Glauben vs. Aberglauben in Konflikt zum Wissen


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Lieb halten – ein Recht auf Freiheit

Wenn Religion oder Aberglaube die täglichen Entscheidungen des Handelns bestimmen, wird die freie Entfaltung nicht nur des Einzelnen, sondern auch deren Mitmenschen blockiert.

Wenn Wissen oder Halbwissen die täglichen Entscheidungen des Handelns bestimmen, wird die freie Entfaltung nicht nur des Einzelnen, sondern auch deren Mitmenschen blockiert.

Irgendwie will der zweite Satz nicht so richtig gelten, denn weder durch Wissen noch durch Halbwissen wird der Mensch eingeschränkt, eher wird er angespornt, falls er nicht zu verbockt ist, sein Wissen zu vermehren. Er wird zudem immer wieder zweifeln, ob sein Wissen wirklich schon der Weisheit letzter Schluß ist.

Beim Glauben und Aberglauben ist das Zweifeln, das Hinterfragen nicht der Weisheit letzter Schluß, sondern der Anfang vom Ende des Zweifelns, der Wißbegier, des Forschens. Obwohl es doch heißt: „Glauben heißt nicht wissen“, fühlen sich die meisten Gläubigen in der Rolle der „Allwissenheit“ zuhause und erlauben weder sich noch anderen zu zweifeln, zu hinterfragen, zu ergründen, obwohl sie dadurch wissentlich das Gesetz des Glaubens blockieren, denn glauben heißt: „lieb halten“.

Mittelhochdeutsch gelouben, althochdeutsch gilouben, für lieb halten. Hier könnten jetzt noch weitere Wortverwandten zu lieb halten stehen, wie begehren, gutheißen, loben, heftiges Verlangen, vertraut machen. Und wer wirklich glaubt, also lieb hält, der kann doch eigentlich nicht umhin, seiner Liebe die Chance auf „Wachsen und Gedeihen“ zukommen zu lassen, weil nur dadurch die Befreiung, die freie Entfaltung möglich ist, ansonsten wird die Liebe zerstört.

Wissen, aus dem Mittelhochdeutschen wiʒʒen, gesehen haben, erblicken, ist dem gegenüber eher ein Fakt und würde eigentlich demzufolge kein Zweifel mehr zulassen, denn was ich gesehen habe, weiß ich, kenne ich. Dennoch wird an dem Gesehenen gezweifelt und die Möglichkeit in Betracht gezogen, daß hinter dem Wissen noch mehr zu wissendes lauert.

Vielleicht können die meisten Menschen nicht lieben, sondern verwechseln Liebe mit Besitznahme, obwohl sie dadurch sich selber, sowie dem Liebenden gegenüber die jeweilige Entfaltungsmöglichkeit verwehren.

Würden sie verstehen, daß lieb halten, kein Recht auf Besitz, sondern das Recht auf Freiheit bedeutet, könnte sich dadurch die Welt ändern?

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Glauben vs. Aberglauben in Konflikt zum Wissen

  1. Arabella schreibt:

    Ja, das würde die Welt ändern.

    Gefällt 3 Personen

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