EU auf bestem Kurs zur Einbahnstraße


EU Kommission Brüssel

Was lief verkehrt auf gesellschaftspolitischer Bühne?

Arno von RosenDer Begriff EU kommt Ihnen sicher schon zu den Ohren raus. Mir ebenfalls und das, obwohl ich über 20 Jahre mit Brüssel zu tun hatte und regelmäßig die Metropole der europäischen Politik bereist habe. Als erstes verpasse ich Ihnen ein Beruhigungszäpfchen, damit Sie nicht gleich wieder wegklicken. Der Brexit ist völlig wurscht! Jetzt staunen Sie nicht so, es stimmt. Es gibt in dieser Causa nur ein Opfer (zumindest bis jetzt), nämlich die Politik. Denn genau jene, die uns immer weiß machen wollten, ohne die Gemeinschaft gehe wirtschaftlich nix im vereinigten Europa, werden jetzt als Blender entlarvt.

Warum? Ganz einfach. Die Wirtschaft funktioniert nur noch global. Europa kann ohne Asien nicht, die USA nicht ohne Europa, und Asien kann ohne niemanden auskommen. Sie sind alle voneinander abhängig, daran ändern weder Grenzen, Zölle, Gesetze etwas oder spielen sprachliche Barrieren eine Rolle, sonst würde es weder IKEA, KiK, Deichmann, Adidas, Nike, oder wie sie alle heißen, geben. So verhält es sich natürlich auch mit Großbritannien und den restlichen EU-Staaten. Europa war noch nie eine Völkergemeinschaft in den Korridoren des Brüsseler Parlaments, sondern immer eine wirtschaftliche mächtige Gruppe von Großkonzernen. Glauben Sie nicht?

In den 70er Jahren trafen sich die damals 50 größten Wirtschaftsunternehmen Europas an einem geheimen Ort. Ziel des Treffens war die Umleitung der anfallenden Steuern zu wirtschaftlich interessanten Projekten, ob Brückenbau, Autobahnen, Energieerzeuger usw. Diese 50 Unternehmen zwangen die Politik, aus der ursprünglichen Europäischen Gemeinschaft eine Vertretung von Wirtschaftsunternehmen zu machen, die dann bestimmten, wohin die Steuergelder transferiert werden sollten.

Euro

So entstand 1993 die EU, die wir heute kennen. Gesteuert von Konzernen, mittlerweile weltweit agierend und steuerlich global verteilt, entwerfen diese Konzerne höchst selbst die Gesetzentwürfe, die nicht selten original übernommen werden. Warum erfahren wir nichts davon? Dies sind keine Themen, die in den Nachrichten breit getreten oder von Politikern je kommentiert würden, aber es gibt diese Informationen, und sie sind eigentlich verhältnismäßig leicht verfügbar. Einen Link füge ich mal als Beispiel ein und davon befinden sich dutzende im Netz, wenn Sie es ertragen können. Ob die Enteignung von Wasserrechten durch Nestlé, Diebstahl von Meeresboden, weil der Bauboom global anhält und der Rohstoff Sand knapp wird. Abstrus?

Natürlich ist es das, aber auch wahr. Wenn Sie sich also wieder mal über Irrsinn aus Brüssel aufregen, denken Sie daran, dass die Politiker nie von sich aus auf die Idee kommen, den Krümmungsgrad von Gurken zu bestimmen, sondern ein Land (und damit ein Konzern), der diese genormten Gurken liefern kann und damit gegenüber seinen Konkurrenten einen klaren Wettbewerbsvorteil hat.

Es geht also schlichtweg um Kohle, und die zahlen Sie als Steuern, Abgaben, ob im Urlaubsort oder daheim, umdeklariert als Subventionen, die zumeist an die größten der jeweiligen Branche ausgeschüttet werden, nicht an die gesündesten, umweltschonenden oder zukunftsorientierten Mitbewerber. Dies wäre zwar sinnvoll, findet aber nicht statt. Kann man das nicht zugunsten der EU-Bürger ändern?

Brexit

Eigentlich nicht, denn nur wenn ein EU-Land ausscheiden würde und die Menschen merken, dass dieses überhaupt keine Rolle spielt, kämen die Bürger eventuell auf die Idee, es könnte etwas stinken im Staate Dänemark, obwohl gerade in diesem Mitgliedsland auch nicht alles nach den EU-Regeln läuft, aber das ist eine andere Story. Ups, genau dies ist ja gerade passiert, also warten wir ab, wie die Politiker diese Bühne nutzen, um von anderen Themen abzulenken und Großbritannien unter Druck zu setzen, doch bei der Stange zu bleiben.

