Fußball-EM 2016: Portugal bezwingt die Equipe tricolore


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Éder schießt in der 109. Spielminute das entscheidende Siegtor

Nach dem alten Reglement einer Fußball-EM wäre Portugal als Drittplatzierter in seiner Gruppe F längst rausgeflogen nach der Vorrunde. Jedoch seit dieser 15. EM sind mit 24 nicht nur 8 Mannschaften mehr im UEFA Euro-Wettbewerb, so die offizielle Bezeichnung, sondern die vier Dritt-Bestplatzierten der sechs Gruppen erhielten das Ticket zum Achtelfinale, Portugal war auch dortigst gerade noch die Nummer Drei vor Nordirland.

Einerlei, im 51. Spiel, dem gestrigen Finale, bezwang das südwest-europäischste Land auf der iberischen Halbinsel im Pariser Stadtion St. Denis den Gastgeber Frankreich, die Equipe tricolore unterliegt, weil Éder in der 109. Spielminute das entscheidende Siegtor schießt.

Fünf Siege und ein Unentschieden mit 13 Toren zum Endspiel

Frankreich gelang mit seinen 13 Toren ins Finale. Jedoch führten sie nach der Vorrunde die Gruppe deutlich an mit ihren 7 Punkten, bezwangen in zwei Gruppenspielen Rumänien mit 2:1, Albanien mit 2:0, mußten sich mit einem 1:1 gegen die Schweiz zufrieden geben. Im Achtelfinale lagen sie nach der ersten Halbzeit gegen die Überraschungsmannschaft Irland (ebenso hinterher Gruppendritter wie Portugal) mit 0:1 hinter ihren Erwartungen, konnten sich aber am Ende mit 2:1 durchsetzen. Ihr nächster Gegner Island legte ohnehin einen guten Start hin, immerhin nach der Vorrunde in derselben Gruppe F wie Portugal Zweiter wurde.

Allerdings stellte die Nationalmannschaft Frankreichs seine Klasse unter Beweis, bezwang Island sehr deutlich im Viertelfinale mit 5:2, um im Halbfinale noch eins draufzusetzen, den Weltmeister Deutschland mit 2:0 aus dem Wettbewerb zu fegen.

Drei Siege und drei Unentschieden mit 14 Toren am Ende Sieger

Die Seleção tat sich zunächst mal schwer, in der Vorrunde reichte es nur für drei Unentschieden, gegen Island 1:1, die Partie gegen Österreich blieb mit dem 0:0 torlos und dem stark aufspielenden Ungarn, welches in der Gruppe F am Ende Gruppenerster wurde, setzte Portugal eine deutliche Grenze mit dem erzielten 3:3.

Im Achtelfinalspiel konnte man schon bangen, daß in der Verlängerung die Kroaten sie bezwingen, doch am Ende gelang Ricardo Quaresma in der 117. Spielminute der Siegtreffer. Die Dramatik nahm ihren Lauf, während in keinem seiner bisherigen sechs Spiele bis zum Finale ohne Verlängerung auskam, mußte Portugal im Viertelfinale ein zweites Mal sich beweisen, nach dem 1:1 erfolgte das Elfmeterschießen gegen die starken Polen, welches mit 5:4 Portugal für sich entschied. Zunächst dachte alle Welt, die dritte Überraschungsmannschaft Wales würde die Portugiesen im folgenden Halbfinalspiel stoppen, jedoch endete deren Traum von einem ersten Finalspiel, verlor Wales mit 0:2 ziemlich deutlich.

Portugals zweiter Anlauf fruchtete – Alltag nach dieser Fußball-EM

Vor zwölf Jahren stand Portugal das erste Mal in einem Finale der EM, genauso wie in der Gruppe A, wo sich die beiden Finalisten anfangs begegneten, Griechenland das Gastgeberland Portugal in der ersten Partie dieser EM mit 2:1 bezwingen konnte, endete die Niederlage Portugals, in der 57. Minute erzielte Angelos Charisteas den Siegtreffer für die Griechen, die somit zum ersten und einzigsten Mal Fußball-Europameister wurden.

Mit dem Foul gegen Christiano Ronaldo in der achten Spielminute durch Dimitri Payet, was man gar als gezielte Absicht werten kann, welches der englische Schiedsrichter bezeichnenderweise nicht mit einer gelben Karte ahndete, war die Seleção beinahe schon geschlagen, nachdem ihr Kapitän Minuten später weinend per Bahre vom Platz getragen werden mußte. Jedoch genau das beflügelte die Portugiesen mit entsprechendem Biß der Equipe tricolore zu trotzen, deren vielen Angriffe letztlich nicht fruchteten. Am Ende unterlag sie Portugal.

Und in Frankreich? Schon zu Beginn dieser EM herrschte ein simpler Stellvertreterkrieg der Hooligans auf den Straßen Frankreichs, von einer möglichen Terrorgefahr ganz abgesehen, die zum Glück letztlich ausblieb. Gleichwohl folgten während der EM etliche Proteste gegen die Regierungspolitik von Hollande, der meint, er könne es der BRD gleichtun mit Sozialabbau und Lohndumping. Der Alltag wird schnell wieder einkehren, im nächsten Jahr wählt unser westlicher Nachbar seinen 20. Präsident oder unter Umständen die erste Präsidentin.

Lotar Martin Kamm

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