Der Blick aus dem Fenster


https://pixabay.com/de/zwerge-wiese-garten-niedlich-880205/

pixabay.com

Seit einigen Tagen steht er nun,
angelehnt an des Nachbars Haus,
schaut unverhohlen mein Tun,
so langsam wird’s ein Graus.

Ab gestern Mittag blickt ein Zweiter
in grüner Hose, gelber Jacke,
hinter den Rosen hervor, lächelt heiter,
obwohl eine Hand an der Backe.

Inzwischen hab ich Riegel montiert
an sämtlichen Vorder- Hintertüren.
Morgen werden die Fenster vergittert,
Angstgefühle die Kehle verschnüren.

Der Nachbar macht sich über mich lustig,
die seien eher niedlich und harmlos.
Die ganze Nacht über schallt Musik,
er feiert wohl mit ihnen, ist ja famos.

Im Morgengrauen ruf ich die Polizisten,
in Nachbars Garten war ein Treiben,
mit Schubkarre, Spaten und Kisten,
mit Mützen, Schürzen, zum Verzweifeln,

stehen sie grinsend verteilt im Garten,
kein Nachbar, von ihm keine Spur,
als scheinen sie, auf etwas zu warten,
die Polizisten schreiben ein Protokoll, stur

verweigern sie aber des Garten Räumung,
empfehlen, dann mahnen sie zur Therapie,
rufen schließlich per Handy Verstärkung:
„Hier ist eine Patientin mit Gartenzwerg-Phobie.“

Nafia

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gedichte abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Der Blick aus dem Fenster

  1. netti87 schreibt:

    Sehr cool! 😅

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Samstag, den 23. Juli 2016 | Kulturnews

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s