Altern: Fortschrittlicher Segen vs. katastrophaler Zukunft


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Die heutigen Alten haben den neuen einiges voraus?

Wer kennt sie nicht und liest allenthalben über medizinische Errungenschaften, die ein verlängertes Leben ermöglichen sollen. Allein schon die Vorstellung, die letzten Jahre seines Lebens als Pflegefall verbringen zu müssen, dürfte den ein oder anderen davor abschrecken, unbedingt ein hohes Alter zu erreichen.

Die heutigen Alten haben insofern etwa den neuen einiges voraus und dies trotz zweier Weltkriege, zumindest für diejenigen, die in Europa leben? Woher will man wissen, was da in Zukunft geschehen kann, abgesehen von einer Apokalypse, die Leben ohnehin vernichten mag, so daß die Frage des Alterns sich erübrigt.

Folgt Emma Morano-Martinuzzi etwa Jeanne Calment?

Schwer zu beantworten, da fehlen der Italienerin, Emma Martina Luigia Morano-Martinuzzi, wie sie mit vollständigen Namen heißt, die am 29. November 1899 im norditalienischen Dorf Civiasco das Licht der Welt erblickte, noch gute sechs Jahre, um den offiziell ältesten Menschen, die vor knapp 19 Jahren verstorbene Französin Jeanne Calment, zu entthronen.

Nahezu 100 Jahre hatte Jeanne Calment geraucht, was jetzt kein Beweis oder gar eine Verharmlosung jenes Suchtverhaltens bedeuten mag, bekanntermaßen gibt es tatsächlich Menschen, die ohne Folgeerkrankungen dennoch ein hohes Alter erreichen können, aber wohl eher die Ausnahme sein dürfte.

Die Italienerin und derzeit älteste Frau der Welt soll keinerlei Medikamente zu sich nehmen, sich täglich zwei Eier und ein Gläschen hausgemachten Grappa gönnen, in ihrer Familie andere Mitglieder ebenso ein hohes Alter erreicht haben. Übrigens sind es wohl einige Frauen, die die Liste der ältesten Menschen anführen, erst nach der 12. folgt ein Mann als die Nummer 13, der vor knapp drei Jahren im Alter von 116 Jahren verstorbene Japaner Jiroemon Kimura.

Eine tückische Welt voller toxischer Belastungen

Genau das sollten wir trotz medizinischen Fortschritts bedenken. Die heutigen Uralten waren in jungen Jahren eben nicht dermaßen hohen Konzentrationen etlicher Umweltgifte ausgesetzt, von denen wir bis heute nicht mal wissen, welche Folgeschäden in Kombination untereinander noch entstehen können.

Plastik in den Meeren, atomar verseuchte Landschaften, kaum noch schadstoffreie Luft – die Welt vor hundert Jahren war eine andere, weniger toxisch belastet, gar noch bis hin in Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Danach tobte Menschheit sich aus in ihrem ewigen Run unendlicher Wachstumssteigerung, dem sich alles bis heute unterzuordnen hat. Schöne neue Welt des Alterns? Wohl eher kaum.

Lotar Martin Kamm

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