handeln ist. Aber ein Leben mit begrenzten Mustern, der Wegnahme von schöpferischer Kreativität, den unendlichen Kombinationsmöglichkeiten wird zur Folge haben, daß die geistige Beweglichkeit sich degeneriert.

Denn nur durch Vielfalt der Muster, in allen Lebensformen, ist ein lebendiges Dasein fähig, sich weiter zu entwickeln. Deshalb ist es, wo immer nötig, dafür zu demonstrieren, die Muster der gesamten Artenvielfalt zu erhalten.

Doris Mock-Kamm

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