Zeit totschlagen bedeutet, Zeit zu befreien


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R: Sie wissen, wessen Sie beschuldigt werden?
T: Ich habe die Zeit totgeschlagen.
R: Sie gestehen also?
T: Meistens habe ich wohl gesessen und ich stehe aufrecht bequem.
R: Wie bitte?
T: Die Zeit kann nichts dafür, es ist das Datum, das sich aufdrängt.
R: So oder so, Ihnen ist klar, daß Sie sich eines
schweren Verbrechens schuldig gemacht haben!
T: Der Verbrecher ist das Datum, sie hat mir ständig im
Nacken gesessen.
R: Datum kann nicht im Nacken sitzen.
T: Zeit ist endlos, Datum ist endlich,
das Datum bringt sich immer selber um.
R: Laut Aktenlage haben Sie nichts getan.
T: Ja.
R: Nicht morgens aufgestanden, nicht zur Arbeit gefahren,
keine Termine wahrgenommen.
T: Ja. Ich habe nichts getan.
R: Sie gestehen also, die Zeit totgeschlagen zu haben.
T: Meistens habe ich wohl gesessen und die Zeit an mir
vorüber ziehen lassen.
R: Aber Zeit ist kostbar!
T: Das isses.
R: Wie bitte?
T: Die Zeit ist zu kostbar, um sie zu vergeuden, deshalb habe
ich sie auch nicht festgehalten, sondern habe ihr die Freiheit
gegeben, zu tun und zu lassen was sie will. Sie nennen es
Zeit totschlagen, ich nenne es: Zeit leben lassen.

Nafia

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