Wohnungsmarkt: Barbara Hendricks fordert japanische Verhältnisse


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flickr.com/ United Nations Development Programme/ (CC BY-NC-ND 2.0)

SPD entpuppt sich als asoziale Partei par excellence

Ein kurzer Blick in so manche Nobelvilla eines deutschen Bundespolitikers, erst recht im Ministersessel sich genußvoll räkelnd, was keineswegs mit Neidgedanken verwechselt werden sollte, erweist sich erneut als eine Farce angesichts des Vorschlags, der aus dem Munde der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit entfleucht.

Barbara Hendricks fordert doch tatsächlich japanische Verhältnisse, „Leute brauchen nicht mehr als 30 Quadratmeter“. Erneut entpuppt sich die SPD als asoziale Partei par excellence, setzt ihren einmal ins Leben gerufenen Kurs nonchalant fort, initiiert vom damaligen Kanzler Schröder, der unter Rot-Grün das neoliberale Tor gänzlich aufstieß mit den Hartz-IV-Gesetzen im Reigen des Niedriglohnsektors.

Politik richtet sich unerschrocken nach den Vorgaben der Konzerne

Insofern braucht sich niemand zu wundern, daß unsere Volksvertreter, – wachsende Wut spricht längst von „Volksverrätern“ -, keine wirklich sozial ausgewogene Entscheidungen treffen, vielmehr alles daran setzen, nach Gutsherrenart den Vorgaben der Konzerne nachgeben.

Ob die halbherzig unausgegorene, daher überflüssige Mietpreisbremse, die sich ohnehin als Flop herausstellte, die Fortsetzung der Hartz-IV-Gängelung, denken wir an die bevorstehende Reform von Frau Nahles, ein Desaster ohnegleichen, wie auch Martin Behrsing vom ELO-Forum in diesem Interview erläutert hatte oder jetzt Hendricks Vorschlag, eine SPD in der Großen Koalition versagt wohl gänzlich, entfernt sich vom „einfachen Volk“. Mit welcher Frechheit werden hierbei Flüchtlinge und die an den sozialen Rand Gedrängten gegeneinander ausgespielt, um per Bezahlbarkeit von Wohnraum Menschen eine 30-Quadratmeter-Wohnung zuzumuten? Leben auf Abruf, Hauptsache dem Billiglohnarbeitsmarkt dienlich?

Eine Welt des Sklavenarbeitsmarktes

Die Angst, selbst seinen Arbeitsplatz verlieren zu können, hält genügend Menschen im Lande davon ab, lieber einmal mehr zu schweigen, ziemlich offensichtliche politische Fehlentscheidungen anzuprangern. Gerade im Internet geäußerte Bemerkungen hinterlassen Spuren, die manch potentieller Arbeitgeber gegen sie verwenden könnte.

Stillschweigendes Arrangement, um sich nicht selbst zu belasten? Sollen doch andere ins Fettnäpfchen treten? Duckmäusertum hat eine ganz besondere, eigene Note, dient den Herrschenden stets, um aufkommende Kritik gegegeinander auszuspielen. In einer Welt des Sklavenarbeitsmarktes, und den gibt es unbedingt mitten in Europa, also hierzulande, andere Länder folgen längst, denken wir an Frankreich, wo zur Zeit Widerstände unübersehbar in den Straßen wüten, ist kein Platz mehr für Mitmenschlichkeit.

Die arbeitende Bevölkerung hat wie und je der Wirtschaft zu dienen. Solange nicht umgekehrt, folglich die Wirtschaft dem Menschen, setzt sich dieser Sozialrassismus fort.

Lotar Martin Kamm

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4 Antworten zu Wohnungsmarkt: Barbara Hendricks fordert japanische Verhältnisse

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Ist es nicht wunderbar, dass genau die Leute solche Gesetze fordern, die sie sofort abschaffen würden, falls es sie selbst betreffen würde? (Ironie Button wieder aus)

    Gefällt 3 Personen

  2. ilona schreibt:

    Frau Hendricks, ich frage mich, mit welchem Recht Sie diese Auffassung vertreten ?
    Ist es Dummheit oder Arroganz, mit denen Sie sich und Ihrer Partei schaden ?
    Sollten Sie aber selbst auf 30 Quadratmeter leben, dann wären meine Fragen beantwortet.

    Gefällt 4 Personen

  3. EarthChild schreibt:

    Ich denke, es ist wirklich an der Zeit, Politiker persönlich für ihre Politik haftbar zu machen! Jedesmal, wenn sie Gesetze beschließen, die sich gegen die Interessen der Bevölkerung( die sie ja schließlich auch mehr als fürstlich für ihre armselige Arbeit bezahlt) richten, müssen sie sowohl strafrechtlich, als auch politisch, als auch finanziell und materiell haftbar gemacht werden. Als erstes fallen mir da natürlich Pensionen und Diäten ein.

    Gefällt 4 Personen

  4. Tangerine schreibt:

    Mag ja sein, dass 5 Personen mit 150 m2 auskommen, da man nur eine Küche und zwei Bad/WC. Aber eine alleinstehende Person auf 30 m2, das ist dann ein Zimmer mit Kochnische. Die Dame möchte ich sehen, wenn sie in ihren Essensgerüchen auf dem Schlafsofa schlafen soll!

    Gefällt 1 Person

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