Chancengleichheit – fade Lippenbekenntnisse der Ellenbogengesellschaft


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Zwischen Karriereleiter und Obdachlosigkeit

Was dem einen nur noch Türen öffnet, zeigt dem anderen in unmißverständlicher Härte allerdings den eiskalten Weg: ab auf die Sozialrutsche, hin zu Dauerarbeitslosigkeit und sogar in die Obdachlosigkeit, wer ganz aufgegeben hat.

Die Stimmung im Lande verharrt zwischen Frohlocken, Bangen und Hoffen, freudiger Erwartung ob der vielen Luxusgüter, die das Leben so angenehm gestalten und trüben Aussichten mangels zu hoher Mietpreise und teuerer werdenden Lebensmitteln. Natürlich könnte man einwenden, Pech gehabt, das Leben hat stets mit dem Streben nach den eigenen Möglichkeiten zu tun, die es zu nutzen gilt. Mag stimmen, aber nur diejenigen kommen in den Genuß, diese Wege der Karriereleitern zu besteigen, die auch im richtigen Umfeld hineingeboren wurden. Jetzt erheben sich schlagartig all jene, die völlig entrüstet entgegenhalten, daß sie sich ihr Elternhaus nicht ausgesucht hätten.

Doch solche Ausreden ändern nichts am Fehlverhalten, selbst dann nicht, wenn das ewige Argument angeführt wird, man könne nicht aus der eigenen Haut. Dürfen wir demzufolge weiterhin Schuldzuweisungen zum Besten geben, oder aber wäre es vielleicht sinnvoller, in komplexeren Dimensionen zu denken?

Raubtierkapitalismus schafft klare Verhältnisse zwischen Reichtum und Armut

Dabei sollte man unbedingt betonen, daß die derzeitige Form des Kapitalismus entscheidend dazu beiträgt, auf der einen Seite lachende Gewinner hervorzubringen und auf der anderen resignierende Verlierer. Genau dieser Raubtierkapitalismus schafft klare Verhältnisse zwischen Reichtum und Armut. Sind diese so gewollt?

Betrachten wir den Lauf der geschichtlichen Entwicklung, können wir nicht umhin kommen, dies zu bestätigen. Zwar gab es besonders in den letzten zweihundert Jahren ernsthafte Versuche, den Menschen einen sozialen Halt zu geben, der noch bis heute, zumindest in den meisten Industrienationen der westlichen Welt auch Anwendung findet. Jedoch der Überreichtum lechzt ähnlich einem Raubtier nach immer mehr Beute, wobei ihm jedes Mittel recht ist, sein Ziel zu erreichen.

Reelle Kriege dauern an, die das auf besonders bestialische Weise verdeutlichen, gleichwohl die Zerstörung ganzer Infrastrukturen, Firmen, wirtschaftlich bewußt gesteuerter Kahlschlag bis hin zu Verlagerungen ins „billigere“ Ausland. Auf diese Weise erfolgt bei den einen ein Maximalgewinn, während bei den anderen die Armut ganz schnell einkehrt. Wir sollten nicht vergessen, daß es immer Menschen sind, die über Menschen richten, die insofern sich zu verantworten haben, auch wenn sie meinen, sie müßten es nicht, könnten sich davonschleichen durch Ignoranz bis hin zur Verdrehung ganzer Geschehnisse, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken.

Es ist die Politik selbst, die es vorlebt, und dies nicht nur in sich wiederholenden Affären, sondern schon immer, mal mehr, mal weniger. Die Moral längst angelangt im Keller, hingegen der einfache, ehrliche Bürger selbstverständlich sich unterzuordnen und zu funktionieren hat.

Die Häme zum sogenannten „Gutmenschen“ offenbart eine Einbahnstraße

Das unlängst kreierte Wort vom „Gutmenschen“ zeigt nur allzu deutlich, wie hämisch und vor allem kurzsichtig Menschen denken mögen. Denn dieser Spott offenbart eine Einbahnstraße, auf jene die Menschheit schon lange zielgerichtet zusteuert: hin zur kompletten Zerstörung all dessen, was die Schöpfung für ihre Wesen auf Erden sich erdacht hat.

