Vogelschutz endet für Rabenvögel in Österreichs Kärnten


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flickr.com/ Jäger & Sammler/ (CC BY-ND 2.0)

Kehrtwende vom ganzjährigen Schutz zur ganzjährigen Bejagung

Verhaltensweisen in anderen brisanten Bereichen dürfen durchaus als nicht zufällig gewertet werden im Hinblick zur Wiederholung von Österreichs Bundespräsidentenwahl. Aber dies nur am Rande, zumal ein gänzlich anderes Thema. Mensch schafft es immer wieder, seine Ignoranz der Natur gegenüber unter Beweis zu stellen, denken wir ans Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt, die zum allergrößten Teil er selbst verursacht.

Mit dem jüngsten Beschluß endet für Rabenvögel der Vogelschutz in Österreichs Kärnten, sind 20.000 jetzt ab Samstag frei zum Abschuß, eine Kehrtwende vom ganzjährigen Schutz zur ganzjährigen Bejagung. Man müsse deren angerichteten Schaden, den die Rabenvögel angeblich verursachen, mit dieser Maßnahme laut Jägerschaft regulieren.

Ignoranz wider besseres Wissen

Dabei gibt es genügend Erfahrungsberichte über die Folgen einer Bejagung von Rabenvögeln, die alles andere als der Mär und dem Aberglauben entsprechen, denken wir an Singvögel verspeisende Elstern oder sprechende Krähen und Raben auf den Schultern von Hexen.

In Wirklichkeit reguliert die Natur sich selbst von ganz allein, würde nicht Mensch meinen, er müsse bestimmen, wer Freund und Feind. Ein ganz besonderes Schilda-Beispiel initiierte Mao Zedong 1958 mit der „Ausrottung der vier Plagen“, Fliegen, Mücken, Ratten und Vögel, dabei explizit Sperlingen sollten endlich vernichtet werden. Die Bevölkerung begab sich nach draußen, um sehr lärmend mit Töpfen, Gongs und anderem Gerät die Spatzen buchstäblich zu vertreiben. Entsprechend erfolgreich fielen gleich am ersten Tag Millionen zum Opfer, die erschöpft tot vom Himmel fielen. Der Erfolg blieb aus, nachdem Milliarden Vögel starben, weil daraufhin eine Insektenplage folgte, die Nahrung vieler Vögel, eine anschließende Hungersnot die Menschen heimsuchte.

Anstatt daraus zu lernen, sucht Mensch sich stets neue Varianten, bestimmte Tierarten als feindlich zu betrachten, entweder um andere Tiere angeblich zu schützen, eine gefährdete Landwirtschaft oder gar Wilderei sich Wege sucht. So wie vor zwei Jahren in einem anderen Teil Österreichs, nämlich im Burgenland, wo schießwütige Jäger meinten, sie müßten Greifvögel erschießen, leider war auch ein Fischadler dabei, der ohnehin in Österreich kaum noch anzutreffen ist.

Forschungsergebnisse verneinen jedwede Vogeljagd

Wer Rabenvögeln nachstellt, sie bejagt, der macht sich mitverantwortlich an der Zunahme anderer Tierarten, die es doch zu schützen gilt, so wie Niederwild oder Singvögel. Hinzu kommt, daß die äußerst klugen Tiere sich zu „Nichtbrütern“ bei Verfolgung zusammenschließen, sich in Ballungsgebieten und somit Städten zurückziehen, um dort geschützter zu leben.

Anstatt daraus zu lernen, was lange Beobachtungen ergeben und Forschungsergebnisse liefern, sollte die Bejagung einfach aufhören, natürliche Regulationsmechanismen können sich dann wieder entfalten, die schon vorher die Natur in Balance hielten.

In diesem Kontext sei ebenso an den generellen Schutz von Greifvögeln auch hier in Deutschland erinnert, den Gewissenlose per illegalem Mord mittels Vergiftung, Fang und Abschuß ignorieren. Dieser Gänsegeier hatte noch mal Glück gehabt, weil er noch rechtzeitig gefunden und gesund gepflegt werden konnte.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Vogelschutz endet für Rabenvögel in Österreichs Kärnten

  1. cource schreibt:

    bedingt durch die eutrophierung der landschaft haben wir nur noch die anpassungsfähigen arten die sich durchsetzen und das Landschaftsbild prägen wie: Kolkrabe, Nebelkrähe, Elster, Eichelhäher, Star, Amsel, Buchfink, Bunspecht, Kohlmeise und alle anderen Vogelarten gehen dafür beständig zurück. Erst wenn die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft rigeros umgestellt wird und der verarmnung der Landschaft einhalt geboten wird, kann sich die ursprüngliche Vogelwelt wieder einstellen und dann reduziert sich auch den Anteil der Rabenvögel, Elstern und Eichelhäher von ganz allein, aber bis dahin macht es durchaus sinn den überhand genommenen Bestand an Kolkraben, Nebelkrähen und Elstern , die insbesondere dem Niederwild erheblich zusetzen, zu reduzieren.

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    • hraban57 schreibt:

      Genau solchen Argumenten gilt dieser Artikel, die nämlich mitnichten zutreffen! Ich empfehle mal die Lektüre dieses Beitrages des Naturschutzbundes, der nämlich exakt Ihre Behauptung widerlegt. Das Niederwild ist keineswegs betroffen. Man könnte sogar davon ausgehen, daß eine schießwütige Jägerschaft sich nur neue „Spielwiesen“ ihrer Daseinsberechtigung sucht.

      Dort wo Elstern und andere Rabenvögel zahlreich vorhanden, bemüht sich eine Singvogelschar mehr, um die eigene Population nicht zu gefährden. Aber dies scheint wohl ein Dorn im Auge jener Lobby darzustellen.

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