Donnergrollen ohne Untergang


https://pixabay.com/de/blitz-gewitter-sturm-donner-nacht-378069/

pixabay.com

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Kerzen sind angezündet, wegen dem Kerzenschein
wünscht man, die Welt soll friedlicher sein.
Durch das Flackern der Lichter
drängen die Eltern dichter
um den runden Tisch herum,
diskutieren, bisweilen sind sie stumm.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Über Ängste, Furcht, Zukunft wird gesprochen,
vom Lärm wach kommen die Kinder angekrochen.
Die dunkle Stimmung, das Donnern draußen,
sie zittern, weinen, Zuspruch sie nun brauchen.
Märchen erzählen, das soll beruhigen,
doch die Kinder sind nicht zu überzeugen.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Sie waren schon länger wach, stellen Fragen,
anfangs zaghaft, dann dringlicher, bis die Eltern wagen,
ihre Gespräche, Gedanken fortzuführen,
die Kinder lauschen, reden mit, spüren
die Sorgen, die Nöte, das Klagen,
neue Wege möchten sie mit tragen.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Die Eltern wirken anfangs irritiert, dann erstaunt,
dies Wissen haben sie den Kindern nicht zugetraut.
Je lauter es draußen blitzt und donnert,
die Kinder ereifern sich, schieben Wege, die vermodert,
einfach beiseite, formen Plätze mit Gedankenräumen,
die kein Elternteil mehr wagte zu träumen.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Die Stimmen werden lauter, die Herzen sind erhitzt,
das Gewitter nicht nur draußen, hier drinnen blitzt
es von Verständnis, Änderung, Tatendrang,
es wirkt, als ob ein festgezurrter Strang,
der die Familie in Normen hielt,
und Liebe, Zuneigung führe Worte, gezielt.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Viele Fragen, Antworten sind gefallen,
die Eltern ehrlich und unbefangen
haben verheimlichte Sorgen offenbart,
die Arbeit verloren, der Urlaub wird eingespart.
Die Kinder wirken dankbar, sie werden ernst genommen,
durch das Gewitter war das überfällige Gespräch willkommen.

Es blitzt, donnert, schallt, klepft,
die Welt geht unter jetzt.
Die Kerzenlichter flackern immer noch, der Wellengang
in der Familie abgeebbt wie ein ersehnter Sonnenaufgang.
Die Zeiten, in denen die Kinder lieber Märchen hörten,
sind vorbei, sie begreifen, erkennen der Eltern Nöten.
Das Gewitter war befreiend trotz des beängstigenden Tobens,
die Eltern sind voll der Zuversicht und des Lobens.

Nafia

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Donnergrollen ohne Untergang

  1. Auberge Keur Diame schreibt:

    Einfach nur wunderschön! Vielen Dank für diese wahren Worte!
    Mme Ruth

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Mittwoch, den 03. August 2016 | Kulturnews

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s