Gewalt beschneidet die Freiheit des Einzelnen


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flickr.com/ hmboo Electrician and Adventurer/ (CC BY-ND 2.0)

Zerstörung vs. Liebe – Mensch verwirkt seine Daseinsberechtigung?

Gewalt hat sehr viele Facetten, innerhalb der Familie, in Schulen, am Arbeitsplatz, auf der Straße oder in Kriegen. Stets findet sie Wege der Entfaltung, immer unerschrockener, ob im Alltag oder gegen Künstler, Politiker. Friedliche Kommunikation kommt zu kurz trotz weltweiter Vernetzung?

Letztlich beschneidet Gewalt die Freiheit des Einzelnen. Verwirkt Mensch in etwa seine Daseinsberechtigung, heißt es somit: Zerstörung vs. Liebe? Um es gleich mal vorwegzunehmen, die größte Kraft im Universum ist und bleibt die Liebe, weil sie bedingungslos dem Schöpfungsplan folgend sich weiterentwickelt trotz Naturgewalten und dem Haß, der Menschen innewohnt.

Wer erinnert sich noch an den 1970 erschienenen Song von Rio Raiser, „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, den im Anschluß die Hausbesetzerszene gern aufgriff? Damals nach den ersten großen Demos im kleinbürgerlichen Herzen Europas eine gewisse Signalwirkung? Im Grunde kann jeder freiheitsliebende Mensch nicht anders, als machtbessene Vorgaben von dannen zu jagen, unwichtig welch politischem Korsett sie dienen mögen, denken wir an den Mauerfall.

Doch was geschieht da eigentlich, wenn sich Neuzeitritter, in dem Fall Polizisten gut geschützt, der Politik gehorchend einem aufgebrachten Volk gegenüberstehen? Staatsgewalt sich schützend vor einem entrüsteten Volkswillen, der sich unverstanden fühlend Luft macht, siehe gen Nachbarland Frankreich, wo soziale Spannungen und Fußball-EM parallel für unterschiedliche Gewaltausbrüche sorgen? Minderheiten, und das sind sie weiterhin trotz Hunderttausender auf den Straßen gemessen an millionenfach Daheimgebliebenen, wollen per Gewalt den Weg der Politik fordernd bestimmen?

Umkehr von demokratisch legitimierter Politik hin zum Gesetz der Straße, wo Gewalt freien Lauf hat, ebenso all jene mitreißt, die dieser Wut nicht auf diese Weise folgen wollen? Wer bestimmt den Geruch der Anarchie, letztlich der Revolte, wieder einige als Alpha-Wesen im Rausch eigener Machtbestrebungen?

Im Grunde führt Gewalt als Akt enttäuschter Mißachtung, als Antwort, weil Sprache kein Gehör sich mehr verschaffen kann, immer wieder entweder zu verheerender Zerstörungswut, etliche Opfer in Kauf nehmend oder zu Gegengewalt, wenn der Angegriffene keineswegs kleinlaut beigibt. Eine Lösung mag da kaum folgen, außer man betrachtet Vernichtung als Chance, es möge anschließend neues entstehen, entlehnt aus der Beobachtung von Naturgewalten.

Dennoch verdrängt ein Klima der Oberflächlichkeit das Wesentliche, herrscht längst ein Defizit untereinander, was die Vielfalt des kommunikativen Austausches anbelangt. Sowohl das Zuhören verliert sich im Stakkato eines streßgeladenen Tagesablaufs genauso wie das daraus resultierende Weghören, das nicht mehr Wahrnehmen der vielen Töne im zwischenmenschlichen Miteinander.

Nicht weiter verwunderlich, daß daraus Mißverständnisse vorprogrammiert gar Vorurteile erst recht schüren, um den einmal eingeschlagenen Kurs des Unfriedens zu unterstreichen. Die Meßlatte gewisser Gewalteskalationen verliert dadurch zwangsläufig an Höhe, schnellere Gereiztheit sucht sich Ventile wie stets beim Schwächeren, um die eigene aufgestaute Aggression abzubauen. Dabei könnte sich vieles wesentlich harmonischer gestalten, wenn Mensch denn endlich begreifen würde: Gewalt führt nicht zum angedachten Ziel, sie ist darüberhinaus eine Saat für deren Fortsetzung.

Lotar Martin Kamm

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