Seelische Verfassung ins Lot rücken


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Wegweiser des Lebens vorhanden

Wer kennt das nicht, wenn Gefühle verpaßter Chancen sich urplötzlich aus heiterem Himmel melden? Dabei genau in den Momenten, mit denen man gar nicht rechnet, sie vielleicht ungelegen unsere Verfassung durcheinander wirbeln? Wenn obendrein dann noch Probleme auftauchen, die am besten erst gar nicht hätten stattfinden sollen, kann im einen oder anderen Fall eine kleine Welt zusammenbrechen.

Exakt dann wird uns äußerst markant bewußt, daß manche Momente Wegweiser des Lebens darstellen, wenn wir in der Lage sind, diese vorbehaltlosen Erinnerungen zu verstehen, sie zu analysieren. Zeigen sie doch letztlich auf, es sei da kein Entrinnen im Hier und Jetzt vorhanden. Deshalb sie uns vielleicht anmahnen mögen.

Wenn die Lebensbalance erschüttert

In Erich Kästners „Emil und die drei Zwillinge“ lautete es: „Ordnung muß sein“, sagte Onkel Karl und schmiß auch noch den letzten Teller an die Wand. Mehrdeutige Metapher unseres Daseins, wo manch einer meint, er würde sein Leben nicht in den Griff bekommen? Wörtlich genommen, vermag eine Grundordnung das Leben angenehmer gestalten, man sucht weniger, auch Unfallgefahren werden ausgeschlossen, was wiederum das A und O in sämtlichen Berufen bedeutet. Klar doch, man kommt nicht ins Stolpern, wenn nichts am Boden liegt, was dort nicht hingehört, nur um mal dieses Beispiel aufzugreifen.

Eine äußere Unordnung entspricht der inneren Verfassung, so weiß ein jeder, der mal selbst „abgerutscht“ war, sich hat fallen lassen aus unterschiedlichen Gründen der Verzweiflung, derer es viele Ursachen gibt, ob Jobverlust, Beziehungsdramen oder einen geliebten Menschen plötzlich durch dessen Tod zu verlieren. Wenn die Lebensbalance erschüttert, das direkte familiäre oder soziale Umfeld uns nicht mehr zu halten vermag, dann entwickeln sich sehr leicht diese seelischen Belastungen, die einmal mehr aufzeigen, in wie weit Mensch gefestigt oder eben nicht.

Scheinbar glücklos das eigene Seelenheil hinterfragen

Was die physische Stütze vermag, wer aufgrund einer Verletzung nicht laufen kann, eine Krücke oder ein Rollator zweckdienlich Abhilfe verschafft, gilt natürlich ebenso in extremen Momenten dramatischer Ereignisse. Dann können die alten Erinnerungen an glückliche Stunden einen Halt geben, um den Weg wieder zu erleuchten, die im wegdriftenden Dunkel aufkommenden Sorgen und Ängste beiseite zu schieben. Deshalb gilt es schon, sich derartige Erlebnisse zu bewahren, dienen sie doch als sichere Orte des eigenen Seelenheils, vermögen über die Stütze hinaus dem Leben ein Ziel vor Augen führen, eben nicht zu resignieren.

Durchaus glücklich all jene, die solch eindrucksvolle Tage erleben durften, hingegen andere Zeitgenossen, deren Leben nicht so verlief, nicht in Erinnerungen schwelgen können. Aber menschlicher Geist hat viele Möglichkeiten inne, sich schützend selbst zu helfen, man gleichwohl von Ersatz reden darf. Das kleinste Detail einer gespeicherten Beobachtung herrlich empfundener Augenblicke vermag ohne weiteres eine große Wirkung hervorrufen. Es kommt somit nicht auf die Vielfalt der materiellen Umstände an, sondern viel eher auf die Intensität der eigenen Wahrnehmung, diese als hilfreich zu erkennen.

Ein Anblick bunter Blumen auf saftiger Wiese, zusammen mit fröhlichem Vogelgezwitscher kann für den einen viel wertvoller sein wie das Wohnen im Pariser Ritz Hotel beim anderen. Bedenken wir, am Ende unseres Lebens nehmen wir nichts mit als uns selbst. Das läßt sich genauso auf den Alltag übertragen, nicht der ganze Habitus ist entscheidend, sondern vielmehr das eigene Wohlbefinden, glücklich und reinen Gewissens die Umwelt zu genießen.

Niemand vermag der Wahrheit entrinnen, am Ende holt sie jeden ein, auch wenn manche Illusion für gewiße Ablenkung sorgt.

Lotar Martin Kamm

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