Demokratisches Miteinander muß stets gepflegt werden


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Ohne gegenseitige Fürsorge zerfällt sie

Burg bedeutet Schutz, und im Ursinne war es der Hort der Sicherheit. Die Bürger gewährleisteten mit ihrer Anwesenheit nicht nur den Austausch von Waren, sondern auch den Schutz der Gemeinschaft. Sie waren sich gegenseitig Bürgen für ein florierendes, friedliches Zusammenleben.

Wie sah und sieht es heute mit dem täglichen Miteinander aus? Auch da haben die Völker seit Anbeginn Ideen und Vorstellungen für uns hinterlassen und verbreitet. Ein kurzer Abriß: Familien, Dorfgemeinschaft, Frauenherrschaft, Männerherrschaft, gottgleiche Herrscher, Pharaonen, Despotismus, Könige, Kaiser, Feudalismus, Republiken, Faschismus, Oligarchie, Sozialismus, Kommunismus etc., sicher sind hier nicht alle Formen des menschlichen Miteinanders aufgeführt. Einige dieser Ideen sind zu Genüge über die Jahrhunderte durch unsere Vorfahren „getestet“ worden und können von uns daher als nicht allgemein „menschenwürdig“ hinter uns gelassen werden. Ein Konstrukt sollte die Möglichkeit bekommen, weiterhin an staatsaufbauenden Ideen teilzuhaben: Demokratie.

Diese Staatsform beinhaltet, daß die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und jeder interessierte Bürger das Recht und die Möglichkeit hat, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Demokratie kann aber nur dann funktionieren, wenn die Institution einer Demokratie, für die Mitwirkung aller Bürger offen ist und sich genügend Demokraten finden, die ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen. Demokratisierung bedeutet der zielgerichtete Abbau von Privilegien und das ständige konstruktive Infragestellen der Autoritäten.

Weltweit ist die Idee Demokratie und der Wunsch nach einem friedlichen Miteinander noch nie so präsent gewesen wie jetzt. Die Umwandlung der Idee Demokratie, die Gunst der Stunde, die Nachfrage nach einem konstruktiven Miteinander, losgelöst von Konvention, Herkunft, Alter, Geschlecht kann aber nur dann funktionieren, wenn wir den Wert eines Menschen nicht nach finanziellen Nutzen beurteilen oder gar von seinem äußeren Erscheinungsbild, sondern nach Rede und Antwort und der ständigen Bereitschaft offen und kontinuierlich jeden Tag die neuen Herausforderungen annehmen und gemeinsam tragende Lösungen für ein friedliches Zusammenleben gestalten.

Hört sich toll an! Ist umsetzbar! Warum scheitert es so oft in der Praxis? Hauptursache scheint die benötigte Zeit zu sein, und um Fragen, Konflikte zu lösen, sind Gespräche mit dem Willen nötig, den anderen zu verstehen. Haben wir dafür keine Zeit, werden Fragen im günstigsten Fall auf später verschoben oder gleich unwichtig abgetan. Und ist die Bereitschaft nicht vorhanden, selbst scheinbar unnötige Fragen zu beantworten, scheitert natürlich auch hier eine Klärung des angesprochenen Problems.

Wie kann eine Gesellschaft dies nun in ihr tägliches Zusammenleben einfließen lassen? Indem Konfliktlösungen gelehrt werden und zwar unabhängig vom Alter, in den Schulen und Betrieben. Selbstverständlich ist dies nicht die Lösung schlechthin, das Gelbe vom Ei, denn wenn eine soziale Unausgewogenheit eine der Hauptursachen für Konflikte in einer Gesellschaft sich manifestiert haben, bedarf es der ursprünglichen Bereitschaft, sich gegenseitig zu verbürgen.

Ist diese Bereitschaft der gegenseitigen Fürsorge nicht vorhanden, so kann man davon ausgehen, daß Demokratie nicht gewillt ist.

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Demokratisches Miteinander muß stets gepflegt werden

  1. PachT schreibt:

    Dumping – Politik

    Stetig viele WÄHLERSTIMMEN vom SOUVERÄN
    erheischen, doch
    nur wenig WAHLVERSPRECHEN
    einlösen –
    das ist DUMPING – POLITIK
    als neue METHODE zur DEFORMIERUNG
    der definierten DEMOKRATIE …

    © PachT 2016
    183. (490.) Politische Tagebuchnotiz /
    Gedanken vor dem Wahlmarathon am 13.03.16 in drei Bundesländern

    Gefällt 3 Personen

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