Lebenskrisen ein Fingerzeig für Wendepunkte


https://pixabay.com/de/d%C3%BCster-himmel-wolken-blitz-besorgt-1215256/

pixabay.com

Jede Veränderung birgt Chancen neuer Erkenntnisse

Manchmal geht unser Leben schon ganz merkwürdige Wege, besonders deutlich offenbart es sich, wenn unvorhergesehenes eintritt, was gestern noch undenkbar gewesen wäre. Eine unerschütterlich geglaubte Ordnung gerät ins Wanken, das blanke Chaos möchte über uns hereinbrechen, wenn dadurch plötzlich die Zeit stehen bleibt, die Emotionen angesichts einer unauflösbaren Aufgabe durcheinanderwirbeln.

In der Regel bewirken persönliche Krisen eines ganz deutlich: Sie sorgen meist für Veränderung. Sind dramatisch sich zuspitzende, schwierige Situationen im Leben, wie sie halt durchaus vorkommen können, ein hohes Maß an Entscheidungen uns abverlangen, etwa ein Wendepunkt? Und falls die Übersicht verloren wird auf bestem Weg in die Katastrophe?

Halt und Geborgenheit durch ein schützend soziales Umfeld

Wer innerhalb einer Familie geborgen zusammen mit Freundeskreis aufgefangen wird, falls eine Lebenskrise hereinbricht, darf sich glücklich schätzen. Das setzt natürlich entsprechendes Verständnis voraus, dem letztlich nicht alle Familienmitglieder oder Freunde nachkommen können, so daß auch hierbei Rückschläge bis hin zu kleineren Folgekrisen geschehen mögen.

Jedoch bietet das soziale Umfeld zunächst Halt und Geborgenheit, liefert Hilfestellung, um persönliche Krisen auf diese Weise meist einfacher bewältigen zu können. Menschen, die allein sind oder nur zweit, haben es da wesentlich schwerer, obendrein, wenn ausgerechnet der Lebenspartner Gegenstand einer Krise, denken wir nur an größere Streits mit Trennungsabsichten verbunden.

Meist wird der Gang zur Paartherapie ohnehin nicht in Erwägung gezogen, vielmehr versucht man, die Probleme selbst in den Griff zu bekommen, ob gemeinsam oder jeder für sich. Je länger und intensiver Krisen anhalten, desto mehr Kreise ziehen sie, neben den eng Vertrauten kommen Berufskollegen ins Spiel, die Existenz kann plötzlich sogar gefährdet sein, nicht immer reagieren Arbeitgeber mit Verständnis und erst recht nicht, wenn bestimmte Mitarbeiter im Visier sind, auf einer möglichen Kündigungsliste stehen.

Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sollte daher niemals ausbleiben, morgen schon könnte jeder in Lebenskrisen sich befinden. Aber in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, oberflächlicher Beziehungen, zunehmender Verrohung und Gewalt, Zukunftsängsten, die oft nicht unbegründet, des Mobbings und der Statussymbole, wo Schwäche als Versagen ausgelegt wird, haben Krisen nur sehr wenig Platz, schwindet Verständnis.

Wenn der klare Verstand uns rechtzeitig bremst

Mit der Ernüchterung greift hoffentlich der klare Verstand, um nicht direkt in die nächste Krise zu schlittern. Nach jeder Krise setzt eine Veränderung ein, ob diese sich nachteilig auswirkt, bleibt mal dahingestellt. Wie heißt es so schön zutreffend: no risk, no life. Das ganze Leben besteht sowieso aus Entscheidungen, es kommt nur darauf an, ob wir die richtige treffen. Doch was bedeutet schon richtig: Was heute zutrifft, kann morgen völlig anders sich gestalten?

Wir sollten stets bedenken, wir selbst verändern uns, auch wenn ein scheinbarer Alltagstrott sich über Jahre einschleichen konnte. Und wenn dann eine Krise uns beschäftigt, wir sie sogar lösen, folgt nach solch einem Sturm die Ernüchterung, das Zurückblicken und Analysieren wie es soweit kommen konnte im günstigsten Fall. Das darf man als sehr hilfreich betrachten, um eben für die Zukunft ähnliche Krisen zu vermeiden.

Dennoch tickt Mensch gleichzeitig ganz unterschiedlich. Während der eine nüchtern und rational die ursprünglich dramatische Mißlage hinterher meistert, diese sich zum Guten wendet, mag es beim anderen nicht gelingen. Nichts geschieht statisch oder läßt sich irgendwie beeinflussen, viel zu vielschichtig ist die menschliche Psyche, sind die Möglichkeiten verfehlter Versuche, gekränkter Eitelkeiten, oftmals unverarbeitete Traumata mit im Spiel, die erkannt oder unerkannt mitschwingen, eine Bewältigung verhindern.

Insofern bedeuten Lebenskrisen nämlich auch Grenzen der Zumutung, eine Warnung und ein harter Hinweis darauf, radikale Lösungen finden zu müssen. Kein Wunder, daß für die Betroffenen die Zeit still steht, das Leben um sie herum weitergeht, während für sie selbst keine Lösung in Sicht, alles ausweglos erscheint. In solchen Momenten sollten sie die hilfreiche Hand annehmen, das Gespräch suchen und zulassen, andere Gedanken sich anhören, Abstand finden durch Ortswechsel oder Trennung und eine Veränderung anstreben Das nennt man Krisenbewältigung, eine Reinigung des eigenen Lebens, um gestärkt aus ihnen hervorgehen zu können.

Lotar Martin Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Lebenskrisen ein Fingerzeig für Wendepunkte

  1. Auberge Keur Diame schreibt:

    Schön! Vielen Dank.
    Krise als Chance zu wachsen und zu erstarken!
    Gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Herzwärme und Menschlichkeit!
    Es wird Zeit, über den Tellerrand zu schauen! 🙂
    Herzliche Grüsse, Mme Ruth

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s