Einen Bärendienst erweisen


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Gefährlich ist ein dummer Freund – weit besser ist ein weiser Feind

Haben Sie schon einmal jemandem einen Bärendienst erwiesen? Sind jemanden zu Hilfe geeilt und haben dabei mehr Unheil angerichtet als geholfen? Sicher kann es jedem passieren, denn oft wird in akuten Situationen das Hirn ausgeschaltet und man reagiert einfach. Natürlich auch mit erfolgreichem Ergebnis, und manchmal bündeln Menschen in diesen Momenten Kräfte, die über ihre eigentlichen körperlichen Leistungsfähigkeiten weit hinausgehen.

„Gesagt, getan: es packte der treue Fliegenwedel
einen Pflasterstein und warf ihn – hui –
die Fliege tötend, dem Mann auf den Schädel;
ein guter Schütze, doch ein schlechter Denker,
ward er dem Schläfer jäh zum Henker.
Gefährlich ist ein dummer Freund;
weit besser ist ein weiser Feind.“

(Jean de la Fontaine 1621-1695, Die Fabeln, Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf-Köln, 1964)

Die eigentliche Bedeutung des Sprichwortes, jemanden durch falsche Hilfe schaden, Gutes tun wollen, aber das Gegenteil erreichen, mit seinem Handeln mehr Schaden anrichten als nützen.

In der Fabel geht es um die Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Bären. Bären wurden gerne als drollig, gutmütig in vielen Geschichten dargestellt, erinnern wir uns an den Charakter von Balu im Dschungelbuch und unvergessen das Lied: „Probier´s mal mit Gemütlichkeit.“

Der Bärendienst in komischer Form wird oft in Slapstick-Filmen oder Comics benützt, um die Tollpatschigkeit von unseren Mitmenschen aufzuweisen. Dick und Doof, Pat und Patachon, Charly Chaplin, Buster Keaton, bei manchen Disney-Figuren, Tim und Struppi, Asterix und Obelix, um nur einige zu nennen. Es amüsiert uns zu sehen, wenn Mißgeschicke von anderen in guter Absicht ausgeführt werden, wir fallen der Schadenfreude anheim, jedenfalls solange bis es nicht dramatische Folgen auf sich zieht und nicht jemanden betrifft, den wir gern haben. Allerdings mag es den ein oder anderen geben, die sich sogar am Unglück beteiligter Personen ins Fäustchen lachen.

Die Redensart, jemanden einen Bärendienst erweisen, ist direkt über die Fabel von Jean de la Fontaine in unseren Sprachgebrauch übernommen worden. Je nachdem ob wir in der Rolle des Menschen oder des Bären gesehen werden, wird es genügend Gesprächsstoff geben, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen, eigentlich genügt schon dieser Gedichtausschnitt.

„Gefährlich ist ein dummer Freund; weit besser ist ein weiser Feind.“

Nicht immer kann man im Vorfeld erahnen und wissen, ob ein Freund ein dummer Freund ist und ob ein weiser Feind wirklich nützlich ist, um zu mehr Erkenntnissen zu gelangen.

Doris Mock-Kamm

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