Chemie in Lebensmitteln: Ignoranz seitens TTIP, CETA und Politik


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flickr.com/ foodwatch/ (CC BY-SA 2.0)

Nein zum Palmöl im Essen – Aushebelung des Vorsorgeprinzips

Die globale Zerstörungswut greift immer weiter um sich, Mensch in seiner zunehmenden Verschwendungssucht scheint sich selbst und der Natur zuliebe keinerlei Grenzen zu setzen, außer einige beherzt Engagierte trotzen jenem Raubbau, leisten Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen, von Bürgerbewegungen vor Ort bis hin zu groß organisierten Verbänden.

Obwohl schon ein erheblicher Bedarf herrscht, Palmölplantagen den Regenwald vernichten, Völker in Folge vertrieben werden, dies nicht nur für den umweltentlasteten Biosprit, sondern ebenso für die Lebensmittelbranche, schrecken all jene Profiteure keineswegs davor zurück, diesen gewinnbringenden Kurs unerschrocken fortzusetzen. Eine Nachfrage wird schlicht bedient, jedoch der Endverbraucher hat das leidvolle Nachsehen, oftmals unwissentlich.

EFSA bestätigt sogar gefährliche Giftstoffe im Palmöl

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA), die nicht unbedingt einen guten Ruf genießt angesichts weitreichender Zusammenarbeit mit etlichen Lebensmittelkonzernen wie Nestlé, Kraft Foods oder Unilever, hat immerhin nach etlichen in Auftrag gegebenen Untersuchungen bekundet, daß die im Palmöl enthaltenen Glycidol-Fettsäureester Krebs erzeugen können als auch Erbgut und Organe zerstören. Der Rettet den Regenwald e.V. hat daraufhin diese Petition ins Leben gerufen.

Dennoch fühlt sich die Lebensmittelbranche kaum in der Pflicht, entsprechend zu reagieren, eine erfolgreiche Verbannung etlicher Gifte findet viel zu halbherzig statt, und dies auch nur nach heftigen Protesten seitens aufgebrachter Bürger. Nach mehreren Aufrufen, Informationsveranstaltungen und gut organisierten Demonstrationen, die obendrein medienwirksam begleitet werden, greifen schon mal deutliche Widerstände, entsteht Bewegung auf politischer Bühne. Ob es am Ende ausreicht, erleben wir just am Beispiel Glyphosat, wo das EU-Parlament gar die WHO-Einschätzung ignoriert.

Internationales Rechtsgutachten entlarvt die Aushebelung des Vorsorgeprinzips

Wie gestern foodwatch warnend beschrieb, Politik und Wirtschaft täusche uns über TTIP und CETA, was ohnehin schon längst in aller Munde derjenigen, die nicht auf die lobbygekauften Interessen mancher Volksvertreter hereinfallen. In sofern nichts neues. Trotzdem darf man sich wundern, mit welcher Dreistigkeit Politik die Menschen in die Irre führt, nach wie vor die Freihandelsabkommen CETA und TTIP gutheißt.

Es zählen nicht begründete Sorgen, man richtet sich nach dem Wirtschaftsdiktat des Konzernlobbyismus, selbst die neulichen Greenpeace-Enthüllungen, die sowieso längst im Vorfeld bekannt waren, wer genauer die Thematik verinnerlicht hatte, ändern nichts an dem Vorgehen seitens der Politik.

Solange viele bedenkenlos krankmachende Lebensmittel essen, einer verlogenen Politik sowie einer profitgeilen Industrie stets Freiräume zulassen, denken wir ans bevorstehend geplante TTIP, ändert sich kaum etwas. Jeder Verbraucher hat durchaus Möglichkeiten des Widerstands. Worauf noch warten?

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Chemie in Lebensmitteln: Ignoranz seitens TTIP, CETA und Politik

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Mit Palmöl musste ich mich zwangsläufig wegen der Kocherrei beschäftigen und nur mal so am Rande bemerkt besteht selbst Nutella aus 30% Palmöl und viele vegane Produkte ebenfalls (natürlich auch Kosmetik Artikel). Es ist trotzdem schwer zu vermitteln, dass es ethisch zwar gut ist auf Fleisch zu verzichten, dann aber auch nicht hinnehmen sollte, dass wegen neuer Plantagen Oran Utans bei lebendigem Leibe auf den Bäumen verbrennen, damit bei uns die Produkte noch ein paar Cent billiger produziert werden können..

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