Chaos und Zerstörung soweit das Auge reicht


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Chancen auf Rückbesinnung vorhanden

Leidlich kam die kleine Gruppe dennoch recht gut voran, zumal ein paar Ortskundige unter ihnen sich befanden, die unnötiges Aufsehen vermieden, in dem sie gewisse Schleichwege einschlugen. In Zeiten feindseliger Verhältnisse, die schon eine ganze Weile andauerten, sollten solche Menschen vorteilhaft ihnen zu Diensten sein.

Schließlich herrschte viel Unsicherheit, Gewalt und Mißtrauen scheuchten die meisten Bürger auf, die nahezu orientierungslos durch die Lande zogen, zumal jedwede gewohnten elektronischen Kommunikationsmittel plötzlich sich als nutzlos erwiesen, da eine einzige E-Bombe dazu ausgereicht hatte. Besonders die junge Generation war völlig hilflos, weil sie keine Erzählungen ihrer Vorfahren kannte, sie nicht auf altes Wissen einfach zurückgreifen konnte.

Sollte des Menschheits Traum von einer friedlichen Welt zerplatzt sein aufgrund niederträchtiger Instinkte, die tatsächlich Wege ihres bösen Daseins stets fanden, um die Knute eines haßerfüllten Ideals alle spüren zu lassen? Wie willenlose Werkzeuge hatte ein Großteil der Bürger sämtliche gezielten Entwicklungen mitgetragen, ahnungslos den Vorgaben einer durchdachten Wirtschaftspolitik Folge geleistet, zumal für raffinierte Unterhaltung gesorgt wurde, schließlich durfte keine Zeit vorhanden sein, daß kritische Gedanken nur ansatzweise entstanden.

Doch wie immer in der langen Menschheitsgeschichte gab es trotzdem ein paar wenige wache Geister, die das perfide Manipulationsgehabe durchschauten, eben nicht der Propaganda und dem zerstörerischen Herrschaftsstreben auf den Leim gingen, vielmehr sich im Stillen organisierten, um Widerstand zu leisten. Selbstverständlich mit einer entsprechend durchdachten Vorgehensweise, um nicht entdeckt zu werden, was ihnen dank ihrer geduldig geplanten Aktionen ziemlich gut gelang. Und nun war auch diese Gruppe unterwegs, um einen Ort aufzusuchen, der Überleben, Sicherheit bedeutete.

Rauchende, zerstörte Landschaften, zerfallene Bauruinen, die dem Bombenhagel nicht standhalten konnten, dazwischen zerfetzte Menschen und Tiere, üble Gerüche umwehten die gespenstisch stille Szenerie, während die kleine Gruppe wortlos vorbeitaumelte. Ein rothaariges Mädchen schrie kurz auf, weil eine Hunderotte mit gefletschten Zähnen in eindeutiger Absicht alle angriff. Nach kurzem Aufheulen lagen die Hunde niedergeknüppelt am Boden, einer konnte jedoch winselnd davonlaufend entkommen und verschwand in einem zerfallenen Bürogebäude.

„You’re out on the streets looking good, and baby deep down in your heart I guess you know that it ain’t right, never, never, never, never, never, never hear me when I cry at night, Babe, I cry all the time!”, sang eine Mittdreißigerin vom altbekannten Song “Peace of My Heart” und manche Stimmen gesellten sich dazu. Ansonsten waren sie versunken in Gedanken und Erinnerungen an bessere Zeiten, die vielleicht wieder entstehen durften, wenn Mensch nur den Mut besitzen würde, sie zuzulassen.

Ein naßkalter Regenschauer überraschte die wankenden Wesen, die schnell Schutz unter einer verlorenen Baumgruppe suchten. Tiefschwarze Wolkenpakete verdunkelten die Umgebung, größere Wasserpfützen lösten sich auf in einen reißenden Sturzbach, der alles mitriß, was ihm nicht standhielt. Ein verlorener Teddybär zog an ihnen vorrüber, umspült im lauten Naß, während eine Krähe krächzend das Weite suchte, im Dunkel der Wolken verschwand. Das rothaarige Mädchen kniete sich nieder und hielt die Hände vors verweinte Gesicht, zitternd suchte es Schutz am Stamm einer Esche. Der Laubbaum gab ihr ein wenig Wärme und Trost, eine alte Katze gesellte sich dazu, die durchnäßt auf ihrem Schoß sich zusammenrollte.

Keineswegs sollte des Menschheits Hoffnung von dannen ziehen, solange noch eine Chance der Rückbesinnung vorhanden. Erinnern mag sie sich an ihren ureigenen Wurzeln längst vergangener Tage, als noch kein Neid, kein Habitus die reinen Gedanken vergiftete, der Nächste liebevoll umsorgt und geachtet wurde, Botschaften der Liebe die Tage versüßten.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Chaos und Zerstörung soweit das Auge reicht

  1. Sabine Adameit schreibt:

    Sehr atmosphärisch beschrieben. Leider ist der Neid so alt, wie die Menschheit.

    Gefällt 1 Person

  2. Auberge Keur Diame schreibt:

    WOW! Einfach nur wow! Diese Dichte der Erzählung, die Stimmung und trotzdem Hoffnung! Sehr schöner Artikel!
    Ich hoffe, dass wir es schaffen, bevor alles zerstört ist…..
    Danke für Deine Worte und herzliche Grüsse
    Mme Ruth

    Gefällt 1 Person

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