Da der Homo sapiens es selbst war, der Mutter Erde inzwischen unübersehbar mit seinem gierigen Lebenswandel in weiten Teilen zerstörte, liegt es auch an ihm, Wege zu ersinnen, sie wieder gesunden zu lassen: zurück zum biologischen Gleichgewicht des Kreislaufs der Systeme, behutsamen Umgang mit den noch vorhandenen Ressourcen, mit selbstverständlicher Umweltverträglichkeit, im Einklang mit der gesamten Natur, ihren Gesetzen, allen Erdbewohnern bis hin zur Pflanzenwelt – ein Garten Eden, wie er ohnehin uns Menschen geschenkt wurde, also das „verlorene Paradies“ wiederfindend.

Das Ende des nimmersatten Reichtums naht

Alles Illusion? Oder doch möglich, wenn Mensch dies nicht nur erkennt, sondern auch danach lebt? Doch was muß geschehen, um dies umzusetzen? Mit dem Vorsatz allein kommen wir nicht weit. Dieser ganzen Illusion muß ein Bewußtseinswandel vorausgehen, die Menschheit hat zu erkennen, worin ihre große Chance liegt, und vor allem, was bisher verkehrt lief.

Wir sollten niemals uns blenden lassen, was der einzig richtige Weg denn sei – es gibt viele, aber eines sollten sie alle gemeinsam beinhalten: den Menschen an die Hand zu nehmen, ihm vorzuleben, mit welch einfachen, aber gutdurchdachten Mitteln unser Leben gestaltet werden kann, wenn wir dabei einander ohne Vorurteile achten und lieben. In sofern schließen wir doch das üble Kapitel des nimmersatten Reichtums und teilen noch genau das, was uns übrig gelassen wurde auf diesem wunderschönen Planeten Erde.

„Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.“

Lotar Martin Kamm

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3 Antworten zu Chancengleichheit – fade Lippenbekenntnisse der Ellenbogengesellschaft

  1. cource schreibt:

    bitte nicht das betrügerische vokabular der neoliberalen propaganda verwenden wie zum beispiel „chancengleichheit“ diese nebelkerze soll von dem knallharten turbokapitalismus ablenken und dem schindervolk die illusion geben, dass wenn sie schön fleißig sind sie auch wohlstand erreichen können. die BRD hatte ja bis zur wende noch einen hohen lebensstandart für viele ermöglicht, aber da konnten sich viele leisten in den vorruhestand zu gehen und kaum einer war gezwungen sich prekär beschäftigen zu lassen, mit der konsequenz: das zuerst die türken dann die ossis und jetzt die asylanten für die sklavenarbeit erforderlich wurden und inzwischen sind auch viele wessis gezwungen die sklavenarbeiten zu übernehmen aber immer noch mit einem etwas höheren tarif—die prekäre unterschicht + arbeitslosenheer ist voraussetzung für den zwang zur sklavenarbeit

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  2. Peter Romaker schreibt:

    Dito – ach und so gar nicht quer. Auch Kommentato.
    Die Menschlichkeit liegt auf dem Kompost. Nach dem Tod der Religionen wird sie neu erspriessen. Es gibt nur wenig Wurzeln…
    Und die werden vergiftet, ausgerissen – vorleben muss dem Überleben weichen-
    Die Menschlichkeit geht über Leichen…

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  3. Bernd Engelking schreibt:

    Mich stört, dass es so klingt, dass die einfachen Menschen als Einheit mit den Reichen dem nimmersatten Reichtumswahn frönen, die Erde zerstören, sich fehl verhalten und etwas verändern könnten. Wozu gibt es Volksvertreter?
    Wenn man schon den Kapitalismus anprangert, sollten man auch die Betreiber deutlicher benennen und ihre Verantwortung. Denn Krieg will auch nicht ein Volk, sondern einige.

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