Nizza: Terroranschlag eine deutliche Kriegserklärung


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flickr.com/ Rüdiger Stehn/ (CC BY-SA 2.0)

Krieg dem Terror verhindert keinerlei Ursachen

Erneut hat ein Mensch Verrat an der eigenen Spezies begangen, läßt sich der Terroranschlag in den späten Abendstunden des französischen Nationalfeiertags in Nizza durch nichts entschuldigen, es verbleibt ein Ort des Grauens, ein gewisser Fanatismus führt zu dieser großen Todeszahl und etlichen Verletzten.

Auch wenn Präsident Françios Hollande natürlich zügig vor die Kamera trat, um dortigst zu bekunden, „wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen“, so birgt das Vorhaben im Zusammenhang mit der Formulierung „Krieg dem Terror“ einen Widerspruch in sich, weil dieser keinerlei Ursachen verhindert und obendrein kein simpelst auszumachender Gegner sein kann wie bei gewöhnlichen Kriegszuständen, selbst Partisanenkämpfe sind eher einschätzbar.

Muskelspiele vs. Kapitulation

Terror hat bekanntlich äußerst vielschichtige Gesichter, vom offiziell erklärten seitens der Weltgemeinschaft bis hin zum versteckt, oftmals geduldeten Staatsterror. Hinzu kommen Pattsituationen zwischen legitimierten Ansprüchen und Ausflüchten, jemand oder gleich eine ganze Gruppierung als Terrorbewegung zu verunglimpfen. Bei letzterem denken wir an die Konflikte in Nordirland, im spanischen Baskenland oder hochaktuell in Syrien, wo die westliche US-Gemeinschaft meint, Assad zum Diktator zu erklären, eine militärische Allianz zwischen Terrorbanden und angeblich geduldeten Armeen ihn bekriegen, dazwischen der IS.

Gefährlicher und undurchschaubarer kann es kaum noch sein, oder? Das Ergebnis erleben wir seit einigen Jahren, in letzter Zeit vermehrt mittels zunehmender Terroranschläge in Europa selbst. Was zuvor im nordafrikanisch-arabisch-asiatischen Raum oftmals zum brutalen Alltag gehört, daß die Menschen dem Terror ausgesetzt sind, betrifft nunmehr die Europäer. Waren es vorher noch punktuelle Terrorbedrohungen neben den genannten, die streckenweise uns beschäftigten, denken wir an die RAF oder den rechten Terror, der gar der Bundesregierung gänzlich entgleitet im Hinblick zur dubiosen NSU-Affäre, geht es jetzt um eine gänzlich neue Dimension des Terrors: Er ist wesentlich unberechenbarer.

Mit dem Terror mehr Überwachung und noch mehr Rechtspopulismus

Die USA stießen eine unübersehbare Tür auf mit dem „inszenierten“ 9/11, wodurch anschließend nichts mehr war wie vorher. Die Bürger wurden nonchalant mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit noch mehr überwacht, gar Jahre später bis hinein in den Deutschen Bundestag, der Abbau hart erstrittener Bürger- und Menschenrechte greift um sich, denken wir an Guantanamo, viel dramatischer die weltweit wachsende Islamophobie.

Gerade der Islamismus fand dadurch auf beiden Seiten Wege fanatischer Entfaltung, ein Mißbrauch einer Weltreligion, um sie zu diffamieren, gleichzeitig latent vorhandenen Rassismus zu entfesseln. Kein Wunder, daß auch hierzulande Rechtspopulisten immer dreister ihrem krudem Haß freien Lauf lassen. Gewaltszenarien aus Dekadenz und Heuchelei finden nunmehr ständig neues Futter, um sich selbst zu rechtfertigen, der Bürger ist dem zunächst ausgesetzt. Er hat es in der Hand, ganz genau zu differenzieren: zwischen all den fanatischen Lagern. Im Endeffekt haben diese sich vom Humanismus verabschiedet, kennt blinder Haß kein Erbarmen.

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Nizza: Terroranschlag eine deutliche Kriegserklärung

  1. PachT schreibt:

    Die politischen STATEMENTS zu diesem tragischen EREIGNIS sind fragwürdig,
    denn wer WAFFEN zum TÖTEN von MENSCHEN exportiert, muss damit rechnen,
    dass diese WAFFEN zum eigenen RISIKO werden –
    weniger für die POLITIKER; aber bedauerlicherweise für deren WÄHLER ! [ PachT]

    Gefällt 3 Personen

  2. Fritz Huber schreibt:

    Man sollte Terrorismus als inszenierte Geheimdient-Operationen betrachten, die Terroristen sind in die Irre geleitete Helfers-Helfer! NSU ist offensichtlich eine Aktion des Verfassungsschutzes zusammen mit der CIA und dem türkischen Geheimdienst.

    Man muss in diesem Zusammenhang auch Zweifel an den Kräften hinter dem Attentat von Nizza hegen! IS oder Geheimdienst? Und hinter IS steckt letztendlich doch wieder die CIA.

    Zitat des israelischen Botschafters in Deutschland, Asher Ben-Nathan:
    Nicht wer den ersten Schuss abgegeben hat ist entscheidend, sondern was den ersten Schüssen vorausgegangen ist.

    Was geht diesem sinnlosen Gewaltakt voraus? die sinnlose Zerstörung der arabischen Länder! Heute nennen wir sie Terroristen und im zweiten Weltkrieg waren es heldenhafte Partisanen!?

    Alles nur eine Frage der Betrachtungsweise!
    Wir sind nicht die Guten, die Bürger der westlichen Länder setzen ihren Regierungen beim Völkermord keine Schranken!

    Der industrielle Militärkomplex lebt davon, also wird der Terror auch nie enden!

    Hört auf die Länder und deren Kultur zu zerstören, die Rohstoffe für unsere Industrie bekommen wir durch wirtschaftlichen Handel!

    Gefällt 3 Personen

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