Kunst und Kultur: Spielball politischer Gängelung


pixabay.com

pixabay.com

Kreativität braucht stets ihre Freiräume

Wie die Luft zum Atmen ein Überleben garantiert, gehört Kreativität zum Dasein des Menschen, ohne die keine Entwicklung stattfinden kann, obendrein der Geist letztlich verkümmert. Das Wesen der Kunst entspricht der Schöpfung selbst, die mannigfaltig sich in der Natur auf Erden zeigt, mit Blick ins Universum ungeahnte Erscheinungsformen bereithält.

Dennoch Kunst und Kultur Spielball politischer Gängelung, immer dann begrenzt, beschnitten oder gar verboten, wenn es gewissen Herrschaften nicht in den Kram paßt? Gerade weil Kreativität stets ihre Freiräume braucht, nutzen dies bösartige Mächte für ihre Zwecke aus, ohne sich über die Verluste im Klaren zu sein. Gedanken und Ideen lassen sich aber nicht vernichten, sie verweilen in den unendlichen Weiten des Kosmos, bis irgendwann aufgegriffen sie sich entfalten werden.

Bildung braucht Wege der Entfaltung

Dazu bedarf es Mut, ihnen Möglichkeiten anzubieten, steht Politik in der Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen. In Nordrhein-Westfalen, zwischen Moers und Essen, östlich des Rheins gelegen, befindet sich in Oberhausen-Lirich die Gesamtschule Weierheide, bisher Deutschlands erste und einzige Schule mit dem Unterrichts- und Wahlpflichtfach „Kreativität“ für die achte bis zehnte Klasse.

Ein tolles Beispiel dafür, in wie weit Schule sich öffnen kann für Kreativität auf vielen Ebenen, um diese einfließen zu lassen in der Konzeption des Lehrplans, wobei die Lehrer an der Umsetzung aktiv sich mitbeteiligen. Ein Satz in Annette Bruhns Artikel bleibt besonders haften, den der Musiktheaterprofi Jens Niemeier formulierte: „Durch das ständige Hängen am Handy findet eine Entkörperung statt, die können Gefühle blitzschnell mit Emoticons ausdrücken, aber verstehen sich kaum noch auf Gestik und Mimik.“ Umso schöner, daß wenigstens noch bis 2018 dieses Schulbeispiel finanziell gefördert wird. Hoffentlich erkennt Politik den Wert dieser Unterrichtsform, verlängert die Förderung.

Im Ländle bewegt sich was

Kaum jemand hätte weit vor der Landtagswahl mit zwei politischen Entscheidungen im Ländle gerechnet: Einerseits eine grün-schwarze Koalition und andererseits eine AfD, die als drittstärkste Partei im Plenum sitzt, die SPD sich hinter dieser einreihen muß.

Welch politisches Signal, was jene Bürger vermitteln, die den Multikulturalismus verhöhnen, obwohl weltweit ohne ihn die Menschheit keineswegs friedlich zusammenleben kann. In Ländern wie Russland, Indien, Kasachstan und etlichen anderen zeigt sich sehr wohl, daß im Großen und Ganzen unterschiedliche Völker sich gegenseitig ergänzend und bereichernd in einer Nation friedlich existieren können. Gerade kulturelle Vielfalt ermöglicht dies.

Umso erfreulicher, wenn ein umstrittener Ministerpräsident Winfried Kretschmann, denken wir ans TTIP, die Rektorin der Kunstakademie am Weißenhof, Petra von Olschowski, als neue Kunststaatssekretärin ins Kabinett beruft. Mit dieser Entscheidung, einer Parteilosen, äußerst bewanderten Kunsthistorikerin und Journalistin, neuen Raum für die Kunst zu gewähren, darf man gespannt gen Baden-Württemberg blicken, was uns da noch erwarten wird.

Widerstand wird zur Pflicht, wenn Politik die Kunst im Visier hat

Was im Ländle oder im Ruhrpott an positiven Beispielen sich offenbart, versucht woanders eine erstarkte rechtspopulistische AfD auszumerzen, der Kunst ihr nationalistisches Gedankengut aufzudrücken, in dem in Sachsen-Anhalt Museen, Theater und Orchester zu einem positiven Deutschland-Bezug verpflichtet werden sollen.

Parallelen zur Nazi- oder Stasizeit, zu Stalin oder Mao? Wenn Politik die Kunst für ihre Zwecke mißbrauchen will, ist Widerstand höchste Pflicht, wie auch der Deutsche Kulturrat zurecht anmahnt.

Mit diesem eigenen Zitat möchte ich schließen:

„Wer die Kunst in der Politik vernachlässigt, obendrein zensiert oder einschränkt, begibt sich auf ganz dünnes Eis: Kreativität ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern schöpft aus den unendlichen Weiten des Kosmos.“

Lotar Martin Kamm

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kulturelles abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Kunst und Kultur: Spielball politischer Gängelung

  1. Sabine Adameit schreibt:

    Ohne Kreativität würden wir noch in Höhlen leben

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s