Gesellschaft: Jeder ist sich selbst der Nächste


flickr.com/ lennox_mcdough/ (CC BY-ND 2.0)

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Kurz vorm Kollaps oder Chancen der Verbesserung in Sicht?

„Jeder ist sich selbst der Nächste“ – eine Redewendung, die der römische Dichter Publius Terentius Afer, hierzulande als Terenz bekannt, in seinem Werk „Andria“ Charinus aussprechen läßt.

Gesunder Egoismus, weil dem Selbstschutz dienend oder eine wahrlich gefährliche Haltung im Alltag, gerade dort, wo soziale Mißstände vorhanden, besonders in Situationen, bei denen Solidarität und Zivilcourage viel eher nicht nur gefragt sind, sondern eine friedliche Gemeinschaft ausmachen?

Menschenrechte – zwischen Allgemeingültigkeit und Wirklichkeit

Hierzu steht die oben genannte Redewendung im krassen Gegensatz zum Anspruch des allgemeingültigen Menschenrechts, welches die Würde und Geltung eines jeden voraussetzt. Kontrollorgane hat die Politik inzwischen längst erschaffen, fest verankert in nahezu allen Verfassungen der Staaten, Diktaturen oder ähnliche Herrschermodelle mal ausgeklammert, Menschenrechtsorganisationen gegründet, eine der bekanntesten: Amnesty International.

Dennoch treiben Gewaltexzesse in Gesellschaften bis hin zu Kriegen ihr Unwesen, widersprechen der Einhaltung der Menschenwürde, sämtlichen Menschenrechten der gängigen Praxis, offenbaren teilweise eine grausame Wirklichkeit. Politik verwickelt in Korruption so wie die Wirtschaft selbst in global abhängigen Verhältnissen und Verflechtungen sich gegenseitig belauert. Mittendrin die Bürger der Länder, ausgesetzt jenen Gesetzmäßigkeiten, die selbst Menschenrechte notfalls mißachten, weil diese sich der Spirale des Proftgedankens und des Überreichtums unterzuordnen haben.

Nur ein Dilemma oder Lösungen in Sicht?

Im Grunde genommen ein Dilemma, welches die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet, weil stets die soziale Komponente vernachläßigt wird im Reigen des Konkurrenzgedankens, wo am Ende viel Zerstörung folgt, Verlierer auf der Strecke bleiben. Im Kapitalismus kein Platz für den sozial Schwächeren? Wieder zunehmend, wie auch hierzulande längst bekannt sein sollte, denken wir an die Hartz-IV-Gesetze, an Tafeln und Obdachlosigkeit, an simple Phrasendrescherei, die es gewissen Bewegungen und Parteien leicht macht, ohnehin unzufrieden Gebeutelte zu ködern.

Deutliche Signale an derzeitig verantwortliche Politik, daß sie dringend nachbessern, etwas verändern muß. Eine unlösbare Pattsituation, auf der einen Seite der nimmersatte Raubtierkapitalismus, den es nach wie vor faktisch gibt, andererseits die Verrohung der Gesellschaft bei zunehmender Gewalt und sozialen Mißständen. Abhilfe kann nur eine dringende Umsetzung der Rückbesinnung zu sozialer Gerechtigkeit führen, wird dies versäumt, wiederholt sich die Geschichte, so wie sämtliche Hochkulturen letztlich daran scheiterten.

Mit folgendem eigenen Zitat schließe ich:

„Jede Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn ein sozial ausgewogenes Miteinander gepflegt wird. Bei Vernachlässigung setzt sich die Hierarchie der Gewalt durch, gilt keine Moral, Religion oder Humanismus mehr.“

Lotar Martin Kamm

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