Hartz IV: Sozialrassismus betont deutsche Gründlichkeit


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flickr.com/ Gerd Bilow!/ CC BY 2.0)

Ausgrenzung zum Schaden der Betroffenen – Spötter suhlen sich in Häme

Bloß nicht auffallen, immer schön anpassen im Reigen einer schweigenden Mehrheit, die irgendwie lieber stillhält, statt den Mut aufzubringen, Mißstände beim Namen nennen. Da verweilt man lieber im Heer der Spötter, die sich in Häme suhlen, zumal bereits in der Vergangenheit gar Politiker sich disqualifizierten, denken wir an die Herren Clement, Müntefering, Westerwelle, Gabriel, Lindner und viele andere.

Solch negative Vorbildfunktion dreister Hetze wurde möglich unter Gerhard Schröders rot-grünen Koalition, die Hartz IV ins Leben rief, Sozialrassismus in Reinform, der ganz besonders deutsche Gründlichkeit in entsprechend installierten Ämtern wie Jobcentern und in ihren Argen walten läßt. Hinter verschlossenen Türen sogenannter Fallmanager und Sachbearbeiter tobt eine willkürliche Erniedrigung par excellence, diejenigen Mitarbeiter der BA einmal ausgeschlossen, die sich ernsthaft bemühen, ihre Rolle nicht auszunutzen.

Aufruf zum friedlichen Widerstand erneut eine Option?

Nachdem vor 12 Jahren die „Montagsdemonstrationen gegen Sozialabbau“, die der Initiator Andreas Ehrholdt entscheidend ins Leben gerufen hatte, letztlich kläglich verkümmert ein jähes Ende fanden, Aufruf zum friedlichen Widerstand erneut eine Option? Im Vorfeld der geplanten Hartz-IV-Gesetzgebung fanden sich wenigstens in 200 deutschen Städten gut und gerne 200.000 Menschen ein, die gegen das zu verabschiedende Reformpaket am 30. August 2004 demonstrierten.

Besonders die Teilnahme rechtspopulistischer Strömungen machten diese wichtigen Demos und Proteste zusammen mit einer eiskalt-berechnenden Verunglimpfung seitens etlicher Gewerkschafter, die bekanntlich der SPD-Politik sehr nahe stehen, gänzlich zunichte, so daß die Betroffenen Hartz-IV-Bezieher eben keine Unterstützung mehr erhielten, man sich schon die Frage stellen muß: Wo war der Aufschrei der Intellektuellen im Volk?

Umso besser, daß endlich nach dem Inkrafttreten jener jüngsten Hartz-IV-Reform aus dem Hause Nahles, welches eindeutig zu Lasten der Betroffenen gar Bespitzelung und weitere Grundrechtsverletzungen bedeutet, sich Widerstand regt, wie auch gegen-hartz berichtet, ein möglicher Termin jetzt am 02. September ins Auge gefaßt wird.

Angst vorm Blöße geben beste Voraussetzung für Knechtschaften

Inzwischen hat eben jene sozialrassistische deutsche Gründlichkeit, – Rechtspopulistien, einmal an der Macht gelangt, werden diese wesentlich verstärkter einsetzen, wer mal z.B. einen gezielten Blick ins Parteiprogramm der AfD wagt -, ganze Arbeit geleistet. Nach einem regelrechten Shitstorm, auch begleitet von sogenannter „Lügenpresse“, erleben wir eine latent anhaltende Resignation nach über zehn Jahren Hartz IV.

Die Dunkelziffer von Selbstmorden dürfte ohnehin ziemlich hoch sein, von den etlichen Schicksalen ganz zu schweigen, die mittels jener grundgesetzwidrigen Sanktionspolitik nicht nur an den Rand der Existenz gedrängt werden, darüber hinaus einige Todesopfer längst zu beklagen sind. Das interessiert aber eine gesättigt, konsumorierentierte Gesellschaft kaum mehr, die sich lieber ablenken und verzettteln läßt im Reigen neuer Haßtiraden wie das Wettern gegen Flüchtlinge, Asylantenheime angezündet werden, selbst vor neuen rechtsextremen Strömungen wie z.B. den Identitären nicht zurückgeschreckt wird, Hauptsache man bediene sich neuer Feindbilder, um seine Unfähigkeit eines friedlichen Zusammenlebens zu unterstreichen, deutsches Kulturgut sei in Gefahr, angesichts eines angeblich gescheiterten Multikulturismus.

Insofern sollten sämtliche zukünftige Proteste sehr genau betrachtet werden, bevor sie erneut scheitern anhand jener ewiggestrigen Nationalisten, die stets neue Spielwiesen suchen!

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Hartz IV: Sozialrassismus betont deutsche Gründlichkeit

  1. Sabine Adameit schreibt:

    Ich erlebe gerade, wie ein guter Freund, der in diese Mühle geraten ist, langsam zerbricht.
    In diesem Bereich tummeln sich oft kleine oder auch größere Faschisten, die ihre Macht ausspielen und die Menschen lustvoll erniedrigen und entwürdigen. Frei nach dem Motto: gib dem deutschen eine Armbinde…

    Gefällt 2 Personen

  2. Es ist an der Zeit? schreibt:

    Friedlicher Widerstand?
    Ist es dafür nicht ein wenig zu spät?
    Seit Jahrzehnten werden die schwächsten ausgebeutet und gequält.
    Langsam ist es zeit für eine Zeit in der Terror, Angst, Hunger, Verzweiflung, Dunkelheit und Tod ihren Weg zurück zu den Verursachern findet.

    Kein Vergeben, kein Vergessen, keine Gnade.
    Irgend wann .. irgend wann….

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