Es bleibt spannend und Sie können sich jetzt zurücklehnen, Unterhaltungssendungen gucken und sich öffentliche Statements zu diesem Thema von Politikern sparen, es sei denn, Sie wollen gut belogen werden, wenigstens das wäre doch schön, schließlich kostet das ja einen Haufen Geld, den kein EU-Bürger jemals wieder sieht.

Also, ich bin genauso dumm oder schlau wie Sie und deshalb zitiere ich Albert Einstein, der behauptet hat: „Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit.“

Ich neige dazu, ihm zuzustimmen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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12 Antworten zu EU auf bestem Kurs zur Einbahnstraße

  1. Jürgen Stillger schreibt:

    Natürlich gibt es auch Lösungen für dieses Problem. Nämlich gegen die Diktatur der finanziell Mächtigen.

    Ein Konzept wäre z.B. „Mehr Bildung“ zumindest bei den Wählern.

    Ein weiteres Konzept wäre „weniger Nichtwähler“.

    Ein drittes: die Wähler sollen endlich bessere (unbestechlichere, bürgernähere…) Politiker wählen.

    Derzeit ist dieses Herrschaftssystem aus den zahlreichen Komponenten vom Einfluß der Großfinanz auf das Rechtswesen und die Gesetzgebung bis zur Meinungslenkungsindustrie zumindest noch theoretisch durch Wählerstimmen zu beseitigen. Ein Versuch dazu findet man bei

    http://www.polpro.de

    Die Webseite ist in ihrer Funktion allerdings noch nicht fertig. Insofern wäre es sehr wichtig, wenn man (=mein Bekannter) einen halbwegs guten Webentwickler wüsste! (Möglichst mit Kenntnissen in PHP/Synfony und MySQ).

    Gefällt 2 Personen

  2. Arno von Rosen schreibt:

    Hat dies auf Arno von Rosen rebloggt und kommentierte:

    Was macht der Rosen wenn er keine Märchen erzählt? Er redet über die Geschichten von anderen 😉

    Gefällt 3 Personen

  3. anudasa schreibt:

    EU = Echt Unglaublich – aber wohl wahr

    Gefällt 2 Personen

  4. Arabella schreibt:

    Hat dies auf Teil 2 Einfach(es) Leben rebloggt und kommentierte:

    Ungemein lesenswert

    Gefällt 1 Person

  5. Eulencamperin schreibt:

    Danke. Genau dafür wurde ich schon oft als „Verschwörungstheoretikerin“ belächelt und – bemitleidet.

    Gefällt 1 Person

  6. Anna-Lena schreibt:

    Hat dies auf Mein Lesestübchen rebloggt und kommentierte:

    Unbedingt lesenswert

    Gefällt 1 Person

  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    jedes Wort habe ich gelesen und ich glaube, was ich hier lese, denn es ist schlüssig, passend und logisch.
    *Europa war noch nie eine Völkergemeinschaft in den Korridoren des Brüsseler Parlaments, sondern immer eine wirtschaftliche mächtige Gruppe von Großkonzernen. *

    so ist es und nicht anders!

    LG von Bruni

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  8. nandalya schreibt:

    Schon der frühere Name der EU – EWG – entlarvt das eigentliche Ziel. Den hat man mittlerweile umgeändert. Menschen sind bekanntlich vergesslich.

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  9. dasmanuel schreibt:

    Eventuell klingt das überheblich, aber … jedwedes menschliche Handeln ist in erster Linie von Profit und eigenem Vorteil geprägt. Man muss sich über all jene wundern, die die EU NICHT als Wirtschaftskonstrukt, sondern als Etepetete-Weltverbesserungs-Bündnis ansehen.

    Unabhängig davon widerspreche ich bei den möglichen Auswirkungen des Brexit (das ist übrigens das Wort, das ich nicht mehr hören kann) – da wird es deutlich mehr Opfer geben als nur die (Europa)politik(er).

    Liebe Grüße

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  10. Brigitte schreibt:

    Das wusste ich fast alles. Wenn du es erzählst, dann wissen es tatsächlich schon viele. Doch es ist sehr wichtig und auch sehr gut, dass du das hier klar legst, denn es müssen alle erreicht werden. Hat eigentlich irgend jemand etwas anderes geglaubt als das, was du hier aufgezählt hast?
    Wir sind bloß Mittel zum Zweck.

    LG, Brigitte

    Gefällt 1 Person

  11. freiedenkerin schreibt:

    „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Albert Einstein

    Gefällt 1 Person

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