G7-Gipfel: Festhalten am Klammergriff der US-Werte


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flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

Im Taumel wirtschaftspolitischer Dekadenz

Im Jahre Drei des neuen G7-Gipfels, folglich ohne die Anwesenheit Russlands, der heute auf der japanischen Halbinsel Ise-Shima zu Ende ging, formulierten die Teilnehmer nach ihrer netten „Plauderrunde“ in der Abschlußkundgebung all jene Vorhaben, die ohnehin längst im Vorfeld angedacht waren, drohten Russland mit der Fortsetzung der Sanktionen.

Einen Brexit verhindern, die hausgemachte Flüchtlingskrise organisieren, den Kampf gegen den Terror ausweiten, schnelle Umsetzung des Klimaabkommens aus Sorge vor Trump, Vermeidung eines Pazifik-Krieges, das Wirtschaftswachstum ankurbeln, vor allem per eiligst beschlossenem TTIP, so in der Abschlußerklärung verfaßt. Wie sie im Taumel wirtschaftspolitischer Dekadenz real umgesetzt wird, zeigt die nahe Zukunft. Und die schaut gar nicht rosig aus angesichts der Abwesenheit Russlands, folglich dem Festhalten am Klammergriff der US-Werte.

Keine Lösung möglich ohne Russland

Mittels Maidan-Putsch und angeblicher Krim-Annexion mal eben den Schleier eines beendet geglaubten Kalten Krieges erneut lüften, scheinen die einzigen zielgerichteten Mittel US-amerikanischer Außenpolitik zu sein, um das Feindbild Russland erneut aufflammen zu lassen, den eigenen hegemonialen Weg zu rechtfertigen. Wer tatsächlich glaubte, die Welt wäre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs friedlicher, wird eines Besseren belehrt.

Weltwirtschaftsbeschlüsse ohne die BRICS-Staaten deuten erst recht auf gezielte Konfrontation hin, obendrein schrecken diese USA nicht davor zurück, wie man in Brasilien anschaulich erleben durfte, Einfluß zu nehmen. Dilma ging, mit Michel Temer kommt ein Verbündeter der USA? Russland zu isolieren, das kann nicht gutgehen, erst recht nicht für Europa selbst, zumal die dortige Truppenverstärkung seitens der NATO unter der US-Knute die Kriegsgefahr erheblich erhöht.

Hiroshima-Besuch Obamas gezieltes Kalkül?

Oder der Versuch einer Wiedergutmachung am Ende eigener Amtszeit, um den vorschnell erhaltenen Friedensnobelpreis ein wenig zu rechtfertigen? Nun reist heute Obama als erster Präsident an den Ort des Geschehens, der den Atem der Welt stocken ließ, weil jene USA sich vor knapp 71 Jahren erdreisteten, als erste und einzigste Nation Atombomben auf Menschen zu werfen.

Hervorgehoben die japanische Expansion ihres Asien-Krieges, den Japan in seiner Opferrolle nicht aufarbeitete, andererseits eine Rechtfertigungserklärung der USA für den Abwurf und Bemühungen zu Atomwaffenabrüstungsbestrebungen? Welch fadenscheinige Rückschlüsse, bedenken wir die eigentlichen Ziele per Russlands Ausgrenzung und entsprechend gezielter Aggitation seitens dieser USA. Friedensbemühungen schauen anders aus.

Lotar Martin Kamm

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3 Antworten zu G7-Gipfel: Festhalten am Klammergriff der US-Werte

  1. klauspeterkostag schreibt:

    Russland leidet nur solange unter den Sanktionen, bis es die deswegen notgedrungen angeschobenen Fortschritte in der eigenen russischen Volkswirtschaft weit genug vorangetrieben hat. Das, was der Westen in seiner eitlen Selbstüberschätzung erwartet hatte, ein russisches Einknicken oder eine bunte Revolution in Moskau auszulösen, unterscheidet sich wesentlich vom durch die Sanktionen unfreiwillig bewirkten Fortschritt. Andersherum wird ein Schuh draus: Die Sanktionen waren für Russland endlich Weckruf und Beihilfe zur Änderung der politischen und wirtschftlichen Strategie. Endlich wendet sich der schläfrige Bär der Zukunft, Asien zu. Endlich wird aus dem Lieferanten von Bodenschätzen ein Produzent von Waren. Endlich wird der transiranische Kanal Russland über das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf im Indischen Ozean verbinden. Militärstrategisch, handelspolitisch und als Einnahmequelle gar ungleich wichtiger, als die Rückgewinnung der Krim oder einer Vernetzung mit Deutschland, der Vasallenrepublik . . .
    kostag@gmx.net

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  2. tedd07 schreibt:

    sehr guter Artikel

    Gefällt 1 Person

  3. Hans-Peter Fischer schreibt:

    Es wird an der Zeit, die unsinnigen Wirtschafts-Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Das überhebliche westliche Lager tut sich damit sehr schwer. Es schneidet sich damit in das eigene Fleisch. Man sollte begreifen, dass Deutschland nicht weit von Russland enfernt liegt, eine gute Beziehung wäre wichtig und vor allen Dingen Schluss mit einem neuen kalten Krieg. Die USA sind nichts anderes als ein Nistplatz für den Pleitegeier.

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