NATO unterstreicht einflussreiche Drohgebärden gen Russland


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flickr.com/ Latvijas armija/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Seit wann bestimmt das Militär den politischen Kurs?

Um die Frage direkt unverblümt zu beantworten: Kurt Tucholsky hatte recht mit seinem bekannten Zitat, daß Krieg eine viel zu gefährliche Sache sei, um ihn den Militärs anzuvertrauen. Was vor 88 Jahren gedacht, niedergeschrieben und ausgesprochen wurde, gilt leider bis heute.

Dem knapp vier Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gegründetem Bündnis, der NATO, fällt nichts besseres ein, als im Sinne der USA ihre einflußreichen Dohgebärden gen Russland zu unterstreichen. Ihr Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt vor russischen Expansionsplänen, wo doch real die US-Allianz seit dem Mauerfall unerschrocken im Osten Europas Russland auf die Pelle rückt.

Kalter Krieg oder einen heißen heraufbeschwören?

Jahrzehntelang verschaffte der Kalte Krieg so manch unruhige Nacht all derer, die ein wenig genauer das politische Treiben in der Welt betrachtet hatten. Einige Male wäre beinahe der Ernstfall geschehen, im letzten Moment wurde der Start atomar bestückter Raketen verhindert.

Mit der Auflösung des Warschauer Pakts fühlte sich aber die NATO und allen voran die USA beflügelt, ihre aggressiv ausgerichtete Politik in Szene zu setzen, von langer Hand geplant gilt es wohl, entweder Russland als Partner über kurz oder lang zu überrumpeln, um sich deren Bodenschätze einzuverleiben, was bekanntlich dank Wladimir Putin mißlang, oder wie jetzt erkennbar, millitärisch Druck auszuüben. Das Schlängeln der Anakonda in Polen war eher ein kleines Intermezzo, tatsächlich spukt in manchen Köpfen der US-Allianz der Gedanke, einen heißen Krieg heraufzubeschwören.

Ukraine-Krieg von Beginn an Mittel zum Zweck – Russlands Reaktionen

Das hatten viele Zeitgeister vehement bestritten, schenkten einem angeblich aufgebrachten Volk in Kiew Glauben, der Maidan-Putsch wurde als Befreiung inszeniert, der rechtmäßig gewählte Präsident Wiktor Janukowytsch davongejagt, Russland verhinderte rechtmäßig die Vereinnahmung der Krim aufgrund dieses Staatsstreichs, wobei obendrein ukrainische Nazis vom West-Bündnis unterstützt worden waren.

Nicht weiter verwunderlich, daß die in der Ukraine lebenden Russen sich bedroht fühlen und dementsprechend verteidigen. Noch vor dem NATO-Gipfel anfang Juli entsendet Stoltenberg keinesfalls Liebesgrüße nach Moskau, sondern beharrt darauf, Russland solle die Ukraine in Ruhe lassen, die Krim-Annexion, die eindeutig eben nicht stattfand, sei nicht anzukennen. In anderen Worten: Eine weitere Provokation gen Russland wird fortgesetzt, ein daraus resultierender Krieg billigend in Kauf genommen. Nur so kann und sollte man die arrogante Haltung der NATO und ihrer Verbündeten werten.

Selbstverständlich verfolgt Moskau den Dialog zwischen der Ukraine und der NATO, die verstärkte Präsenz im Schwarzen Meer kann Russland keinesfalls einfach so hinnehmen. Direkt vor südwestlicher Haustür der Russischen Föderation bleibt Putin nichts anderes übrig, als entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, aber anstatt den altbekannten Kurs der USA und deren Aufstellung von weltweiten Militärbasen zu folgen, ersinnt Russland lieber eine „asymetrisch und billigere“ Alternative. Und die lautet unter anderem, sich auf kein weiteres Wettrüsten einzulassen.

Der längst neu entflammte kalte Krieg zwischen dem NATO-Westbündnis und Russland veranschaulicht auf erschreckende Weise, wie gleichgültig und menschenverachtend der Hegemon seine Ziele durchsetzen will. Freiheit um jeden Preis widerspricht jedweder friedlicher Koexistenz!

Lotar Martin Kamm

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