Erdbeben in Italien: Accumoli zur Hälfte zerstört


https://www.flickr.com/photos/robertogiannotti/4542813870/sizes/z/

flickr.com/ Roberto Giannotti/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Plattengrenze führt zu den meisten Erschütterungen in Europa

Naturkatastrophen können dem Leben auf Erden nicht viel entgegenbringen, um es wirkungsvoll zu schützen, obwohl inzwischen mittels Technik es durchaus weitestgehend erdbebensichere Häuser und Bauten gibt. Andere Geschehen wie Meteoriteneinschläge, Tsunamis an Meeresstränden oder Vulkanausbrüche vermögen noch gefährlicher sein.

Diese Nacht bebte in Mittelitalien in der Provinz Rieti um 1:36 Uhr die Erde in 10 km Tiefe, laut Richterskala M 6,2. Das kleine Dorf Accumoli wurde zur Hälfte zerstört, von mehreren Toten ist derzeit die Rede.

Verheerend lange Liste Italiens Erdeben mit hohen Opferzahlen

Klar doch, werden jetzt Stimmen sich zu Wort melden, in Griechenland gebe es doch mehr Erdstöße. Zweifellos richtig, doch die meisten von ihnen finden im Meer statt, während Italiens Bevölkerung auf dem Land betroffen ist. Im Süden Italiens schiebt sich die afrikanische Platte gegen den europäischen Kontinent, die Adria selbst kann man als Sporn der afrikanischen Platte bezeichnen, so daß dort folglich häufige Erdbeben stattfinden.

In Catania auf Sizilien und in Neapal starben über 100.000 Menschen im Jahre 1693 aufgrund eines Erdbebens, noch mehr Tote erforderte das Erdbeben von Messina 1908 mit einer Stärke von M 7,5, wodurch auch ein Tsunami folgte, der größere Schäden verursachte, noch mehr Menschen das Leben kostete.

Nach dem Erdbeben von L’Aquila, unweit vom heutigen, am 06. April 2009, waren schließlich 308 Tote zu beklagen, rund 67.000 Obdachlose mußten in Hotels und Zelten an der Adriaküste untergebracht werden. Das letzte größere Erdbeben am 20. Mai 2012 ereignete sich im Norden Italiens in der Provinz Modena, die nächste größere Stadt ist Bologna. Insgesamt kamen vor allem mit den Nachbeben 24 Menschen ums Leben, etliche historische Gebäude wurden zerstört.

Über 50 Beben sind bisherig zu verzeichnen – Kosteneinsparung fordert mehr Opfer

Laut der Seite „Vulcano Discovery“ über aktuelle Erdeben sind seit dem ersten über 50 Beben bisherig zu verzeichnen. Zwei mit einem Wert von M 4,2, je einmal M 4,3, M 4,5 und M 4,6. Der 14. Erdstoß belief sich auf M 5,4 und der vierte auf M 4,8.

Offensichtlich hat sich die Erde in dieser Region keineswegs beruhigt. Die Zahl der Todesopfer wird wohl eher zunehmen. Andererseits darf man sich wundern, daß die Verantwortlichen in den Gemeinden und der Regierung selbst nicht genug getan haben, um Gebäude erdbebensicherer zu bauen, zumal gerade in ganz Italien die ständige Gefahr von Erdbeben lauert. Bedenkenlose Ignoranz oder nur einfach Bequemlichkeit, wobei man gern Kosten einspart zu Lasten von Menschenleben?

Lotar Martin Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Naturkatastrophen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s