Mobbing eines ganzen Staates


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Mehr Zeit für Bürgernähe fordert der Redner

Wenn ein ganzer Staat gemobbt wird, auf Ihren Zwischenruf werde ich noch eingehen, also wenn ein ganzer Staat gemobbt wird, dann können wir analog von Tätern und Opfern sprechen. Das Opfer Staat und die Täter, die sich dadurch in den Vordergrund bringen, ins Rampenlicht. In diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit negativer Aufmerksamkeit, schlechte Kritik bringt auch Schlagzeilen. Ihre Zwischenrufe bestätigen doch nur die Richtigkeit meiner Ausführungen, Ihnen zuliebe werde ich in einfachen Worten diesen Sachverhalt klären, damit Sie die Möglichkeiten bekommen, Ihr Verhalten zu verstehen.

Das Kleinkind, das unbedingt Beachtung erhaschen will, schafft dies am schnellsten, wenn es nörgelt, schreit oder die DVD-Sammlung ausräumt, um sich dem knirschenden Geräusch hinzugeben, das entsteht, wenn man darauf hüpft. Nicht unbedingt in all diesen Fällen liegt Arglist dahinter, so kann es ohne weiteres natürlich beim Schreien oder Nörgeln um reelle Bedürfnisse von Hunger, Durst, Schmerzen oder einer vollen Windel gehen und das Ausräumen des Schrankes kann nur dazu dienen, die Umwelt genauer in Augenschein zu nehmen, sozusagen, learning by doing. Diesen englischen Ausspruch können Sie doch nachvollziehen, oder?

Aus den erwähnten Beispielen erfolgen logischerweise Reaktionen von den Eltern, Geschwistern oder anderen Beziehungspersonen. Und um es vorweg zu nehmen, dies ist noch kein Mobbing. Auf Grund der Reaktionen, die dem Kleinkind widerfahren, zieht es kausale Zusammenhänge und speichert die Reflektionen auf sein Handeln ab. Je öfter die Reaktionen sich gleichen, desto besser lernt das Kleinkind „die Regel“. Diese „Regel“ wird das Kleinkind nach und nach unbewußter wahrnehmen und sein Verhalten danach richten.

Unter Geschwistern oder mit Gleichaltrigen im Kindergarten erlebt das Kind bei Problemstellungen um den „Kampf“ einer bestimmten Puppe, Auto oder Beachtung durch die Erzieher wiederum eine neue „Regel“. Diesmal allerdings bezieht das Kind in die Zusammenhänge der „Regel“ auch den Erfolg oder Mißerfolg des Gegenübers mit ein. Ab hier kann man von „kindlichen Mobbing“ sprechen, wenn das Kind hinterrücks ein anderes Kind schubst, ihm ein Spielzeug entwendet und auf Nachfragen erklärt, es nicht getan zu haben. Je öfter ein Kind merkt, daß sein Verhalten ohne „Ermahnung“ bleibt und eventuell es sogar gewisse Lacher und Zuspruch durch andere Kinder bekommt, dann beginnt hier die „Regel“, je unschuldiger oder frecher, nicht verwechseln mit stärker, ich mich verhalte, desto mehr Erfolg habe ich mit meinem Handeln.

Das macht natürlich noch kein Kind zum Mobber als Erwachsener. Denn den Lerneffekt von diesem Verhalten erleben alle Kinder gemeinsam und ziehen ihre Schlüsse daraus. Es ist eine Kollektiverfahrung. Diese Kollektiverfahrung zieht sich durch die Kindergarten- und Schulzeit, jeder ist ihm ausgesetzt und handelt entsprechend seiner, für ihn als Erfolg meßbarem Handeln, in entsprechender Weise.

Nein, Ihr Einwand ist auf keinen Fall hier relevant, da das Erfolgsprinzip für jeden Menschen gilt, oder unterstellen Sie sich selber, Ihr Handeln nach beabsichtigtem Mißerfolg zu richten?

Aber verlassen wir nun die zwischenmenschlichen Persönlichkeitsstrukturen, denn die Mannigfaltigkeit der psychologischen Hintergründe der Täter, ihrer eventuellen Bewunderer und Mitläufer und der Opfer ist zu vielfältig, um sie hier in aller Ausführlichkeit wiederzugeben. Verbleiben wir bei der Grundstruktur von Mobbing, auch wenn diese schon nicht so einfach oberflächlich wiederzugeben ist. Wenn ich eingangs vom Mobbing eines ganzen Staates gesprochen habe, so ist in diesem Fall das Opfer Staat nicht so ganz unschuldig. Da das Verhalten des Staates bezüglich seiner Verantwortung gegenüber dem Volk nicht fehlerfrei vonstattengehen kann, gleiches Recht für alle, keiner ist fehlerfrei, die Bemühungen vollzogene Fehler zu korrigieren ausblieben, ist es berechtigt, die Verantwortlichen zu ermahnen und Verbesserungen anzustreben.

Ein ganz normaler Verlauf und in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit. Keine Selbstverständlichkeit allerdings ist es, durch gezieltes Schüren von Angst, Streuen von Lügen, nach dem Motto, überall hängt ein bißchen Wahrheit, Verunglimpfungen und Drohungen von Personen als Mittel zur Durchsetzung von Lösungsvorschlägen anzuwenden. Wer durch Lügen, Diffamierungen, Verleumdungen sich das Recht und den Zuspruch erwirken will, seine Lösungsansätze wären die einzig wahre Möglichkeit zur „Wiederherstellung“ eines perfekten Staates, der wird Schiffbruch erleiden. Es sei denn, und hier kommt die Mobbingmöglichkeit zum Zuge, man hetzt mittels Phrasen einzelne Bevölkerungsstrukturen aufeinander, läßt hämisch unterlegte Bemerkungen zu Diffamierungszwecken verbreiten, trotzt bewußt Wertevorstellungen, die noch nicht gänzlich zur „Tradition“ gezählt werden und schürt Existenzängste in sozialen, nationalen, gesellschaftlichen Bereichen.

Ab hier ist jeder Versuch eines Opfers, sich aus diesen Vorwürfen zu befreien der gleiche Erfolg wie der einer Fliege, die im Spinnennetz gefangen, und jedes Bemühen sich zu befreien, sie nur noch mehr verstrickt. Kaum ein Mobbingopfer kann sich ohne Hilfe aus diesen Fängen befreien. Da die Täter meistens am besten agieren, wenn ihr Erfolg von möglichst vielen gesehen und beklatscht werden kann, werden Gleichgesinnte, beziehungsweise aus den verschiedensten Beweggründen Menschen, die aus diesem Treiben Vorteile erzielen können, zur Seite stehen, um sich mit dem Täter im Rampenlicht zu sonnen. Interessant, daß der Herr Zwischenrufer seinen Platz, gefolgt von seinen Parteifreunden, verläßt und an der Schlußausführung kein Interesse zeigt.

Also, wenn der Staat gemobbt wird, kann es nur eine schlichte Antwort darauf geben, und zwar ein gezieltes Desinteresse an den Tätern. Solange sie die Möglichkeit bekommen, im Lichte zu glänzen, werden sie ihr Verhalten nicht ändern. Andererseits muß der Staat dafür Sorge tragen, daß neue konstruktive Ideen diskutiert werden und Anwendungen finden. Es wird Zeit für mehr Bürgernähe und Diskussionspodien landesweit, denn die größte, schönste Perle kann sich in der unauffälligsten Muschel befinden.

Doris Mock-Kamm

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