Medienschelte: Propaganda aus dem Hause Springer


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flickr.com/ asmythie/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Putin-Bashing nimmt skurrilere Formen an

Die Welt gestaltet sich als ein unübersichtlicher Haufen chaotischer Widrigkeiten, die teilweise ganz gezielt von bestimmten Gesellen geplant und durchgeführt werden, vom Elend wirtschaftspolitischer Zwangsmaßnahmen bishin zu Krieg und Terror.

Dabei toben sich sämtliche Medien, gleichwohl die alternativen unerschrocken aus, kursieren Gerüchte, Vermutungen oder Verschwörungstheorien, die das erstaunte Volk berieseln sollen, ob diese sich bewahrheiten oder eben nicht. Hauptsache Nachrichten schwirren um den Globus. Richard Herzinger vom Springer-Blatt „Die Welt“ treibt es auf die Spitze mit dem heute erschienenen Artikel „Der Westen muss Putin jetzt endlich stoppen“. Das Putin-Bashing nimmt skurrilere Formen an, wobei man sich gezielt von der Realität entfernt.

Faktenverwässerung soweit das Auge reicht

Nach wie vor wird daran festgehalten, Russland habe sowohl den Putsch in der Ukraine selbst zu verantworten als auch die angebliche Annexion der Krim. Obwohl die NATO unübersehbar schon lange sich an den Grenzen zu Russland positioniert hat, ihre einflußreichen Drohgebärden unterstreicht, man das Gefühl nicht los wird, das Militär selbst zusammen mit der Rüstungslobby bestimmen den politischen Kurs des Westens, hat Putin bisherig sich zurückgehalten.

Herzinger führt an, Putin wolle den Westen überrumpeln, spricht gar von einer Methode, in dem er mal kurz den August 2008 zitiert, Putin ließ Georgien angreifen. Schon vergessen, daß es vor allem die USA waren, die strategisch gezielt Georgien nicht nur Waffen lieferten, sondern militärisch schulten, die feindseligen Konflikte zu den betroffenen Abchasen und Südosseten zu schüren, am 08. August die georgische Armee Grenzsiedlungen mit Mörsern beschossen hatte und erst danach Putin reagierte?

Die Herleitung einer Ablenkung Russlands zu parallel verlaufenden sportlichen Großereignissen, den Westen dadurch angeblich zu überrumpeln, kann insofern genauso gut den USA und ihren Verbündeten selbst zur Last gelegt werden.

Eine neue gefährliche Eskalationsrunde seitens der Medien eingeläutet?

Wenn schon die Springer-Presse von einem Wahn schreibt, der Westen möge endlich erwachen, weil „Putin nicht durch gutes Zureden auf den Pfad friedfertiger Vernunft und Rechtschaffenheit zurückgeführt werden könne“, dann wird der Kreml-Chef ganz besonders hellhörig dies registrieren, genauso wie all jene, die den US-Kurs kritisch beobachten, der alles andere als friedfertige Absichten hegt!

Im Schlußabschnitt unterstreicht der Autor exakt jene Vermutung, die Ukraine benötige die volle Unterstützung des Westens, in jeder Hinsicht, bis zur letzten Konsequenz. Die umstrittene Behauptung, es hätte keine Terrorabsichten auf der Krim gegeben, halten einer gegenteiligen Widerlegeung zunächst nicht stand.

Dennoch wird Putins eindringliche Anmahnung ungehört verhallen, der Westen müsse Druck auf Kiew ausüben, wenn dieser denn eine echte friedliche Regelung wolle. Das wäre keineswegs im Sinn der US-Amerikaner, zumal sie global betrachtet ohnehin ihren Expansionskurs sich nicht nehmen lassen. Das weiß auch Putin, der trotz westlicher Sanktionspolitik sich dadurch nicht beeindrucken läßt.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Medienschelte: Propaganda aus dem Hause Springer

  1. DB schreibt:

    Verehrter Herr Kamm,
    man kann Ihnen nur Respekt zollen, so schnell auf diesen ungeheuerlichen Artikel dieses Herrn Herzinger reagiert zu haben. Eine solche Kriegsrethorik an den Tag zu legen, erinnert an Zeiten von vor über 70 Jahren. Sollten wir tatsächlich schon wieder so weit sein????

    Gefällt 2 Personen

    • Wlf Wiedemann schreibt:

      …dem kann ich nur zustimmen ! Und ja – diese Rhetorik macht jener der goebbelschen Kriegspropaganda alle Ehre… Nicht die Kritiker an der aktuellen deutschen Politik driften nach rechts ab, wie immer wieder auch durch die Medien behauptet, sondern es sind die deutschen Medien selbst und ihre Auftraggeber !

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