Von dir laß ich mir doch nicht ins Bockshorn jagen


© Doris Mock-Kamm

© Doris Mock-Kamm

Kein Bock auf gar nichts oder was zeichnet ihn aus?

„Was schreibst du denn da für einen Bockmist?“
„Mensch, bist du heute zickig, dann schreib es doch besser!“
„Jetzt sei doch nicht gleich so bockig!“
„Von dir laß ich mich heute nicht ins Bockhorn jagen!“
„Ah, hast du jetzt einen Sündenbock gefunden, weil du es verbockt hast?“
„Nur weil du sturer Bock keinen Bock hast über dieses Thema zu schreiben und du es mir aufgebockt hast,…!“

Was immer die beiden Gesprächspartner veranlaßt hat, sich gegenseitig mit Hilfe des Bocks und der Ziege ihre Standpunkte zu erklären, bleibt mal unkommentiert. Viel interessanter ist die Tatsache, daß Wortverbindungen mit „Bock“ sehr häufig vorkommen. Nicht nur im Bereich der Schimpfwörter sind sie zu finden, sondern auch beim Spiel (Skat, Doppelkopf), Turnen (Bock), Fahrzeug (Kutschbock), Musikinstrument (Form der Sackpfeife beim Dudelsack), Getränke (Bockbiere), Tierwelt (Bockkäfer).

Der Bock, Bezeichnung für ein männliches Tier, Rehbock, Schafbock, Ziegenbock, Gamsbock und Hasenbock. Diese Spezies scheint bei den Menschen so einen tiefen und teilweise hintersinnigen Eindruck hinterlassen zu haben, daß seine verschiedenen Charakteristiken den Weg in die Übermittlung von Gedankeninhalten fanden. Schließlich gerade deshalb erstaunlich, da andere Tiere von den Menschen als Haus- und Nutztiere gehalten wurden und natürlich noch werden.

Dies mag schon damit zusammenhängen, daß für mehrere Tierarten die gleiche männliche Benennung vergeben wurde, so ist ein Rehbock doch keineswegs mit einem Gamsbock gleichzusetzen. Wie auch immer, die Menschen haben damit den Bock abgeschossen, den Bock zum Gärtner gemacht, eben einen Sündenbock gefunden und überlassen es jedem, sich seinen Bock selbst auszusuchen.

Die einzige Spezies, die unter diesen vielen Böcken eine kleine Sonderstellung genießen, sind wohl die Schafe, denen wird nicht nur nachgesagt, daß sie beim Einschlafen helfen, wenn sie einzeln über ein Gatter springen, um besser gezählt werden zu können, sondern es wird ihnen ebenso vorgeworfen, sich innerhalb einer Herde zu bewegen und den Schutz der Herde zu suchen. Obwohl dies wie bei den Schwärmen nicht nur eine Überlebensstrategie ist, sondern für Menschen eine willkommene Charakteristik darstellt, um die Tiere besser zusammenhalten zu können. Das schwarze Schaf allerdings hat nur dann seine Sonderstellung, wenn die anderen ein weißes Fell haben, ansonsten ist es von der Herde nicht zu unterscheiden.

Welcher Bock nun wirklich für all diese Begriffe Verantwortung trug, bleibt wohl für immer im Nebel der Vergangenheit, den einzigen Bock, den wir wirklich zu fürchten haben, ist wohl der Wolf im Schafspelz.

Doris Mock-Kamm

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