Gewalt und Hass bestimmen die Medien


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flickr.com/ linksfraktion/ (CC BY-NC 2.0)

Hetzer der rechten Szene frohlocken allenthalben

Auf ein Wort an all diejenigen gerichtet, die meinen, sie könnten am Leid anderer auch nur ansatzweise sich laben, für ihre menschenverachtenden Zwecke nicht nur Kapital schlagen, sondern obendrein Unsichere quasi rekrutieren. Wir schauen hin.

Und nein, keine Antifa oder angeblich „Links-grün-versiffte 68er“, sondern Menschen jenseits irgendwelcher politischer Strömung, weder aus den Reihen der „verkappten“ Reps, der getarnten Identitären oder allen Parteien wie AfD, NPD und Co., vielmehr mitten im Leben stehend, beobachtend, was da so geschieht neben berechtigter Kritik zur US-Politik, der Waffengeschäfte der Bundesregierung, die ebenso die Grünen selbst mittragen.

Verwundernd und erstaunt über das vielseitige Schweigen in der Mitte der Gesellschaft, die weiterhin genau jene Parteien wählen, die mit verantwortlich an weltweiter Ausbeutung, dessen Folgen der Armut, dem Überreichtum, dem Terror, ob gezielt inszeniert oder aus blanker Not und Wut, über den „Krieg gegen den Terror“, an der unerschrocken sich ausbreitenden Gewalt, der Zunahme des Hassens in vielseitigen Ebenen, überall dort, wo Menschen zusammenfinden.

Das simpelste Mittel wirkt wohl weiterhin: Angst verbreiten, Haß schüren, sich billiger Parolen bedienen. Das geschah vor der dunklen Nazi-Zeit hierzulande, währendessen sowieso und soll erneut fruchten. Wer immer noch drauf hereinfällt, hat das Nachsehen. Noch greifen die demokratischen Instrumente in diesem Land, in Europa, obwohl die Kritik an dieser EU zurecht wächst. Kein Grund Nationaldümpelei besonders hervorzuheben, daß dies nicht fruchten wird, sollte die Geschichte uns gelehrt haben!

Die neue Rechte argumentiert gern, dabei meist naserümpfend, es gäbe keine „Rechte“, die US-Politik will per EU-Krake die Europäer gefügig machend vereinahmen, sich ihrer Nationalitäten beraubt hilflos dem Hegemon anzuschließen, der dann die Welt beherrscht. Freie Menschen, egal welcher Nationalität, können durchaus sich wehren, wenn sie eben eine EU ablehnen genauso wie die Vereinnahmung seitens den USA, dazu bedarf es keiner ausdrücklichen nationalen Instrumentalisierung. Im Gegenteil, Multikulturalismus ist viel eher ein Garant für ein friedliches Zusammenleben, wenn eine solche Gesellschaft sich untereinander toleriert, ohne andere bekehren zu wollen.

Einfache Strategie derer, die allenthalben frohlocken: Hervorhebung sogenannter Lügenpresse. Welch simple Taktik, die aber einen Haken hat. Nicht alle Medien lügen automatisch, das wäre derart kontraproduktiv, daß tatsächlich berechtigte Zweifel aufkämen. Doch wer entscheidet, was der Wahrheit entspricht, was ein Fake, eine Ente bis hin zur dreisten Lüge? Der gesunde Menschenverstand, der allerdings immer mehr gezielt verunsichert werden soll, teilweise gar erfolgreich, wenn man einen Blick in die Kommentare der Medien wagt, zur Social Media wie z.B. Facebook und Co.

Was lernen wir daraus? Wachsam bleiben, sich nicht einlullen lassen im Rausche simpler Rezepte jener „neuen Rechten“, die auch nur eines im Sinn haben: Zwietracht säen, damit deren krudes Weltbild sich ausbreiten solle. Wollen wir das, all wir freien kreativen Querdenker, bei denen Toleranz, Nächstenliebe und vor allem keinerlei Rassismus Platz in unserem Leben hat? Dann liegt es an uns selbst, weiterhin zu differenzieren, jenen Hetzern keinen Raum zu geben, ihr bösartiges Gedankengut auszubreiten. Jede Gegendemo zur Fremdenfeindlichkeit bedeutet ein deutliches Signal, eben den alten Nationalismus nicht mehr zuzulassen.

Manchmal bedarf es weitreichende Reisen, um zu erkennen, inwiefern Fanatismus erheblichen Schaden anrichtet. Das Tragische daran: Fanatische Menschen sind dermaßen verblendet, daß sie voller Überzeugung Humanismus einfordern, in dem sie einer Gewaltzunahme freien Lauf lassen.

Lotar Martin Kamm

Dieser Artikel sei unbedingt Sylvia Klings Projekt „Gegen das Vergessen“ gewidmet.

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4 Antworten zu Gewalt und Hass bestimmen die Medien

  1. Sylvia Kling schreibt:

    Ein sehr klarer Artikel, dem ich vollumfassend zustimme! Ich habe ihn schon im Portfolio gesetzt – hier zu sehen:

    https://sckling.wordpress.com/portfolio/gegen-das-vergessen/

    DANKE!

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  2. Pingback: Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“ | Querdenkende

  3. Uwe schreibt:

    Hört sich vernünftig an, ist es aber nicht. Das Pathos der „freien kreativen Querdenker, bei denen Toleranz, Nächstenliebe und vor allem keinerlei Rassismus Platz in unserem Leben hat“ ist das Uralte der Aufklärung, dessen Substanz letztlich einzig die Freiheit und Gleicheit des Geldes, der Kapitalismus ist, das Hauen und Stechen der Beliebigkeiten. Gegen dieses richtet sich der Hass der Rechten durchaus zurecht, wie auch umgekehrt der Hass gegen den „Fanatismus“ nicht grundlos ist; das eine ist nur das Spiegelbild des anderen, beides hält sich gegenseitig am (sehr vitalen) Leben. Das zu begreifen wäre Querdenkerei, aber nicht das Nachbeten der alten Phrasen von Freiheit und Gleichheit, dem Credo der Eliten, des kapitalistischen Universalismus, gegen den die naturverhafteten Underdogs sich empören. Aber genau das geschieht nicht, stattdessen wird nur der Gegensatz gepredigt, gerade auch in diesem Artikel, auch wenn er sich verbal und der Form nach zurückhält, aber auch er ist nur sehr vornehme und gediegene – Hetzerei.

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    • hraban57 schreibt:

      Substanz der Freiheit, Gleichheit des Geldes etc.? Sicher doch, man kann kreativen Querdenkern alles hineininterpretieren. Das freie Wort mag dies zulassen, entspricht aber dennoch nicht dem berechtigten Ansinnen dieses Artikels. Der Haß der Rechten mag dorthin gelangen, wo er hingehört: in die Vergangenheit, weil zuviel Leid durch ihn geschehen. Wird folglich nichts mit der Herleitung eines „Spiegelbildes“, einer Vermutung, die ohnehin hinkt, weil nicht im geringsten „der Gegensatz gepredigt“ wird. Keineswegs, es geht stets um die exakte Benennung der vorhandenen Hetze. Daß man simpelst diese Anmahnung selbst als Hetzerei bezeichnet, entbehrt jedweder Logik, da helfen och nicht die hergeleiteten Behauptungen.

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