Lucinde auf Kur


https://www.flickr.com/photos/27435688@N03/6911028013/sizes/z/

flickr.com/ haansgruber/ (CC BY 2.0)

Lucinde
reist mit ihrem Gesinde
wie jedes Jahr
zur Kur nach Spa.

Die Reise ist beschwerlich
und nicht ganz ungefährlich,
Mann, Kinder bleiben zu Hause,
sie genießt diese Pause

weit entfernt von der Heimat,
ein neues Leben findet statt.
Nicht die Bäder, Massagen
erquicken sie über Maßen,

sie hat viele Freunde hier,
sonnt sich mit ihnen im Spalier
auf der großen Terrasse,
damit man niemanden verpasse,

über den man mal reden kann,
arglos und ohne Belang.
Solange es einen nicht betrifft,
sprüht man ein klein wenig Gift.

Man kann ja nicht jeden mögen,
Lästern ist auch Gott gegeben.
Hier sind Sitte und Anstand
manchmal nur ein Vorwand,

um völlig ungezwungen
nicht nur den Zungen,
sondern auch den Körpern
Blöße zu geben, zu verwöhnen.

Die Zeit der Kur rennt vorbei,
Lucinde kauft noch allerlei
für die Liebsten, das Gesinde
trug all die Zeit eine Augenbinde,

es sich ja nicht versünde
ob der vielen Abgründe,
die sie zu Gesicht bekamen,
nächstens wollen erneut mitfahren.

Frisch erholt fährt Lucinde
Richtung Heimat ganz geschwinde,
die Zeit möge eilen,
um nochmals in Spa zu verweilen.

Nafia

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