Realität: Wenn trügerische Kindheitsträume zerplatzen


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Kein Ideal holt die Sterne vom Himmel

Begreifen Kinder die Welt, in der einzig und allein wohl zählt das Geld? Eine viel zu fokussierte Übertreibung dessen, was Leben auszumachen vermag? Erstreben nicht die meisten Menschen Geborgenheit in heimeliger Umgebung, um sorglos lustwandelnd ihre Interessen auszuleben? Was sie allerdings nur mit Unterstützung, also doch entsprechendem Kapital verwirklichen vermögen.

Zerplatzen trügeische Kindheitsträume an der Realität? Kein Ideal möglich, die Sterne vom Himmel zu holen, wenn spätestens nach der Schulzeit im Berufsleben Erwachsene Grenzen setzend herbeigesehnte Freiheitsgedanken durchkreuzen?

Saint-Exupérys kleiner Prinz in uns möchte die Welt umarmen

Wer kennt sie nicht, Antoine de Saint-Exupérys märchenhafte Erzählung vom kleinen Prinzen, die ganze Generationen seitdem beflügelte, den Blick aufs Weltgeschehen ein wenig kritischer und durchdachter zu betrachten. Vor allem möchten Kinder unbedarft ihr Dasein ausleben, die Welt am liebsten umarmen, wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit dazu erhalten.

Betrachten wir nur Kinderarbeit, grenzenlose Armut, Verwahrlosung oder gar Kindersoldaten, die gehorsamst einem auferlegten Befehl gehorchend wie fertige Soldaten funktionieren. Ein Wolfgang Borchert würde sich die Finger wundschreiben, um solche Mißstände anzuprangern.

Mutter Erde selbst ist keineswegs grausam, sondern lediglich diese Menschen, deren Expansion eine Schneise der Verwüstung nach sich zieht, immer dort, wo eine bestimmte Klientel ihre Vorstellungen erwünscht, deren Handlanger jene umzusetzen haben, völlig egal zu welchem Preis. Da stören Kindheitswünsche, die Reinheit einer Seele, für die Gerechtigkeit ein Akt der Nächstenliebe, falls solche Kinder nicht selbst bereits zur Gewalt gedrängt wurden. Wenn der Fuchs im „Kleinen Prinzen“ diesem sagt, man sehe nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche sei für die Augen unsichtbar, dann unterstreicht Antoine de Saint-Exupéry eindrucksvoll die Leichtigkeit eines selbstverständlichen Seins, welches in Sieger-Gesellschaften keinen Platz mehr haben darf.

Befreiung aus dem Korsett gesetzter Grenzen

Erst wenn wir keine Eremiten sind, die sich sehr speziell dem gesellschaftlichen Dasein entziehen, bestimmt das nähere Umfeld den Verlauf des Lebens, obgleich die Entscheidung ganz bei uns liegt, wo wir uns niederlassen. Ist das wirklich so? In der Regel halten viele fest an ihren Wurzeln, dem Elternhaus, den Familienstrukturen sowie dem Freundeskreis.

Daher ein einfaches Verlassen ungeahnte Fragen aufwirft, wie damit zurechtzukommen jemand vermag. Aus dem Korsett gesetzter Grenzen, die das Leben begleiten, befreit sich derjenige am ehesten, der unerschütterlich seinen selbst gesetzten Idealen folgt, nach einem langen Lernprozeß anerzogene Fesseln abstreift. Viele scheitern kläglich, doch einige beginnen einen Neustart in zunächst unvertrautem Umfeld.

Im günstigeren Fall wagt man nicht den allzu überstürzten Weg, die kleinen Schritte der Befreiung erleichtern wesentlich sicherer solch einschneidende Entscheidungen. Ein verständnisvolles Umfeld wird dem zustimmen, wobei sich dennoch die Spreu vom Weizen trennt, manch vertrauter Freund oder Verwandter sich als Mißgünstling entpuppt. Um so besser, wenn das anschließend geklärt.

Sind etwa Kindheitsträume verklärte Illusionen, die sich nicht verwirklichen lassen? Schaffen manche es, bis hinein ins Erwachsenendasein sie zu transportieren mit derselben Wehmut, diesem Elan, der sehr ansteckend nach außen wirkt, dann besteht die große Hoffnung, sie gutdurchdacht zu verwirklichen. Arbeiten wir alle daran, kehren in uns, entdecken, was da noch übrig blieb aus jungen Tagen und wagen das Unmögliche, erst recht zum Trotz in dieser Welt zerstörerischer Vorgaben und Umstände, die es zu umschiffen gilt.

Nimm die Zeit gelassener hin, ohne Streß, Hektik und zu hohe Ansprüche an dich und andere, und du wirst mit deiner Ausstrahlung ein Zeichen setzen, daß nicht nur in der Ruhe die Kraft liegt, sondern besonders deine Zuversicht, welche anderen Mut machen kann.

Lotar Martin Kamm

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