Beschwerden nicht ohne Folgen


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flickr.com/ oponsold/ (CC BY 2.0)

Eine Unart – das Beschweren um des Beschwerens willen

Um es vorweg zu nehmen, beschweren ist natürlich abgeleitet von schwer. War nicht schwer zu erraten, oder? Schwer, heikel, klotzig, drückend, beträchtlich, kräftig, massiv, kurzum das Wort um das Gewicht einer Last zu erklären, so leicht, so schwer. Wer in dem Bereich Kundenservice, Gastronomie, Verkauf arbeitet, kann über die Beschwerden der Kunden, Gäste sicherlich eine Menge erzählen. Nicht nur über unverschämte, unbegründete, sondern auch über die Dummheit oder Frechheit mancher Beschwerden.

Denn Menschen beschweren sich nicht nur, wenn wirklich etwas bei ihrer Bestellung schief gelaufen, wenn das versprochene Hotel am Strand in Wirklichkeit nur mit einem Fußmarsch von einem Kilometer zu erreichen ist, Menschen beschweren sich auch um des Beschwerens willen. Sie vermögen etwas nicht als gut ansehen, solange sie nicht das Haar in der Suppe gefunden haben, erst danach empfinden sie so etwas wie Befriedigung. Notorische Nörgler können in stressigen Berufen die Arbeit erschweren.

Viele Beschwerdeführenden nützen den Aspekt des schlechten Rufes für einen Betrieb aus, so kaufen sie Kleidung, tragen sie auf der Weihnachtsfeier, einer Hochzeit, im Urlaub, um sie danach unter fadenscheinigen Argumenten wieder umzutauschen oder sich das Geld auszahlen zu lassen. Sie erbitten einen Zimmerwechsel, da der Sonnenuntergang von ihrem Zimmer aus nicht zu sehen sei, wechseln am nächsten Tag unter dem Argument, dies Zimmer verfüge über keinen Balkon zur Südseite, um schließlich tags darauf wieder nach dem ersten Zimmer zu verlangen, da auf der Südseite die Sonne zu heiß und bis spät in der Nacht die Hitze im Zimmer aufgestaut wäre. Sie bestellen ein Mittagsmenü und lassen es beim Servieren zurückgeben mit dem Argument, es sei nur lauwarm oder fettig, um im gleichen Atemzug eine neue Bestellung aufzugeben, die kurz zuvor an den Nachbartisch serviert wurde.

Eine Beschwerde vorbringen, bedeutet in der Regel, jemand hat etwas auf dem Herzen, belastet ihn, weil unter seinen Gesichtspunkten irgendein Aspekt nicht so aussieht, funktioniert, gehandhabt werden kann, nicht die Entspannung, Freude bringt, die erhofft, gewünscht ist. Dies anzusprechen und auf Berichtigung, Ersatz hinzuweisen, ist natürlich richtig. Nicht hinnehmbar allerdings ist, sich durch eine Beschwerde bewußt mehr Vorteile zu ergattern.

Ein Nebeneffekt, der sich durch ungerechtfertigte Beschwerden einschleicht, ist nicht nur die Mehrbelastung für das Personal, sondern daß die Mehrkosten auf alle anderen Kunden übertragen werden.

Falls es Ihnen einmal daran mangelt, ihre Lachmuskeln über längere Zeit nicht trainiert zu haben, googlen sie einfach mal nach den skurrilsten, frechsten, verrücktesten Beschwerden, Sie werden garantiert fündig und vergessen dabei eventuell, über was Sie sich gerade beschweren wollten.

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Beschwerden nicht ohne Folgen

  1. von.steinweg schreibt:

    Nicht schlecht , …

    Gefällt 1 Person

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