Weltsozialforum 2016: „Wir brauchen eine andere Welt“


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Erstmalig mit Montréal im reichen Norden

Ein fragwürdiges Indiz oder gezielte Absicht, die dahintersteckt, daß ausgerechnet bei der 13. Veranstaltung des Weltsozialforums das kanadische Montréal ausgesucht wurde, in dessen zweitgrößter Metropole vier Jahre zuvor der „Frühling des Ahorn“ für Aufsehen sorgte?

Wer weiß das schon so genau. Faktisch zählt die Aktion, die erstmalig im brasilianischen Porto Alegre zwischem dem 25. und 31. Januar 2001 ihren Anfang hatte, die erste Gegenveranstaltung zu den als dekadent empfundenen Gipfeln wie dem Davoser Weltwirtschaftsforum, dem der WTO und anderen Weltwirtschaftsgipfeln sollte in Folge ein Zeichen des Unmuts setzen, eine klare Kritik gegen die Auswüchse der Globalisierung.

Eröffnung per Demonstrationszug gegen soziale Einschnitte

Der ließe sich unbedingt auch hierzulande organisieren, zumal mit der jüngsten Hartz-IV-Reform sich Deutschland als Paradebeispiel gelungener neoliberaler Politik präsentiert. In Montréal hingegen wandelte der Demonstrationszug ebenso mit der Forderung für bessere Chancen von Jugendlichen in aller Welt auf den Spuren des damaligen „Frühling des Ahorn“, der immerhin wochenlang sich hinzog, bis die Regierung endlich zu Gesprächen sich herabließ.

Insofern darf man die Auswahl des Austragungsortes Montréal unter diesem Gesichtspunkt durchaus als nicht abwegig werten, obwohl gleichzeitig 200 Teilnehmern von kanadischen Behörden kein Einreisevisum erteilt worden war, weil diese offensichtlich nicht über genügend Geld für die Rückreise verfügten. Natürlich nutzen globalisierungskritische Prominente wie Naomi Klein, Edgar Morin, Ricardo Petrella die Gelegenheit, dort vor Ort sich zu äußern.

Vernetzung und Begegnungen auf Augenhöhe bewirken langfristig vieles

Trotz mancher Kritik sollte man sich aufs Wesentliche konzentrieren. Kommunikation und der damit verbundene Austausch steht zweifelsfrei im Mittelpunkt der Bemühungen, unsere ohnehin in weiten Teilen zerstörte Welt aufgrund des Raubtierkapitalismus kann nicht ewiglich diesen Fortgang tatenlos hinnehmen. Menschen haben es selbst in der Hand, ein Zeichen des Widerstandes zu setzen, auch wenn die Umsetzung vielfach schwierig sich gestaltet.

Im Grunde bedeuten solche Treffen eine Herausforderung, die Politik in ihren jeweiligen Ländern zu hinterfragen, parallel andere Mitmenschen zu überzeugen, in wie weit sie selbst aktiv sich einbringen können, eben nicht tatenlos jeden Mißstand zu dulden. Das diesjährige Motto trifft insofern tatsächlich den Kern: Wir brauchen eine andere Welt. Die derzeitige kann uns allen keine Zukunft bieten, wenn sie wie bisherig sich weiterhin der perfiden Ausbeutung aussetzt.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Weltsozialforum 2016: „Wir brauchen eine andere Welt“

  1. Pingback: https://querdenkende.com/2016/08/10/weltsozialforum-2016-wir-brauchen-eine-andere-welt/ | behindertvertriebentessarzblog

  2. kat+susann schreibt:

    Das ist mit ein Problem des Weltsozialforums, wenn die Veranstaltung in „reichen“ Ländern stattfindet. Engagierte aus den Schwellenländern haben Schwierigkeiten, daran teilzunehmen. Grüße Kat.

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