Von hier bis zu Dir – Gedichte und Bilder von Cordula Langer


© Cordula Langer

© Cordula Langer

Wenn in Zeilen nicht nur Kritik weht

Lyrik und Poesie verwandelt uns in die Tiefen des Seins, wer sich wirklich darauf einläßt, eben nicht nur oberflächlich über die Schönheiten zu erzählen, die sicherlich unbedingt ihre Berechtigung haben, ohne sie wäre das Leben wohl kaum auszuhalten.

Der kleine Gedichtband von Cordula Langer, „Von hier bis zu Dir“, erschienen im Verlag Books on Demand (BoD) zeigt sich äußerlich schlicht in Weiß, ein wenig kleiner als dem DIN A4 entsprechend. Doch auf der Rückseite kommt die Autorin ohne Umschweife zur Sache mit ihrer Bemerkung, in ihr Buch zu schauen, wir alle seien einmalig, dabei die besonderen Fähigkeiten eines jeden von uns hervorhebend.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis läßt erahnen, was der Leser erwarten darf: vom Maulwurf über etliche Bullshit-Kapitel, War Crime, Soldier bis hin zum Weltaum und einem Nachruf, um nur einiges zu benennen. Dazwischen beim Blättern der Betrachter die unverkennbaren, eigenen Bilder-Graphiken mit jeweiligen Titel versehen, für sich sprechen, neugierig den Leser in den Bann ziehen wollen.

Ein sehr kritischer Germanist formulierte mal: Schau dir den ersten und letzten Satz eines Buches an, dann triffst du meistens die Essenz. Im ersten Gedicht, der Titel „Maulwurf“, steht zu Beginn: „Dein Revier liegt in Frankfurt am Main und nicht in Köln am Rhein.“ Wer weiterliest, mag zusammenzucken über die unverkennbare Direktheit, die Cordula Langer schnörkellos dem Leser präsentiert, über das Leben eines Maulwurfs im Sumpf der Kriminellen.

Anschließend erscheint die Gedichtreihe „Bullshit“ von I bis VI. Ohnmacht der Polizei, sich selbst überlassen in einem System der Widrigkeiten, wo letztlich keine Gesetze real herrschen, außer das des Stärkeren? Sie fährt ausgleichend fort im Gedicht „Das Unverzichtbare“, ein wichtiger Hinweis, wohin Geld uns allesamt führt, die Vorbereitung zur Anklage im Gedicht „Frohes Fest“, das Volk direkt drauf gestoßen wird, was nur übrig bleibt, nämlich Politiker von dannen zu jagen per Volksaufstand.

Es folgen Gedichte in englischer Sprache, die sich leicht lesen, wer sie einigermaßen beherrscht. „War crime“ entpuppt sich als der Krieg gegen unser aller Leben mittels Vergiftung, die überall stattfindet. „Soldier“ erinnert sehr an den Klageruf eines Wolfgang Borchert, die Grafik dazu: der mahnende Kosmos.

„Wolkentext“ mag ein persönlich tiefgreifendes Erlebnis zu jemanden erahnen, dessen Einmaligkeit eine innige Verbundenheit zuläßt, eine Liebe, die aber sich nicht gänzlich ausleben durfte.

Zum Schlußsatz am Ende des Buches, der da lautet: „Dies kann Dich nicht nicht belasten: Du hast diese Welt verlassen.“ Dies im „Nachruf“, weil wohl jemand verstorben ist. Zugleich dortigst der Dialog in ein mögliches Jenseits, eine Verbindung fern irdischer Gesetze.

Wer mehr wissen möchte über die einzelnen Gedichte, die sich nicht nur durch Tiefgang auszeichnen, sondern gleichzeitig uns ermahnen wollen, dem sei ihr Buch unbedingt empfohlen.

Lotar Martin Kamm

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