Gesellschaft zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und Entspannung


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Kühlen Kopf behalten trotz etlicher Probleme?

Mit zielsicherer Geschwindigkeit pocht ein Specht sich seine Larven aus kränkelndem Holz, Krähen werden von einigen Schwalben davongejagt, während in jener malerisch schönen und duftenden Berglandschaft eine leichte Brise Wind kleiner Wellenbewegungen die majestätische Ruhe des Sees unterbrechen. Wer aber vermutet, es bliebe bei jenem gelassenen, ungestörten Naturidyll, der hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Aufkreischend röhrendes Motorgeheul durchdringt plötzlich das weitläufige Tal, aufgeregte Stimmen breiten sich aus, die das ein oder andere Echo verursachen, vorbei ist es mit der schönen Ruhe. Das alles nur, weil hier in Kürze ein Filmdreh stattfinden soll, irgendwelche Werbefuzzis sich genau diesen Ort ausgesucht haben. Dabei rückt lautes Getöse, hektisches Treiben in den Vordergrund, gibt es keinen Platz mehr für Besonnenheit.

Lautes Getöse beeindruckt nicht wirklich

Weil Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Der Mensch“ diesen unter anderem darauf reduziert, daß dieser Krach macht und nicht zuhört, möchte jeder von uns, der genau ein solches Verhalten im Alltag des öfteren erfahren darf, ihm lächelnd, beinahe bedauerlich zustimmen. Aber leider bestätigen sich solch einfache Verhaltensmuster in sehr vielen Lebensumständen, ob bereits in der Kindheit, in der Schulzeit, zuhause, beim Arbeitsplatz und somit überall. Wer sehr genau beobachtet, wird feststellen, daß lautes Getöse, also viel Lärm um nichts die Umgebung meist beeindruckt, Hauptsache man hat Spuren hinterlassen.

Daher auf die Inhalte kein großer Wert gelegt wird, Glamour weiterhin Hochkonjunktur hat. Eine Welt der Ablenkung und des grenzenlosen Konsums sorgt schon für das Vertuschen der eigentlich notwendigen Fragen, die somit ungehört auf der Strecke bleiben. Der vermeintliche Sieger hochtrabend gewürdigt, hingegen dem Verlierer keine Beachtung mehr geschenkt wird

Im Reigen weltumspannender, medienwirksamer Aufmerksamkeit vermarktet es sich schrecklich leichtfüßig, werden all jene geblendet, die sorg- und bedenkenlos viel lieber einer Spaßgesellschaft frönen, anstatt die Folgen nur halbwegs abschätzen zu wollen, die stets weitere Ausbeutung, Kriege und Zerstörung bedeuten als ein friedlicheres Zusammenleben.

Innehalten im Strudel bewußt gestreuter Informationen

Demjenigen, der bescheiden geblieben, winkt tatsächlich die langfristige Aufmerksamkeit, weil nach ewig lärmenden Getöse sich herausstellen wird, wie kurzsichtig und unbedacht Masse Mensch den „Blendern“ sich hat hingegeben, anstatt zu lauschen, was eigentlich stets vorhanden. Nur sollte man die Gesten und klaren Hinweise bemerken, selbst wenn leise Töne ohne großartiges Tamtam sich äußern. Rückbesinnung mag ein hilfreiches Mittel sein, innehalten im Strudel der bewußt gestreuten Informationen, um mit gesundem Abstand die eigentliche Schieflage zu erkennen.

Es gilt jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren, selbst wenn unsere Zeit drängt angesichts der düsteren Zukunftsaussichten. Nichts wäre fataler, als kurzsichtige, unüberlegte Entscheidungen zu treffen, die exakt all jenen Begründungen liefern, ihre bösartigen Kurse erneut fortzusetzen, die schon ohnehin viel zu viel sich global austoben durften. Ihre Zeit ist abgelaufen, und das wissen sie nur zu genau, daher das Bündeln der straffen Kräfte, um Positives, Aufwachendes mal wieder zu unterjochen.

Nimm die Zeit gelassener hin, ohne Streß, Hektik und zu hohe Ansprüche an dich und andere, und du wirst mit deiner Ausstrahlung ein Zeichen setzen, daß nicht nur in der Ruhe die Kraft liegt, sondern besonders eine Zuversicht, welche anderen Mut machen kann.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Gesellschaft zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und Entspannung

  1. Auberge Keur Diame schreibt:

    Ja, diese Worte geben auch mir Mut. Weil…. Manchmal bin schier am Verzweifeln ob all der Zerstörungswut und Geldgier, die global herrscht. Es stimmt, wir müssen Vertrauen, Zuversicht haben in diejenigen, die sich noch nicht vollkommen zu-konsumieren ließen. Und ja, es gibt sie noch, die Menschen, die denken und sich eigene Gedanken machen. Es werden auch immer mehr!
    Aber ich finde, dass wir trotzdem ein wenig laut sein müssen. Mit Worten, die nieder geschrieben werden. Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, ist eben auch „laut werden“. Dazu gratuliere ich Dir und freue mich schon auf Deinen nächsten Text. Vielen Dank!
    Herzliche Grüsse aus dem Süden
    Mme Ruth

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