Humor schlägt Brücken in aussichtslosen Zeiten


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Vom Witz zur Satire, von der Glosse zum Zynismus

Was haben wir gelacht, es schmerzte gar der Bauch, weil fast verkümmerte Muskelstränge sich schlagartig und über einen längeren Zeitraum zusammenzogen beim Betrachten der Stummfilme mit Charlie Chaplin, Dick & Doof, eines Karl Valentin oder eines Peter Ustinov, dessen trockener englischer Humor besonders tiefsinnig eine Pointe nach der anderen jagte.

Medium Film oder Schauspiel vermag dies dem Zuschauer live und direkt vermitteln, beim Lesen einer Satire, Parodie oder Glosse spielen währenddessen unsere eigenen Bilder und Assoziationen im Kopf eine Rolle, um so eindringlicher vermögen wir mit gewissem Abstand, sie entsprechend gelassener zu analysieren. Im Ergebnis erreicht der gemeinsame Nenner, der Humor uns Menschen, schlägt dieser oft Brücken in aussichtslosen Zeiten.

Bierernst oder einfach nur rechthaberisch?

Wer legt fest, in wie weit künstlerische oder schriftstellerische Freiheit gehen darf, sich nach außen zu präsentieren? Im schlimmsten Fall eine Zensur bishin zum Verbot. Ansonsten vermögen Texte der Leserschaft durchaus unterschiedlich begegnen. Während der eine meint, scharfe Trennlinien und somit Maßstäbe setzen zu müssen, was z.B. eine Glosse darf, sollte oder beinhalten mag, übt der andere eine gewisse Nachsicht, läßt mehr Toleranz walten.

Beispiel gefällig? Sven Kummereincke schrieb fürs Hamburger Abendblatt die Glosse „La Merkel befahl la Niederlage“. Ein bierernster oder einfach rechthaberischer Besserwisser mag hierbei die Glosse an sich in Frage stellen. Kann man ohne weiteres. Aber werden wir dem Autor dabei auch gerecht? Geht es nicht vielmehr um die Botschaft von Inhalten, einer Hinterfragung bis hin, den Spiegel der Gesellschaft selbst vors ratlose Gesicht zu halten? Unbedingt. Genau das ist ihm mit Bestimmtheit gelungen, gerade in Zeiten verschwörungstheoretischer Machenschaften, die sogar tatsächlich zutreffen mögen im ein oder anderen Fall.

Situationskomik und abgrundtiefe Traurigkeit – eine Symbiose nicht ohne Folgen

Die besonders bei Clowns einhergeht. Sie sind es, die uns zwar zum Lachen bringen, dennoch äußerst scharf und hintersinnig uns Menschen letztlich vorführen. Manch einer verinnerlicht dies, bemerkt die Botschaft, andere wiederum wollen einfach nur unterhalten werden, alldieweil auch bei Clowns unterschiedliche Ambitionen stecken.

Das weite Feld des Humors läßt viele Facetten gelten, wenn er denn freimütig zugelassen wird, ohne den moralischen Zeigefinger beim geringsten Anlaß emporzuheben. Kritik erwünscht, aber konstruktiv sollte sie schon sein, will man am Ende nicht als Spaßbremse gelten.

Manchmal sollte man nicht nur die Kirche im Dorfe lassen, sondern bedenken: Humor darf keinesfalls verlorengehen in einer Welt voller gegenseitiger Gewalt. Welch Gratwanderung! Freude und Tod so dicht beieinander, wer mag hierbei noch lebensfroh in die Zukunft blicken? Optimisten, Karikaturisten, Satiriker und alle Kunstschaffende, erhebt Euch und sagt Nein zu solch Aussichten!

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Humor schlägt Brücken in aussichtslosen Zeiten

  1. PachT schreibt:

    l e s e n s w e r t

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